Max Verstappen ist außerhalb des Cockpits kein Mann großer Worte. Nach dem Großen Preis von Saudi-Arabien blieb der Red-Bull-Star seiner Linie treu. Zwar fuhr er in Jeddah auf Platz zwei hinter McLaren-Sieger Oscar Piastri ins Ziel, doch eine umstrittene Zeitstrafe von fünf Sekunden sorgte für reichlich Gesprächsstoff – nur nicht bei Verstappen selbst.

Start-Zoff mit Folgen

Die entscheidende Szene schon kurz nach dem Start: Dabei kürzte Verstappen in Kurve durch die Auslaufzone ab – und lag anschließend deutlich vor dem McLaren. Die Rennkommissare werteten das als Vorteil durch Verlassen der Strecke. Die Folge: fünf Sekunden Strafe, die Verstappen beim Boxenstopp in Runde 22 absitzen musste – und wodurch er die Führung an den neuen WM-Leader verlor. Am Ende fehlten ihm nur 2,8 Sekunden auf Sieger Piastri.
Max Verstappen verliert den GP Saudi-Arabien schon am Start.
Bild: Getty Images / Red Bull Content Pool
Im Ziel hielt sich der dreifache Weltmeister auffällig zurück. Im Interview mit Ex-Pilot David Coulthard sagte er nur: „Ich mache es kurz: Danke an die Fans hier in Jeddah, es war ein tolles Wochenende, ich liebe die Strecke. Der Rest ist, wie er ist. Ich freue mich auf Miami.“ Dann verschwand der Niederländer in Richtung Cooldown-Room.
Während des Rennens hatte er sich noch etwas deutlicher geäußert: „Das ist *** schön“, funkte Verstappen hörbar genervt.

Die Angst vor der FIA

Was hinter der Wortkargheit stecken könnte: Kritik am Weltverband FIA oder den Stewards könnte teuer werden. Schon in der Vergangenheit kassierte Verstappen für unbedachte Aussagen empfindliche Geldstrafen. Inzwischen gilt das Motto: lieber schweigen als schimpfen. „Das Problem ist, dass ich meine Meinung nicht sagen kann, sonst werde ich dafür bestraft“, bestätigt Verstappen und bleibt deshalb vage. „Es passierte einfach alles sehr schnell.“
Bleibt die Frage: War die Strafe gerechtfertigt? „Wo hätte Max hinfahren sollen? Bei zwei oder drei Fahrern ist das Gleiche passiert und es hat Verwarnungen gegeben. Also die fünf Sekunden waren schon etwas harsch“, sagt Red Bull-Chefberater Helmut Marko. „Piastri hat Max einfach keinen Platz gelassen.“ Doch dass der viermalige Weltmeister mit deutlichem Vorsprung zurück auf die Strecke kam, ließ den Regelhütern offenbar keine Wahl.
Allein: Für Sky-Experte Timo Glock und die Fans ist Verstappen der Fahrer des Rennes. „Obwohl Oscar Piastri gewonnen hat, hat Max für mich im Qualifying wieder eine Zauberrunde hingelegt und im unterlegenen Red Bull seine Klasse gezeigt.“