Die Formel 1 ist 2017 tatsächlich schwieriger geworden. Das sagen nicht nur die Fahrer, das lässt sich auch belegen. Denn: Die Abstände zwischen den Piloten sind deutlich größer geworden. Williams ist derzeit Konstrukteurs-Sechster – aber nur Felipe Massa hat bisher für das Traditionsteam Punkte geholt. Neuling Lance Stroll hechelt hinterher. Es zeigt sich: Der Aufstieg aus der Formel 3 ohne die Umschweife in die Formel 2 ist schwieriger als mit den langsameren Flitzern, die bis 2016 zum Einsatz kamen. In der Formel 3 wurde Stroll immerhin Europameister.
Neue Autos trennt Spreu vom Weizen
Vandoorne landete nach einer Kollision mit Massa im Kiesbett
Am enttäuschendsten ist aber die Darbietung von Stoffel Vandoorne. Gewiss: Mit dem schwächelnden McLaren-Honda hat der Belgier kein Siegmaterial. Aber gegenüber Weltmeister Fernando Alonso fällt er deutlich ab. Pro Qualifying im Schnitt um mehr als eine halbe Sekunde. Dabei galt Vandoorne als großes Talent, wurde 2015 überzeugend GP2-Meister (jetzt Formel 2), holte gleich bei seinem ersten Grand Prix 2016 in Bahrain als Alonso-Ersatz auf Anhieb Punkte. In Barcelona leistete er sich einen peinlichen Crash mit Massa. „Aber ich war auf der Gerade mit diesem Motor so langsam, ich hab ihn einfach noch nicht so schnell neben mir erwartet“, schiebt er die Schuld auf die mangelnden PS.
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Am peinlichsten sind derzeit die Leistungen von Jolyon Palmer. Addiert man alle Quali-Zeiten zusammen, summiert sich der Rückstand auf Nico Hülkenberg bereits auf 6,7 Sekunden – im Schnitt ist er pro Qualifying also 1,3 Sekunden langsamer als Hülkenberg! Mit Sergey Sirotkin, Nicholas Latifi und Oliver Rowland hat Renault drei routinierte Nachwuchsfahrer unter Vertrag. Alle drei könnten Palmer noch in dieser Saison ersetzen. Aber auch diese drei sind keine Überflieger – und würden daher bei einem vorzeitigen Einsatz mit der neuen Formel 1 auch ihre Schwierigkeiten haben.

Von

Michael Zeitler