Formel 1: Schumacher-Chance bei Williams
Verhilft dieser Crash Mick Schumacher zum F1-Comeback?

Bild: Sulay Kelly / Mercedes
Unverhofft kommt oft: Der heftige Crash von Williams-Pilot Logan Sargeant im dritten freien Training zum Großen Preis der Niederlande könnte Mick Schumacher zu einem schneller als erwarteteten Formel-1-Comeback verhelfen.
Hintergrund: Sargeant hatte seinen Williams bei Tempo 200 auf nasser Fahrbahn verloren und ist rückwärts heftig in die Bande geknallt. Der Crash war so folgenschwer, dass das Auto Feuer fing. An einen Start im Qualifying war nicht zu denken. Der Schaden: mehrere 100.000 Euro.
Das Problem: Es war nicht das erste Mal, dass der US-Boy crashte. Williams-Teamchef James Vowles sagte deshalb völlig frustriert bei Sky: "Es wurden Hunderte von Stunden in das Update investiert, es sieht aus, als würde es funktionieren, aber es gibt nur wenige davon auf der Welt. Am schlimmsten ist es, wenn man es gerade erst eingeführt hat und es auf der Rennstrecke in die Wand fährt."
Wolff bringt Schumacher bei Williams ins Spiel
Allein: Eine emotionale Entscheidung wolle er jetzt nicht treffen, betonte der ehemalige Mercedes-Strategiechef. Doch allein seine verbal formulierte Wut bewies das Gegenteil. Mercedes-Teamchef Toto Wolff legte entsprechend nach: Auf Mick Schumachers Zukunft angesprochen machte der Wiener Ex-Chef von Vowles aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Logan Sargeant crasht sich in Zandvoort ins Aus. Profitiert Mick Schumacher und bekommt sein Williams-Cockpit?
Bild: F1 / X
Wolff spontan bei Sky: "Ich kann es schwer beurteilen. Audi ist das einzige Team, das seinen zweiten Fahrer noch nicht benannt hat. Und ich weiß auch nicht, was Williams machen wird nach dem heutigen Debakel."
Mehr noch: Die Rahmenbedingungen stimmen. Als Mercedes-Reservepilot ist der Deutsche auch bei McLaren und eben Williams als Testfahrer vorgesehen. Eine entsprechende Sitzschale existiert beim britischen Traditionsteam deshalb bereits für den Sohn des Rekordweltmeisters Michael Schumacher. Dazu kommt – und sicher kein Nachteil: Den Mercedes-Motor im Williams kennt Mick mittlerweile wie seine Westentasche.
Schumacher und Williams: Konkurrenz fehlt
Und: Die Konkurrenz hält sich in Grenzen. Liam Lawson, der zunächst ebenfalls als Sargeant-Ersatz genannt wurde, erhält nach AUTO BILD-Informationen von Red Bull keine vollständige Freigabe für den kompletten Rest der Saison. Außerdem dürfte Mercedes es nicht gerne sehen, wenn ein Red Bull-Pilot in die Geheimnisse des Antriebs aus Stuttgart eingeweiht wird.
Der andere Kandidat, Williams-Junior Franco Colapinto (21/ARG), fährt aktuell in der Formel 2 und hat kaum Formel-1-Erfahrung.
Spannend auch: Schon vor zwei Jahren feierte Nyck de Vries in Monza sein Formel-1-Debüt im Williams und überzeugte mit Platz neun so sehr, dass AlphaTauri ihm ein Jahr später ein Vollzeitcockpit anbot.
Verhilft das Schicksal diesmal Mick Schumacher zu seinem Comeback in der Königsklasse? Viel spricht dafür.
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