Bekommt Verstappen jetzt einen Gegner im eigenen Team? In Abu Dhabi 2021 hat Sergio Perez (32) mit seiner Blockade von Mercedes-Star Lewis Hamilton noch einen entscheidenden Beitrag zum Titelgewinn des Niederländers geleistet, jetzt werden seine eigenen Ambitionen indes immer größer…
Nach seinem Sieg in Monaco hat der Mexikaner nur noch 15 Punkte Rückstand auf Teamkollege Verstappen in der WM. Mehr noch: Er hat einen neuen Vertrag bekommen, der ihn bis Ende 2024 an Red Bull bindet.
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Nach Auto-Bild-Informationen wurde der Kontrakt allerdings schon vorm Triumph in den Gassen der Monegassen fixiert. Bereits am Freitag hat Perez seinen neuen Vertrag demnach im Büro von Teamchef Christian Horner unterzeichnet. Geeinigt hat man sich auf die neuen Konditionen schon nach dem GP Spanien, in dem sich Perez um den Sieg betrogen fühlte.
Hintergrund: Auf einer anderen Strategie musste er Teamkollege Verstappen da durchlassen, profitierte später aber nicht von einem entsprechenden Funkspruch in die andere Richtung. „Das ist unfair, aber okay“, ärgerte er sich öffentlich.
Nach seinem Sieg in Monaco wurde Sergio Perez‘ neuer Vertrag mit Red Bull verkündet.

Eine Reaktion, die auch zeigt: Perez akzeptiert keinen Status als Nummer-zwei-Pilot. Er will selbst Weltmeister werden. Dass er das darf, beweist der GP in Monaco: Da bekam Perez dank seiner besseren Platzierung auf der Strecke auch die bessere Strategie. Ein früher Boxenstopp sicherte ihm den Sieg.
Das bringt den Verstappen-Klan jetzt schon zum Kochen. "Red Bull hat ein gutes Ergebnis erzielt, hat aber gleichzeitig wenig unternommen, um Max nach vorne zu verhelfen“, schreibt Jos Verstappen in seiner Kolumne auf der eigenen Verstappen-Webseite.
„Dass er Dritter wurde, verdankt er Ferraris Fehler beim zweiten Stopp von Charles Leclerc. Dem Tabellenführer, Max, wurde in dieser Hinsicht mit der gewählten Strategie nicht geholfen … Ich denke, hier sind zehn Punkte von Max weggeschmissen worden. Gerade mit den zwei Ausfällen, die wir hatten, brauchen wir jeden Punkt."
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Bei Red Bull tut man derweil wenig, um die Wogen zu glätten. Motorsportberater Helmut Marko lobt gegenüber Sport1 stattdessen Perez. „Er hat nur 15 Punkte Rückstand und ist damit voll im WM-Geschäft.“
Fakt ist: Der Mexikaner ist 2022 näher dran am amtierenden Champion als noch im Vorjahr. Doch auch dafür sucht Verstappen senior den Grund bei Red Bull: "Das Auto hat einfach noch nicht die Charakteristika für seinen Fahrstil“, erklärt er. „Max hat viel zu wenig Grip an der Vorderachse. Und gerade in Monaco mit all den kurzen Kurven braucht man ein Auto, das sehr schnell einlenkt.“
Aussagen, die zeigen: Die Stimmung ist angespannt im Weltmeisterlager, auch wegen des eigenen, erstarkten Teamkollegen.
Sky-Experte Ralf Schumacher sucht die Lösung indes beim Fahrer, nicht beim Team. „In Monaco war Perez über das ganze Wochenende besser“, schreibt er in seiner Kolumne. „Das sollte Max zum Anlass nehmen, um sich von seinem Teamkollegen ein paar Dinge abzuschauen. Das neue Konzept der Fahrzeuge kommt Sergio mehr entgegen. Als Fahrer, dem das Reifenschonen sehr gut liegt, kann er mehr aus dem Auto rausholen.“
Schumachers Fazit: „Deshalb sollte Max versuchen, den Fahrstil von Sergio in gewissen Streckenabschnitten zu adaptieren und in die ein oder andere Kurve etwas langsamer hineinfahren.“
Allein: Wer Verstappen kennt, weiß: Nachahmen gibt es nicht für den Niederländer. Vielmehr soll das Team den Red Bull für seinen extrem aggressiven Fahrstil umbauen. Es wird also trotz der guten Ergebnisse in Zukunft weiter Gesprächsstoff geben.

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Von

Ralf Bach
Bianca Garloff