Formel 1: Verstappen wirft Ferrari Betrug vor

Formel 1: Ferraris Saison 2019

Formel 1: Verstappen wirft Ferrari Betrug vor

SchummelvorwĂŒrfe gegen Vettel-Team

Die Formel-1-Konkurrenz wittert Betrug bei Ferrari. Red Bul-Star Max Verstappen spricht sogar offen von Schummelei.
Neben Lewis Hamiltons sechstem WM-Titel war es DAS Thema beim Großen Preis der USA in Austin: SchummelvorwĂŒrfe gegen Ferrari! Hintergrund: Seit der Sommerpause rĂ€tselt die Konkurrenz ĂŒber Ferraris Power-Vorteil von rund 55 PS im Qualifying und am Rennstart. Eine FIA-Anfrage von Red Bull-Chefingenieur Paul Monaghan an FIA-Technikchef Nicolas Tombazis fĂŒhrte in Austin zu einer Technischen Direktive der FIA.
So lief das Rennen in Austin: Hier klicken
Inhalt: Es gibt kein Schlupfloch bei der Messung der maximalen Benzindurchflussmenge (100kg/h). Heißt: Auch wenn der Sensor in den ĂŒblichen Intervallen nicht misst, darf niemand mehr Sprit in die BrennrĂ€ume einspritzen. Im Klartext bedeutet die neue Direktive der FIA: Sollte Ferrari genau das vorher gemacht haben, ist seit Austin Schluss damit.
Zufall oder nicht: Im Großen Preis der USA kamen die roten Renner nicht auf Tempo. FĂŒr Red Bull-Star Max Verstappen ist klar warum. Im Interview mit seinem hollĂ€ndischen Haussender „Ziggo Sport“ greift er Ferrari scharf an:  â€žDas passiert, wenn du aufhören musst, zu schummeln.“ Verstappen wirft Ferrari Betrug vor! Der Sender twitterte die entsprechende Szene sogar.
In der offiziellen FIA-Pressekonferent legt der Red Bull-Star nach – wenn auch etwas sanfter: „Ich bin nicht ĂŒberrascht ĂŒber Ferraris schlechtes Ergebnis. Das hat sicher etwas mit dem Papier von gestern zu tun.“

Die Konkurrenz wittert Betrug bei Ferrari.

Lewis Hamilton hatte schon im Qualifying beobachtet: „Ferrari ist auf den Geraden immer noch besser als wir, hat aber scheinbar Power im Vergleich zu frĂŒher verloren. Es wird interessant sein zu beobachten, ob sich das so fortsetzt.“ Heißt: Auch er vermutet, dass Ferrari seinen PS-Vorteil jetzt nicht mehr ausspielen darf.
Die Grauzone ist nicht mehr grau, sondern schwarz. Der rote Renner gewinnt auf den Geraden zwar immer noch 0,4 Sekunden auf Mercedes und 0,6 auf Red Bull, aber nicht mehr das Doppelte.
Ferrari-Teamchef Mattia Binotto geht nun in die Gegenoffensive. In der Presserunde nach dem Rennen drĂŒckt er auf die TrĂ€nendrĂŒse: „Die Kommentare sind sehr enttĂ€uschend und schlecht fĂŒr den Sport. Sie sollten mit ihren Aussagen etwas vorsichtiger sein. Seb hat am Samstag die Pole knapp verfehlt, und Charles musste auf das dritte Training verzichten und mit einem Ă€lteren Motor fahren. Die Probleme im Rennen lagen NICHT am Motor. Wir hatten einfach keinen Grip. Da ziehen ein paar Leute falsche Schlussfolgerungen.“
Der Italiener gibt das Unschuldslamm, will von Betrug nichts wissen: „Wir haben die Technische Direktive nicht einmal richtig gelesen.“ Der im Vergleich zu vorherigen Rennen geringe Topspeed-Vorteil sei lediglich dem Fakt geschuldet, dass Ferrari in Austin mit mehr Abtrieb fahre. Der bringe auch mehr Luftwiderstand.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff schlĂ€gt sich auf die Seite von Red Bull. Schon am Samstag hatte er betont: "Ich halte es fĂŒr ein sehr starkes Zeichen, dass die FIA eine technische Richtlinie herausgegeben hat, die die Situation mit sehr klaren Worten prĂ€zisiert.“
Konter Binotto: "FrĂŒher hatten andere Teams auch manchmal einen technischen Vorteil, aber da hat niemand mit dem Finger auf sie gezeigt. Jetzt haben wir bei Ferrari einen Vorteil im Bereich der Antriebseinheit. Das ist uns gelungen, weil wir in diesem Bereich hart gearbeitet haben. Es wĂ€re nur fair, wenn sich so mancher seine Kommentare sparen wĂŒrde.“
Fakt ist: Solange kein Team einen Protest einreicht, gilt die Unschuldsvermutung. Doch bei der Ferrari-Konkurrenz heißt es: „Ferraris PS-Vorteil war auf legalem Wege nicht zu bewerkstelligen. Dazu sind die Antriebseinheiten schon zu weit entwickelt.“

Formel 1: Ferraris Saison 2019

Autoren: , Ralf Bach

Fotos: Red Bull Content Pool; Ferrari

Stichworte:

Red Bull Racing

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