Formel 1: Sorgen um Traditionsteam
Driftet Williams ans Ende des Feldes?

Das Traditionsteam Williams ist der letzte Rennstall mit einem freien Cockpit. Doch das deutet auf finanzielle Engpässe hin.
Bild: Picture-Alliance
- Michael Zeitler
- Bianca Garloff
Das Fahrerfeld für 2018 steht. Fast jedenfalls. Immer noch ist ein Cockpit offen. Der Platz bei Williams neben Lance Stroll. Offiziell zumindest. Denn nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT hat der Russe Sergey Sirotkin bereits einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Zweimal 15 Millionen Euro bringt er dafür mit. Sein Geldgeber: die russische SMP-Bank um die Brüder Boris und Arkady Rotenberg, zwei gute Freunde des russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Paydriver und Gentlemen: Die schlechtesten F1-Fahrer aller Zeiten
Trotzdem ist die Verkündung, wer den Sitz bekommt, auf Januar vertagt worden. Etwa, weil das Geld noch nicht auf den Williams-Konten eingetroffen ist? Hintergrund: SMP ist seit einigen Jahren im Motorsport vertreten, sponsert diverse Fahrer und Teams, baut für 2018 einen LMP1-Prototypen für die Sportwagen-WM. Doch immer wieder stockt der Geldfluss. Mikhail Aleshin hat daher schon mehrmals sein IndyCar-Cockpit verloren.
Deshalb wollte Nico Rosberg zuletzt auch seinen Schützling Robert Kubica wieder zurück ins Spiel bringen. Der Pole war bei den Testfahrten in Abu Dhabi eigentlich zu langsam. Doch angeblich bot Rosberg Williams für die ersten sieben Rennen des Jahres je eine Million Euro. Der Kohle-Poker geht weiter.

Sergey Sirotkin wird 2018 wohl für Williams fahren
Allein die Tatsache, dass Williams das letzte Team mit einem offenen Platz ist, ist ein alarmierendes Zeichen. In den letzten 25 Jahren traf das stets auf Hinterbänkler wie Minardi, Arrows oder Manor zu. Also auf Rennställe, die ums Überleben kämpften.
Dazu passt: Williams fehlen 2018 bis zu 20 Millionen Euro. Mit Randstad und Avanade haben sich zwei Sponsoren verabschiedet. 2017 gab’s zudem noch die Ablösesumme für Valtteri Bottas – elf Millionen Euro mehr also. Das fehlende Geld muss nun mit Bezahlfahrern aufgestockt werden. Auch Lance Stroll zahlt ca. 40 Mio Euro pro Jahr für sein Cockpit.
Das letzte freie Cockpit in den letzten 25 Jahren
1994 Benetton-Ford (Jos Verstappen)
1995 Pacific-Ford (Andrea Montermini)
1996 Minardi-Ford (Taki Inoue)
1997 Minardi-Hart (Jarno Trulli)
1998 Tyrrell-Ford (Ricardo Rosset)
1999 Arrows (Pedro de La Rosa)
2000 Fontmetal Minardi (Gaston Mazzacane)
2001 European Minardi (Tarso Marques)
2002 Arrows-Cosworth (Heinz-Harald Frentzen)
2003 Jordan-Ford (Ralph Firman)
2004 Jordan-Ford (Giorgio Pantano)
2005 Minardi-Cosworth (Patrick Friesacher)
2006 Aguri-Honda (Yuji Ide)
2007 Toro-Rosso-Ferrari (Scott Speed)
2008 Force-India-Ferrari (Adrian Sutil)
2009 Brawn-Mercedes (Rubens Barrichello)
2010 HRT-Cosworth (Bruno Senna)
2011 HRT-Cosworth (Vitantonio Liuzzi)
2012 Caterham-Renault (Vitaly Petrov)
2013 Marussia-Cosworth (Jules Bianchi)
2014 Caterham-Renault (Marcus Ericsson)
2015 Manor-Ferrari (Roberto Merhi)
2016 Manor-Mercedes (Rio Haryanto)
2017 Williams-Mercedes (Felipe Massa)
2018 Williams-Mercedes (Sergey Sirotkin?)
1994 Benetton-Ford (Jos Verstappen)
1995 Pacific-Ford (Andrea Montermini)
1996 Minardi-Ford (Taki Inoue)
1997 Minardi-Hart (Jarno Trulli)
1998 Tyrrell-Ford (Ricardo Rosset)
1999 Arrows (Pedro de La Rosa)
2000 Fontmetal Minardi (Gaston Mazzacane)
2001 European Minardi (Tarso Marques)
2002 Arrows-Cosworth (Heinz-Harald Frentzen)
2003 Jordan-Ford (Ralph Firman)
2004 Jordan-Ford (Giorgio Pantano)
2005 Minardi-Cosworth (Patrick Friesacher)
2006 Aguri-Honda (Yuji Ide)
2007 Toro-Rosso-Ferrari (Scott Speed)
2008 Force-India-Ferrari (Adrian Sutil)
2009 Brawn-Mercedes (Rubens Barrichello)
2010 HRT-Cosworth (Bruno Senna)
2011 HRT-Cosworth (Vitantonio Liuzzi)
2012 Caterham-Renault (Vitaly Petrov)
2013 Marussia-Cosworth (Jules Bianchi)
2014 Caterham-Renault (Marcus Ericsson)
2015 Manor-Ferrari (Roberto Merhi)
2016 Manor-Mercedes (Rio Haryanto)
2017 Williams-Mercedes (Felipe Massa)
2018 Williams-Mercedes (Sergey Sirotkin?)
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