Formel 1: Bremsprobleme bei Mercedes
Sekunden entscheiden Strategie-Krimi

Der Singapur GP lieferte die erhoffte Spannung an der Spitze: Bremsprobleme bei Mercedes und eine Sekunden-Entscheidung im Strategie-Krimi um den Sieg.
Bild: Picture-Alliance
- Frederik Hackbarth
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Formel-1-Seriensieger Mercedes hat seine Gegner auch in Singapur schlagen können. Doch das Rennen im Stadtstaat war wie erwartet eines der knapperen Sorte. Mit gerade einmal 0,4 Sekunden Vorsprung rettete sich Sieger Nico Rosberg über den Zielstrich, ehe bei den Silberpfeilen die Jubelstürme ausbrachen. Für das enge Finish hatte einerseits gesorgt, dass Mercedes das ganze Rennen über die Bremsen managen musste, andererseits der Strategie-Poker am Ende... und wie mancher Experte meinte, sogar die Silberpfeile selbst.
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„Damit haben wir ausgelöst, dass Daniel (Ricciardo; d. Red.) ebenfalls nochmals stoppen konnte, weil er anschließend nach hinten den Rücken frei hatte“, räumte Mercedes-Sportchef Toto Wolff mit Blick auf Brundles Aussage ein, fügte aber auch hinzu: „Am Ende ist es aufgegangen, denn wir sind Erster und Dritter. Es war eine schwierige Entscheidung, aber die richtige.“

Eng: Rosberg hatte im Ziel nur 0,4 Sekunden Vorsprung
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Der Vorsprung des Deutschen von weit über 20 Sekunden schmolz danach Runde um Runde dramatisch. Rosberg war auf alten weichen Reifen unterwegs, Ricciardo machte mit neuen Supersofts pro Runde zwischen drei und vier Sekunden gut. Die Pace konnte der Australier allerdings nicht ganz bis zum Ende durchhalten, irgendwann bauten auch seine Reifen leicht ab. Und: Mercedes hatte noch etwas in der Hinterhand.

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Für Hamilton war das Management der Bremsen noch schwerer, weil er anders als Rosberg meistens „keine freie Fahrt hatte“, so Wolff. Der Brite selbst zog daher ein nüchternes Fazit unter sein Rennen. „Unter den Voraussetzungen war mir schon nach Kurve eins klar, dass ich nicht mehr um den Sieg fahren kann. Ich habe zwar noch versucht, nach vorne zu kommen, aber eine wirkliche Chance gab es nicht. Sonst hätte ich sie genutzt.“

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