Formel 1: Saisonrückblick 2016
Die Tops und Flops

Die mit 21 Rennen längste Formel-1-Saison hat sein Ende gefunden. Wir haben die Tops und Flops des Jahres zusammengetragen.
Bild: Picture-alliance
- Michael Zeitler
Die Tops des Jahres
1. Nico Rosberg: Zwei Niederlagen haben Nico Rosberg nicht geschwächt, ganz im Gegenteil. Der Deutsche hat im dritten Jahr des Mega-Duells gegen Lewis Hamilton zurückgeschlagen. „Ihn zu besiegen, war unfassbar hart. Ich bin im Winter jeden Tag Kart gefahren, habe morgens und abends Mental-Training gemacht“, bilanziert der neue Weltmeister. Das Resultat: Rosberg blieb annähernd fehlerfrei, Hamilton dagegen setzte seinen Mercedes W07 Hybrid im Baku-Quali an die Wand und vergeigte gleich fünf Mal den Start.
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2. Max Verstappen: Auf keinen trifft der Begriff Senkrechtstarter mehr zu als auf Max Verstappen. Zur Erinnerung: 2013 fuhr der Niederländer noch Kart! Es ging direkt in die Formel 3, von der Formel 3 direkt in die Formel 1 und 2016 während der laufenden Saison in das Topteam Red Bull. Verstappen stand vor allem wegen der Brutalität seiner Manöver mehrfach unter Beschuss der Fahrerkollegen. Doch der 19-Jährige zeigt, dass er dem Druck gewachsen ist, gewinnt in Spanien seinen ersten Grand Prix, macht kaum Fehler und fährt auf Augenhöhe mit Teamkollege Daniel Ricciardo.

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4. Pascal Wehrlein: Zweifelsohne war Pascal Wehrlein 2016 der beste Rookie. Zwar konnte der Deutsche noch nicht alle Kritiker mundtot machen, aber mit einem WM-Punkt, fünf Einzügen in den zweiten Qualiabschnitt und mit dem Besiegen seiner Teamkollegen Rio Haryanto und Esteban Ocon hat Wehrlein eine starke Saison gezeigt.
5. Haas: Gleich Rang sechs beim Einstand durch Romain Grosjean – das Haas-Team beeindruckte beim GP-Debüt. Am Ende landeten die Amerikaner sogar auf Rang acht der Konstrukteurswertung und waren damit die besten Neueinsteiger seit dem Sauber-Team 1993 (Rang sieben). Ganz reibungslos verlief die Saison dann aber doch nicht: Bremsprobleme, Reifenmanagement, Strategiefehler – Haas muss noch lernen.
Die Flops des Jahres
1. Ferrari: Drei Siege, WM-Rang zwei – das war die Ferrari-Bilanz 2015. Doch anstatt Mercedes weiter herauszufordern, rutschte Ferrari zurück: kein Sieg, Red Bull ist vorbeigezogen. Sebastian Vettel verliert zudem das Quali-Duell gegen Kimi Räikkönen. Er scheint mehr zu wollen, als der Ferrari SF16-H hergibt. Ab und an kann der Ferrari glänzen, meistens wenn es warm ist und keiner damit rechnet. Die Entwicklung nach dem Weggang von Technikchef James Allison stagnierte. Die Teamführung setzte die Mannschaft außerdem unnötig unter Druck. Das geht in Italien meistens schief.
2. Williams: Es war die 20. Formel-1-Saison ohne WM-Titel für das Traditionsteam. Auch wenn Claire Williams anderer Meinung ist: Als reinrassiges Privatteam konnte Williams die Topteams mit den horrenden Budgets zumindest 2016 nicht mehr herausfordern. Viel schlimmer: Williams verlor auch das Mercedes-Kundenduell gegen Force India.
3. Daniil Kvyat: Gleich zwei Mal fuhr Daniil Kvyat den Ferrari-Pilot Sebastian Vettel beim Russland-GP über den Haufen. Das war zu viel des Guten: Red Bull holte Max Verstappen und versetzte Kvyat zurück zu Toro Rosso. Auch da tat er sich gegen Carlos Sainz schwer: Während der Spanier in der gemeinsamen Toro-Rosso-Zeit 42 Punkte holte, kam Kvyat gerade mal auf vier Pünktchen. Doch Red Bull weiß, dass der Russe mehr kann: 2017 bekommt er eine neue Chance.
4. Bernie Ecclestone: Noch im ersten Quartal 2017 soll der Verkauf der Formel-1-Rechte an Liberty Media abgeschlossen sein. Dann hat die Formel 1 einen neuen Besitzer. Für Bernie Ecclestone bedeutet das natürlich eine herbe Niederlage – die Macht des 86-jährigen Formel-1-Zampanos schrumpft damit immer mehr...
5. Ron Dennis: Er führte McLaren zu großen Erfolgen, zahlreichen Siegen und einigen WM-Titeln. Doch die Ära Ron Dennis hat nun ein Ende gefunden. Der Brite verlor einen Machtkampf bei McLaren. Eine Übernahme des Teams durch Dennis mit seinen chinesischen Investoren scheiterte, nun muss der Brite nach 34 Jahren bei McLaren den Chef-Posten an Zak Brown abtreten.
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