Formel 1: Schumi-Comeback
Erster Test

In drei Wochen feiert Michael Schumacher sein Comeback. Bereits jetzt fährt er wieder in einem Formel-1-Ferrari im italienischen Mugello. Doch dadurch droht schon mächtig Ärger mit der FIA.
Mugello, 31. Juli 2009, 10:16 Uhr. Nur zwei Tage nach der Bekanntgabe seines Comebacks in der Formel 1 hat für Michael Schumacher (40) der Ernst des Berufslebens eines Profirennfahrers begonnen. Mit einem ersten Test. Es gilt, sich an die Geschwindigkeit zu gewöhnen, Boxenstopps zu simulieren. Um 11.50 Uhr standen Startübungen auf dem Programm. Erstmals seit seinem letzten Test im Dezember 2008 sitzt der Rekord-Weltmeister wieder in einem Formel-1-Ferrari. Eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt ein Motorrad-Test laufen. Den hat der Rennstreckenbetreiber kurzerhand abgesagt. Freie Bahn für Schumi. Bis zur Mittagspause um 13:15 Uhr spulte der Kerpener bereits 35 Runden ab. Bei 5,245 Kilometer Streckenlänge bedeutet das eine Distanz von 183,575 Kilometern. Bei seinem Comeback muss Schumi eine Renndistanz von 308,883 Kilometern durchhalten. Weil für aktuelle Boliden allerdings derzeit ein Testverbot herrscht, musste Ferrari nach einer Möglichkeit suchen, damit Schumi sich trotzdem im Auto auf den Großen Preis von Europa in Valencia/Spanien (21.-23. August) vorbereiten kann.
Schlupfloch alter Rennwagen
Das Schlupfloch heißt F1 Clienti. Diese spezielle Abteilung von Ferrari kümmert sich ausschließlich um die Restaurierung und Betreuung historischer Ferrari-Rennwagen. Schumacher fährt in Mugello einen F1-Ferrari Baujahr 2007. Damit ist das F1-Team von Ferrari aus dem Schneider. Inzwischen hat Ferrari-F1-Teammanager Massimo Rivola bei allen restlichen Formel-1-Teamchefs angefragt, ob sie mit einem Test von Michael Schumacher im aktuellen Modell F60 einverstanden wären. Nur wenn alle Teamchefs dem zustimmen, könnte Schumi möglicherweise schon vor dem Grand Prix von Europa sein neues Einsatzauto ausprobieren. Nicht zuletzt auch wegen der für Schumi völlig neuen Komponente KERS wäre das extrem wichtig. Einige Teams haben ihre Zustimmung bereits signalisiert. Lediglich Red Bull, Williams und Force India zieren sich noch.
Verstößt Schumi-Test gegen FIA-Regeln?

Bild: Bianca Garloff
Simulator-Fahrt bereits gelaufen
Michael Schumacher hat sich am 30. Juli 2009 in Maranello im Simulator auf seinen ersten echten Test vorbereitet. In stundenlangen Sitzungen mit den Ingenieuren hat er sich mit allen notwendigen technischen Daten vertraut gemacht. Der siebenmalige F1-Weltmeister kam am 31. Juli um 9:30 Uhr mit dem Hubschrauber in Mugello an. Die hügelige Rennstrecke in der Toskana gilt landschaftlich als die vielleicht schönste der Welt. Ein guter Platz, um zu arbeiten. Und das soll Schumi in aller Ruhe tun können. Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen. Journalisten wird der Zutritt zur Strecke verwehrt, Fotografen mit einem Sichtschutz das Leben schwer gemacht. Wohl dem, der eine Leiter im Handgepäck hat.
Insgesamt absolvierte Michael Schumacher bei seinem ersten echten F1-Test nach über einem halben Jahr mehr als 60 Runden. Das sind rund 315 Kilometer, mithin mehr als die ihm bevorstehende Renndistanz in Valencia (308,883 Kilometer). Eine von uns handgestoppte Zeit einer willkürlich ausgewählten Runde: 1.24,5 Minuten. Noch ein gutes Stück weg vom inoffiziellen Rundenrekord aus dem Jahr 2004 (1.18,704 Min.). Wichtigste Erkenntnis für Schumi nach dem ersten Tag: Die Verletzung nach seinem Motorrad-Unfall bereitet ihm offensichtlich keine Probleme mehr.
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