Formel 1: Technik beim Singapur GP
Das offene Mercedes-Geheimnis

Unser Zeichner Paolo Filisetti analysiert die Technik-Neuheiten der Formel 1. Diesmal: ein mysteriöses Dämpfersystem am Mercedes beim Singapur GP.
Bild: Paolo Filisetti / Picture-Alliance / Mercedes
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Die Vorderradaufhängung des Mercedes war Technik-Gesprächsthema Nummer eins im Fahrerlager von Singapur. Eine hydraulisch gesteuerte Rollsteifigkeits- und Bodenfreiheitskontrolle wurde von Verschwörungstheoretikern als DAS Erfolgsgeheimnis des Silberpfeils verkauft. Sogar die Legalität des Systems wurde kurzzeitig infrage gestellt.
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Mercedes-Technikchef Paddy Lowe gibt sich entspannt
Worum geht es genau? Technikdetail Nummer eins: Der vordere Bereich der Chassisröhre ist beim Mercedes in zwei Bereiche unterteilt. In die Chassisröhre selbst und die obere Abdeckplatte, die das Silberteam aber ebenfalls als Teil des Chassis interpretiert. So haben die Ingenieure eine Plattform innerhalb des Chassis geschaffen, in der einerseits die Röhren für den S-Schacht (leitet Luft von der Unterseite der Nase nach oben und sorgt so dafür, dass der Luftstrom nicht abreißt), andererseits aber auch ein Hydraulikelement untergebracht sind, dass linke und rechte Radaufhängung miteinander verbindet.

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Technikchef Lowe: "Unser Geheimnis ist kein einzelnes Element, sondern vielmehr das optimale Zusammenspiel aller Teile - von Reifen, Chassis und Antrieb also. Das Auto ist das Produkt der großartigsten Ingenieursarbeit, die ich bisher erlebt habe."

Mercedes testete bereits mit den Pirelli-Pneus für 2017
Trotzdem wagt der Brite eine Prognose: "Bis fünf Sekunden pro Runde sollten wir nächstes Jahr schneller sein." Das ergaben erste Computersimulationen von Mercedes.
Mercedes will sich beim Bau des neuen Autos auf die gewohnten Tugenden verlassen und die Philosophie der vergangen Jahre beibehalten. Das heißt: Das Auto wird wieder in extrem enger Zusammenarbeit zwischen den Motortechnikern in Brixworth und den Chassisfachleuten in Brackley entwickelt.
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