Formel 1: Rosberg im Siegerinterview
"Mega-Ding mit Mega-Emotionen"

Mega-Ding, Mega-Emotionen, Mega-Rosberg: Der Deutsche krönt seinen 200. GP mit dem Sieg und der Rückeroberung der WM-Spitze. Das Siegerinterview.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
Herr Rosberg, ihr Chef Toto Wolff hat eben nach dem Rennen gesagt, er habe an diesem Wochenende den besten Nico Rosberg aller Zeiten gesehen...
Nico Rosberg: Schön, das zu hören. Das sind coole Worte von Toto! Das ganze Wochenende ist natürlich fantastisch verlaufen.
So lief das Rennen in Singapur: Rosberg krönt sein Jubiläum
Und trotzdem ist es am Ende gegen Daniel Ricciardo noch einmal richtig knapp geworden.
Ja, der Kampf zum Schluss war eng. Aber eigentlich macht es das nur noch befriedigender, es so zu gewinnen.
Haben Sie nicht gezittert, als Ricciardo mit Siebenmeilenstiefeln immer näher kam?

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Hätten Sie nach zwei Dritteln des Rennens gedacht, dass es noch einmal so eng wird?
Das Problem war die Runde, nachdem Dan (Ricciardo; d. Red.) an die Box gekommen ist. Auf dieser hatte ich Verkehr. Also konnte ich nicht mehr an die Box kommen, weil wir dann zu langsam gewesen wären und er mich geschnappt hätte. Ich sah den Verkehr vor mir und wusste: 'Verdammmt, so kannst du ihn nicht covern.' Denn dann wäre ja alles in Ordnung gewesen. So aber war das Rennen dann noch einmal offen.Wie viel kriegen Sie als Fahrer von diesen kniffeligen Strategieentscheidungen mit?

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Hand auf's Herz: Wie lange hätten Sie Ricciardo am Ende noch hinter sich halten können?
Drei Kurven vielleicht? (lacht) Nein, Spaß beiseite. Ich weiß es nicht. Aber seine Reifen haben ja auch irgendwann angefangen abzubauen und man braucht schon einen großen Unterschied, um auf dieser Strecke vorbeizukommen.
Aber Sie hatten ja auch noch Schwierigkeiten mit den Bremsen. Hat ihnen das am Schluss zusätzliche Probleme bereitet?

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Nach dem Rennen haben Sie sich ausgiebig bei ihrem Team bedankt...
Ja. Weil es toll ist, bei jedem Rennen, zu dem wir hinkommen, die Chance auf den Sieg zu haben. Vor allem hier in Singapur war das besonders beeindruckend, weil wir hier letztes Jahr von Ferrari und Red Bull zerstört wurden. Wir haben aber verstanden, warum das so war. Jetzt konnten wir es rumreißen und sie auf 'ihrer' Strecke schlagen.
Stichwort Team: Ihr Teamkollege Lewis Hamilton war heute ausnahmsweise mal als erster Gratulant bei ihnen und hatte nach dem Rennen nur lobende Worte für Sie übrig. Das gab es sonst nicht oft zu sehen. Hat Sie das überrascht?

Schampus satt für den Jubilar: Es war Rosbergs 200. GP
Seit der Sommerpause haben Sie alle drei Rennen gewonnen. Hilft dieses Momentum jetzt auch für die Zukunft?
Der Sieg heute gibt sicherlich Auftrieb, weil es ein Mega-Ding mit Mega-Emotionen war. Und ja, es ist immer einfacher mit einem Sieg im Rücken zum nächsten Rennen zu kommen als mit einer Niederlage.
Was bedeutet das Resultat im Titelkampf?

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Sie vermeiden weiter konsequent das Weltmeister-Wort. Es sind nur noch sechs Rennen und Sie liegen in der WM vorne. Wann wird sich das also ändern?
(grinst) Es funktioniert doch so, also warum soll ich es anders machen? Ich denke nicht daran. Es hilft mir, nur an das Wochenende zu denken und heute freue ich mich über den Sieg. Den werden wir jetzt feiern, wenn auch nicht zu hart...
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