Mit dem Regenbogen-Fahrrad radelte Sebastian Vettel (35) am Donnerstag ins Fahrerlager von Le Castellet. Der Heppenheimer setzt sich weiter für das Wahre, Schöne, Gute ein. Und er weiß das gekonnt mit seinem Faible für die Historie der Formel 1 zu verbinden.
Hintergrund: Am Sonntag darf er erneut Demorunden in einem legendären Rennwagen drehen. Vettel soll den Aston Martin-GP steuern, der erstmals vor 100 Jahren am Start stand. Am 15. Juli 1922 – ebenfalls auf französischem Boden in Straßbourg  – wurde der Wagen von Clive Gallop und Louis Zborowski gefahren.
Allein: Vettel wäre nicht Vettel, wenn er dem Oldtimer keinen nachhaltigen Anstrich verpassen würde: Der Rennwagen wird mit jenem CO2-neutralen Sprit befeuert, den schon Nigel Mansells FW14B in Silverstone angetrieben hat.
„Ich freue mich sehr“, sagt der Heppenheimer. „Es ist ein ganz altes Auto und es wird auf jeden Fall ganz anders zu fahren sein, als das was ich üblicherweise fahre oder was ich kenne. Es trägt sehr viel Geschichte in sich und dass es überhaupt noch existiert, fährt und in so gutem Zustand ist, ist super.“
Vettels Hauptaugenmerk liegt auf der Gegenwart.

Trotz aller Nebengeräusche: Vettels Hauptaugenmerk liegt auf der Gegenwart. „Wir haben ein Update nach Silverstone gebracht und haben das immer noch nicht ganz verstanden“, verrät er bezogen auf seinen AMR22. „Ich hoffe, Paul Ricard bringt uns dabei weiter und wieder ins Mittelfeld.“
Für Aston Martin wird es eine neue Chance, Vettel vom Potential des Teams zu überzeugen. Im Interview mit F1-Insider.com betonte Teamchef Mike Krack, er wolle den Deutschen unbedingt halten. Aber will auch Vettel eine weitere Saison in der Königsklasse dranhängen?
„Ich fahre an diesem und nächstem Wochenende“, grinst er schelmisch. „Danach werden wir sehen, wo wir stehen. Ich spreche viel mit dem Team und es gibt eine klare Absicht weiterzumachen.“
Gerüchte über einen Wechsel zu McLaren weist Vettel weit von sich (F1-Insider berichtete). Der Deutsche versichert glaubhaft: „Natürlich kenne ich dort ein paar Leute, aber das sind nur Gerüchte.“
Vettel ist der Plan A für Aston Martin und Aston Martin ist Plan A für Vettel. Am Sonntagvormittag richtet sich der Fokus aber zunächst auf die Vergangenheit und den Oldtimer seines Teams. Vettel: „Ich glaube, es wird erst einmal eine Herausforderung sein, überhaupt vom Fleck zu kommen.“

Von

Bianca Garloff