Ab 2021 greift in der Formel 1 die Budgetobergrenze von 175 Millionen Dollar. Das heißt auch: In dieser Saison greifen die Teams noch mal richtig tief in die Tasche. Einerseits, um das aktuelle Auto zu bauen und weiterzuentwickeln. Andererseits, um den 2021-Renner nach neuen Regeln zu konstruieren und zu perfektionieren.
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Grund: Noch kann das Geld ohne Einschränkungen in den Bau des 2021-Autos gesteckt werden. Die letzte Chance, einen signifikanten Unterschied für die nächste Saison zu machen!
Auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bestätigt, dass 2020 für die Scuderia "signifikant teurer" als das Jahr 2019 werde. "Wir alle haben (das Auto für 2021) sehr früh begonnen", erklärt der Capo. Daher sei 2020 ein "Extrabudget" notwendig. Binotto: "Es geht nicht nur um Geld, auch um Ressourcen."
Ferrari erhöht Budget
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto
Da davon auszugehen ist, dass auch Red Bull und Mercedes tiefer in die eigene Tasche greifen, muss Ferrari noch eine weitere Baustelle besser beackern als die Konkurrenz. Dabei geht es um die Taktik auf dem politischen Spielfeld der Formel 1 – 2019 noch eine Schwäche der Scuderia.
"Die Formel 1 ist nicht nur eine technische und sportliche Herausforderung, sondern auch eine politische", weiß Binotto. "Das hat wohl eine unserer Schwächen in der Saison gezeigt."
Hintergrund: Ferrari stand besonders ab der zweiten Saisonhälfte unter verbalem Beschuss. Anlass waren Spekulationen über den Power-Vorteil auf den Geraden. Die gipfelten in Max Verstappens Anschuldigung nach Ferraris schlechter Leistung beim GP der USA: „Das passiert, wenn man aufhört zu betrügen.“
Binotto bei motorsport.com: "Wir sind nicht gut genug in Polemik. Da gibt es Leute, die besser sind. Sie verwenden die Medien dazu, Druck aufzubauen. Wir müssen verstehen, wie wir das besser machen können und in Zukunft besser agieren, denn das ist auch Teil des Kräfteverhältnisses in einer Saison."
Als Kompliment für die Leistung hat Binotto die Nadelstiche der Konkurrenz deshalb auch nicht aufgefasst: "Das ist für mich polemisch. Sie zeigen mit den Fingern auf uns. Dabei geht es nur darum, Druck aufzubauen."

Von

Ralf Bach
Bianca Garloff