Formel 1: Technologietransfer
5 Dinge, die Mercedes aus der Formel 1 lernt

Die Königsklasse ist mehr als nur Marketing. Sie ist das schnellste Entwicklungslabor der Welt. Wir zeigen warum
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
Der Erfolg gibt Mercedes recht. Fünf Konstrukteurs-Titeln in Folge lautet die Bilanz von 2014 bis 2018. Die WM 2017 gab‘s zum Schnäppchenpreis von 69 Millionen Euro. So viel wanderte von Daimler in die Fabrik nach Brackley. Den Rest des 350-Mio.-Euro-Teambudgets holte man sich von Sponsoren und aus dem Formel-1-TV-Topf. Trotzdem ist das Engagement der Silberpfeile in der Königsklasse kein Selbstzweck. Und auch keine reine Marketingveranstaltung. Für Mercedes ist die Formel 1 das schnellste Entwicklungslabor der Welt. ABMS erklärt fünf wichtige Bereiche des Technologietransfers.

Die Fahrzeugteile werden zunächst via Computer-Programmen simuliert
Neue Reifen für 2019: Vorteil für Mercedes?
Datentransfer: Ein Formel-1-Auto zeichnet über Hunderte von Sensoren Tausende Daten auf: Fliehkräfte, Temperaturen, Drücke. Immer wichtiger werden aber auch die Reifen. Mercedes nutzt deshalb ein Infrarot-Überwachungssystem, um den Abbau zu kontrollieren. Damit im Training keine wertvolle Zeit für den Datentransfer per Kabel verloren geht, überträgt der Silberpfeil bereits vor Einfahrt in die Garage Daten mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu 1,9 Gbits pro Sekunde. Heißt: Die kabellose Übertragung eines Gigabytes würde weniger als fünf Sekunden dauern. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum vernetzten Auto.
In der Bildergalerie nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch das Mercedes-Formel-1-Werk:
Datenverarbeitung: Temperaturschwankungen, Vibrationen, Kohlefaserstaub – Computer haben in der Formel 1 kein angenehmes Leben. Heißt auch: Server, die in der Mercedes-Box getestet wurden, sind auch robust genug für Flugzeuge, Lkw oder Kreuzfahrtschiffe. Wichtiger noch: Sie kommen sogar in der Medizin zum Einsatz, wo riesige Datenmengen aus Gen-Analysen oder Röntgengeräten verarbeitet werden.
Digitales Ingenieurswesen: Pro Woche produziert Mercedes im De-
signbüro, Windkanal oder auf Prüfständen fünf bis zehn Terabyte Daten. Im Laufe eines Jahres summiert sich das auf 350 Terabyte. Zu viel für uns Menschen, um da noch durchzublicken. Stattdessen erkennen rechnergestützte Rohdatenanalysen Muster, die auf Trends oder Defekte von Fahrzeugkomponenten hindeuten. In der Formel 1 kann das bedeuten, dass Lewis Hamilton seinen Silberpfeil abstellen muss. Im wahren Leben zeigt Ihnen Ihr Auto an, dass Sie zum Service müssen.
signbüro, Windkanal oder auf Prüfständen fünf bis zehn Terabyte Daten. Im Laufe eines Jahres summiert sich das auf 350 Terabyte. Zu viel für uns Menschen, um da noch durchzublicken. Stattdessen erkennen rechnergestützte Rohdatenanalysen Muster, die auf Trends oder Defekte von Fahrzeugkomponenten hindeuten. In der Formel 1 kann das bedeuten, dass Lewis Hamilton seinen Silberpfeil abstellen muss. Im wahren Leben zeigt Ihnen Ihr Auto an, dass Sie zum Service müssen.
Produktionstechniken: Ein Formel-1-Auto ist ein Prototyp, der wöchentlich neue Teile bekommt. Diese müssen am Computer nicht nur schnellstens entwickelt, sondern auch getestet und aus Materialien wie Kohlefaser oder Kunstharz gebaut werden. Die heutige Formel-1-Welt ist somit ein perfektes Umfeld, um die Produktion von immer individuelleren Pkw von morgen im kleinen Stil zu testen.
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