Formel 1: Verstappen siegt in Sepang
Vettel nach Aufholjagd Vierter

Red Bull zu stark für Mercedes: Max Verstappen gewinnt den Malaysia GP vor Lewis Hamilton. Sebastian Vettel wird nach Aufholjagd noch Vierter.
Bild: Picture-Alliance / Sky Sports
- Frederik Hackbarth
- Ralf Bach
- Bianca Garloff
Sebastian Vettel verliert trotz einer furiosen Aufholjagd in Malaysia weiter Boden im Kampf um den WM-Titel. Der Ferrari-Star stürmt beim zweiten Formel-1-Sieg von Max Verstappen im Red Bull nach dem Motordefekt in der Qualifikation von ganz hinten noch auf Rang vier. Da Lewis Hamilton im Mercedes aber fünf Grand Prix vor Saisonende am Sonntag in Sepang einen ungefährdeten zweiten Rang einfährt, wächst der Rückstand Vettels auf den WM-Spitzenreiter auf 34 Punkte an.
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Keine Chance hat der von der Pole gestartete Brite bereits früh im Rennen gegen die Pace von Verstappens Red Bull. Der Holländer überholt schon in Runde drei, baut seinen Vorsprung danach komfortabel aus und macht sich nach 56 Runden ein nachträgliches Geschenk zum 20. Geburtstag.

Verstappens Pace im Rennen war zu stark für Hamilton
Auch der andere Red-Bull-Fahrer darf im Ziel feiern: Vorjahressieger Daniel Ricciardo wird Dritter, wehrt dabei eine späte Attacke von Vettel ab.
Kurios wird es nach der Zieldurchfahrt: Auf der Auslaufrunde crasht Vettel mit Williams-Pilot Lance Stroll, der den Deutschen übersieht. Mit weggeklapptem Hinterrad strandet Vettel auf der Strecke und wird schließlich von Landsmann Pascal Wehrlein mit zur Box genommen. Der Sauber-Pilot beendet das Rennen als 17., eine Position hinter Landsmann Nico Hülkenberg im Renault.
Erneut große Probleme gibt es am Sonntag am zweiten Ferrari von Kimi Räikkönen. Der Finne, eigentlich als Zweiter qualifiziert, kann das Rennen wegen eines technischen Defekts offenbar wie Vettel tags zuvor am Turbolader nicht einmal aufnehmen. Der Weg am Start schien deswegen schon frei für WM-Leader Hamilton. Doch gegen Red Bulls Pace war am Sonntag für die Silberpfeile kein Kraut gewachsen.
So lief der Samstag
Das Pech geht weiter für Sebastian Vettel... Nachdem sein Verbrennungsmotor wegen Elektrikproblemen am Samstag zwischen drittem Training und Qualifying getauscht werden musste, lässt der Antrieb Vettel in der ersten Qualifyingrunde erneut im Stich!
„Ich humple zurück zur Box“, funkt der Heppenheimer, nachdem seine Zeit im Mittelsektor bereits extrem langsam war. Seine Erklärung: „Es fühlt sich so an, als hätte ich keinen Turbo.“
Daraufhin Hektik in der Ferrari-Box. Kurz vor Schluss sieht es sogar noch so aus, als könne Vettel doch noch mal auf die Bahn geschickt werden. Dann wird auch der zweite Versuch abgeblasen. Der Hesse startet damit am Sonntag von ganz hinten in den Malaysia GP.
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Bitter: Sebastian Vettel scheidet schon nach Q1 aus
Vettel gibt sich trotz des Rückschlags weiter kämpferisch. Raus aus dem Auto klatscht er all seine Mechaniker ab. Bei RTL sagt der Hesse: „Genau wissen wir noch nicht, was los war. Während der Runde habe ich abrupt Leistung verloren. Ich denke, es war der Turbo. Wir konnten das Problem leider nicht beheben. Aber: Wir haben beim letzten Rennen gesehen, wie schnell sich die Dinge ändern können. Ich habe den Jungs gesagt: Wir haben jetzt eben Reifen gespart für morgen. Alles geht voll auf Angriff.“
Vettel hofft auf besondere Umstände: „Hoffnung gibt es immer. Ich denke nicht so viel voraus - morgen ist alles drin, wer weiß, was passiert. Regen, Safety-Car, alles ist möglich.“

Lewis Hamilton lässt sich für seine Rekord-Pole feiern
Der Brite darf feiern, auch weil Vettel-Teamkollege Kimi Räikkönen bis zur letzten Kurve auf Pole-Kurs liegt und sich dann verbremst. 0,045 Sekunden beträgt schließlich der Rückstand des Finnen. Dritter wird Geburtstagskind Max Verstappen vor Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo. Valtteri Bottas schafft es im zweiten Silberpfeil nur auf Platz fünf.
Nico Hülkenberg wird im Renault immerhin Achter, Sauber-Pilot Pascal Wehrlein muss sich mit Platz 18 zufriedengeben.
So lief das Abschlusstraining
Ferrari dominiert auch das dritte Training zum Malaysia GP , die Freude bei den Italienern dürfte zwei Stunden vor dem Qualifying aber gedämpft sein. Denn: Sebastian Vettel ist während der Sitzung mit Elektrikproblemen an seinem Antrieb langsam an die Box gerollt. Wenig später steht fest: Ferrari muss den Motor tauschen. Damit bekommt Vettel den vierten V6 des Jahres eingebaut.
Eigentlich sollte der vierte Joker für eine Ausbaustufe des Motors erst in Japan genutzt werden. Jetzt musste Ferrari den Einbau vorziehen und womöglich ganze sechs Rennen mit dem PS-stärkeren V6 bestreiten. Ob der alte Motor ebenfalls noch eingesetzt werden kann, ist noch unklar. Ein weiteres, neues Triebwerk würde eine Rückversetzung in der Startaufstellung nach sich ziehen.
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Schnellster am Samstagvormittag ist Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen – mit einer Bestzeit von 1:31,880 Minuten, rund eineinhalb Zehntel vor dem zweitplatzierten Heppenheimer. Mercedes, die im Training am Freitag noch große Probleme hatten, ist auch vor dem Qualifying (11.00 Uhr MESZ) noch deutlich langsamer als Ferrari.
Valtteri Bottas wird mit rund vier Zehnteln Rückstand auf Räikkönen Vierter hinter Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, erst hinter Bottas landet WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton mit rund sechs Zehnteln Rückstand. Renault-Pilot Nico Hülkenberg belegt mit fast zwei Sekunden Rückstand den 14. Rang, Pascal Wehrlein ist im unterlegenen Sauber rund drei Sekunden langsamer als die Spitze und wird Letzter.
So lief der Freitag:
Schrecksekunde in Malaysia! Ein ausgehebelter Gullydeckel sorgt für einen Highspeed-Abflug von Romain Grosjean. Vor dem Franzosen fahren bereits Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen über die Drainage, reißen das Teil aus der Verankerung. Als dann Grosjean drüber brettert, schlitzt es den Hinterreifen des Haas auf, der sich unkontrolliert ins Kiesbett dreht und schließlich hart in die Reifenstapel einschlägt.
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Der Gullydeckel zerfetzt den Reifen, Grosjean fliegt ab
Renndirektor Charlie Whiting und Stellvertreter Laurent Meckies fahren raus zur Unfallstelle und checken das große Loch im Kerb. Das herausgebrochene und verbogene Gitter hat ein Streckenposten da bereits entfernt. Für Samstag müssen die Gullydeckel nun verstärkt werden.

Whiting und Meckies besichtigen das Loch im Boden
WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton wird hinter McLaren-Pilot Fernando Alonso nur Sechster, direkt vor Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas. Beide haben bereits 1,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze.
Nico Hülkenberg schafft es im Renault auf den neunten Platz, Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wird 19. und Vorletzter.
So lief das erste Training:
Sebastian Vettel ist beim Formel-1-Auftakttraining zum Grand Prix von Malaysia direkt vor seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton auf Rang fünf gefahren. Der deutsche Ferrari-Pilot war am Freitag auf dem feuchten Sepang International Circuit etwas mehr als zwei Sekunden langsamer als Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Der Niederländer drehte vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo die schnellste Runde.
Dritter auf dem 5,543 Kilometer langen Kurs wurde McLaren-Mann Fernando Alonso vor Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen. Sauber-Pilot Pascal Wehrlein wurde 17., Nico Hülkenberg setzte bei Renault zugunsten des Russen Sergej Sirotkin aus. Wegen heftigen Regens hatte die eineinhalbstündige Einheit erst mit 30 Minuten Verspätung beginnen können.
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