Nico Rosberg: Das Leben nach dem Titel

Formel 1: Rosberg über Vettel

"Vettel hat der Support gefehlt"

Nico Rosberg im Exklusivinterview über die Formel-1-Saison 2019, den Mercedes-Erfolg, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel bei Ferrari.
Wie kann Sebastian Vettel Lewis Hamilton 2019 schlagen?
Nico Rosberg (34): Er muss eine perfekte Saison hinlegen, er muss die volle Unterstützung von Ferrari haben und er muss schauen, dass sein neuer Teamkollege Charles Leclerc ihn nicht zu sehr ärgert. Auf das Duell freue ich mich schon. Denn Leclerc wird auch selbst beweisen wollen, dass er zurecht im Ferrari sitzt. Aber: Der Wechsel an der Teamspitze wird sich positiv auf Sebastian auswirken. Den Titel 2018 hat er auch verloren, weil ihm der hundertprozentige Support fehlte. Das dürfte sich jetzt geändert haben.
Und wenn es trotzdem wieder nicht klappt; ist es dann vorstellbar, dass er zu Mercedes flieht?
Mercedes ist immer ein Thema, aber neben Lewis wird das eher schwierig.
Mercedes fährt 2019 im zehnten Jahr als Werksteam, hat fünf Double-Titel (Fahrer- und Konstrukteurs-WM; d. Red.) geholt. Wie besonders ist das?
Das ist historisch in der Sportgeschichte. Der Konkurrenzkampf ist so groß und so lange an der Spitze zu bleiben, ist eine enorme Leistung. Es ist die eine Sache zu gewinnen, aber eine andere zu dominieren. Was ja auch ein Michael Schumacher geschafft hat. Besonders bemerkenswert: Der Nummer-1-Techniker, Paddy Lowe, wurde nach drei Jahren sogar ausgewechselt. Das Nicht-stehen-zu-bleiben ist die große Kunst, die Toto (Wolff) und Niki (Lauda; d. Red.) geschafft haben. Sich immer zu hinterfragen, mutig zu bleiben und Änderungen vorzunehmen, wenn die Zeit reif ist. Das muss man honorieren.
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Sie waren seit 2010 dabei. Wann haben Sie das erste Mal gespürt, was sich da entwickelt?
Das war im Jahr 2013, auf einmal haben wir aus dem Nirgendwo ein echt gutes Auto ergattert. Und da muss man Ross Brawn (Teamchef von 2010 bis 2013; d. Red.) Respekt zollen, denn er hat zwei Schlüsselpersonen geholt: Mike Elliot und Aldo Costa.
Und Michael Schumacher?
Michael UND ich, wir hatten beide unseren Anteil. Wir haben beide gepusht ohne Ende und versucht alle Stellschrauben zu drehen. Das macht mich auch jetzt noch sehr stolz, weil ich ja von Tag eins an dabei war, Tiefen mitgemacht habe und am Ende den größten Erfolg erleben durfte.

Sebastian Vettel mit dem neuen Ferrari Teamchef Mattia Binotto.

Dabei haben Sie mit Lewis Hamilton den derzeit besten Formel-1-Fahrer geschlagen. Ist der Titel mit diesem Wissen noch mehr wert?

Nein. Ich wusste damals schon, wie gut er ist. Seine Titel nach 2016 ändern nichts daran. Es war perfekt, dass ich ihn als Teamkollegen hatte, weil ich gerade ihn im gleichen Auto schlagen konnte.
Ihr Nachfolger Valtteri Bottas hat das bislang nicht geschafft. Hat er überhaupt eine Chance?
In Einzelfällen definitiv. Über eine ganze Saison gesehen ist das wieder eine andere Sache. Aber auch da: Wenn Lewis mal nicht das Top-Auto hat, kann die Motivation schnell mal weg sein. Und dass Lewis solche Phasen hat, wo er dann auch in Leistungslöcher fällt, wissen wir ja.

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Autor: Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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