Formel 1: Rekord frustriert Hülkenberg
Hülkenberg: "Es hat nie geklickt"

Nico Hülkenberg ist ein Dauerbrenner der Formel 1. Doch das bringt einen Negativ-Rekord mit sich.
Bild: LAT / Haas
Nico Hülkenberg (35) gehört seit mehr als zehn Jahren zum Inventar der Formel 1. Selbst in den drei Saisons ohne Stammcockpit war er als „Feuerwehrmann“ stets in aller Munde. 193 Rennen hat er bereits unter die Räder genommen. Noch in dieser Saison wird er die 200 voll machen.
Doch der Haas-Pilot hält damit auch einen Rekord, auf den er nicht so stolz ist. Bei seinen 193 GP-Starts stand er noch kein einziges Mal auf dem Podium. So viele Rennen ohne Treppchen hat kein anderer Pilot absolviert. Schlimmer noch: Sogar Fahrer, denen weit weniger Talent zugeschrieben wird als dem Deutschen, durften schon mit Schampus spritzen. Pastor Maldonado, über dessen Unfälle sich die Formel-1-Gemeinde einst lustig gemacht hat, hat sogar einen Sieg auf seinem Konto.
„Wenn man darüber nachdenkt, ist das natürlich ein bisschen frustrierend“, wird Hülkenberg jetzt von motorsportweek.com zitiert. „Denn jeder Rennfahrer damals wie heute will idealerweise gewinnen. Aber gleichzeitig hatte ich auch nie das Auto. Ich hatte gute Autos und auch Möglichkeiten, ein Podium zu liefern, aber aus verschiedenen Gründen hat es nie geklappt. Es hat nie geklickt.“

Nico Hülkenberg ist ein Dauerbrenner der Formel 1.
Bild: LAT / Haas
Dabei wäre es mindestens einmal fast so weit gewesen. In Brasilien 2012 duellierte er sich mit Lewis Hamilton um den Sieg – dann kollidierten beide. Das Aus in aussichtsreicher Position.
Dennoch zieht Hülkenberg insgesamt eine positive Bilanz seiner Formel-1-Karriere. Den unrühmlichen Rekord nimmt er dabei als Beweis für Konstanz. „Ich denke, ich hätte es nicht geschafft auf 200 Grands Prix in der Formel 1 zu kommen, wenn ich so schlecht wäre“, konstatiert er. „Es muss also irgendwo auch was Gutes darin stecken.“
Zweifelsohne gilt der Rheinländer als einer der besten Fahrer der letzten zehn Jahre. In seiner Debütsaison 2010 raste er im verregneten Qualifying des GP Brasilien auf Pole.
Hülkenberg gab sein Formel-1-Debüt 2010 bei Williams, raste in seinem Rookie-Jahr in Brasilien direkt auf Pole Position. Bei Sauber fuhr er sich sogar ins Visier von Ferrari, die 2014 allerdings Kimi Räikkönen den Zuschlag gaben. Bei Renault war Hülkenberg drei Jahre Werksfahrer, ehe er Ende 2019 in die vorläufige Stammfahrer-Rente geschickt wurde. 2023 ersetzte er Mick Schumacher bei Haas und dürfte wohl auch 2024 an Bord bleiben. Allein: Im vermeintlich schlechtesten Auto des Feldes wird wohl auch weiterhin kein Podium möglich sein.
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