Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. 45 Rennen werde er brauchen, um seinen nach drei Grands Prix bereits auf 46 Zähler angewachsenen Rückstand auf WM-Spitzenreiter Charles Leclerc aufzuholen, hatte Max Verstappen nach seinem Ausfall beim GP Australien vorgerechnet. Immerhin: Im Sprint zum GP der Emilia Romagna hat er sich um einen Punkt an den Ferrari-Star herangerobbt.
Nach einem schlechten Start und verlorener Führung (Verstappen: „Ich hatte aus irgendeinem Grund keine Getriebesynchronisation. In dem Moment, als ich die Kupplung losgelassen habe, hatte ich eine Menge Wheelspin und keine Traktion.“) hat der Niederländer seinen WM-Rivalen zwei Runden vor Schluss wieder kassiert. Dabei profitierte er von Reifenproblemen des Monegassen, der vorne links über Graining (Gummiwülste auf der Lauffläche; d. Red.) klagte.
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Fest steht: In Imola fährt Red Bull mindestens wieder auf Augenhöhe mit Ferrari, startet in den GP am Sonntag von der Pole-Position. Dabei soll es nicht an einer Chassis-Diät liegen, die der übergewichtige rote Bulle erst noch vor sich hat. „Wir haben hier zwar ein Update gebracht“, erklärt Red Bull-Teamchef Christian Horner AUTO BILD. „Aber das hat am Gewicht noch nicht viel geändert.“ Nach AUTO BILD-Informationen gehört zum Imola-Paket lediglich ein Zusatzflügel am Unterboden sowie eine zusätzlicher Bremsbelüftung an der Hinterachse.
Das Duell gegen Leclerc sei anders als das gegen Hamilton meint Verstappen senior.

Vielmehr glaubt man im Red Bull-Lager, dass man sich bei Ferrari mit der Herangehensweise an die weichen Reifen verkalkuliert hat, mit denen Leclerc erstmals in diesem Jahr losgefahren ist. „Das kann morgen alles schon wieder anders sein, wenn wir zwei Reifenmischungen fahren müssen“, räumt Verstappen ein.
Für den Weltmeister wäre ein Sieg ausgerechnet bei Ferraris Heimrennen im Autodromo Enzo e Dino Ferrari allerdings auch psychologisch wichtig. An der nötigen Motivation fehlt es dem 24-Jährigen indes nicht. „Er ist genauso heiß auf den Erfolg wie im letzten Jahr“, verrät sein Vater Jos Verstappen gegenüber AUTO BILD. „Ich sehe jedenfalls keinen Unterschied zu 2021. Max lehnt sich jetzt nicht zurück, nur weil er den ersten Titel in der Tasche hat. Er will dieses Jahr genauso gewinnen.“
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Das Duell gegen Leclerc sei allerdings anders als das gegen Hamilton. Nach dem Unfall in Silverstone sei im Vorjahr eine gewisse Schärfe in den WM-Kampf gekommen. Verstappen senior: „Auch die Rivalität zwischen Red Bull und Mercedes war größer als die zwischen Red Bull und Ferrari. Dazu kommt, dass sich Max und Charles schon aus dem Kart kennen. Deshalb gehen beide sehr fair miteinander um.“
Allein: Eigentlich spielt die Vergangenheit in der Verstappen-Denke keine große Rolle. „Wir haben seit Dezember nicht mehr über Abu Dhabi oder den WM-Titel gesprochen“, verrät Jos Verstappen. Der Fokus ist auf die Gegenwart gerichtet. Und da gilt es, 45 Punkte Rückstand aufzuholen. Am liebsten würde der Red Bull-Star damit schon morgen im GP der Emilia Romagna (15 Uhr; live auf RTL und Sky) weitermachen.

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Von

Ralf Bach
Bianca Garloff