Alle guten Dinge sind drei. Sebastian Vettel (33) zeigte im dritten Qualifying für sein neues Team Aston Martin endlich sein Talent: Im Teamduell hat er Lance Stroll klar geschlagen. Fünf Zehntelsekunden war Vettel in Q1 schneller als Stroll. Für den Kanadier war als 17. schon nach der ersten Session Schluss, Vettel schaffte es erstmals nach 16 Rennen wieder ins Q3. Ein Befreiungsschlag?
Der Deutsche bleibt in seiner Presserunde vorsichtig: „Ich weiß nicht, ob der Knoten geplatzt ist, aber ich habe mich ein bisschen wohler gefühlt, auch wenn die Bedingungen schwer waren. Es hat besser zusammengepasst und die Rundenzeit kam auch einfach, ohne dass ich so viel denken musste beim Fahren. Ich konnte mich ein bisschen mehr auf mein Gefühl verlassen.“
Hinweis
Formel 1 mit dem SKY Supersport Ticket erleben
Ganz fehlerfrei blieb er dabei nicht: In Q3 gelang dem Deutschen keine perfekte Runde. „Das war nicht der goldene Schuss“, gesteht Vettel. „Ich denke, ein Platz wäre noch drin gewesen."
Nach den Rängen 16, 15 und 18 in den drei Trainingssitzungen kam die Performance-Explosion des viermaligen Weltmeisters ziemlich überraschend – aber genau rechtzeitig für das Qualifying. „Wir haben das Auto wieder mehr in Richtung Gestern gebaut“, erklärt er. „Im dritten Training haben wir etwas probiert, was anscheinend nicht funktioniert hat."
Vettel fährt wieder aus dem Bauch raus
Sebastian Vettel
Vettel wirkt zuversichtlich. Denn endlich war er mit seinem Aston Martin-Mercedes AMR21 eine Einheit. „Das Problem von meiner Seite ist, dass noch zu wenig aus dem Bauch heraus kommt“, verrät er selbstkritisch. „Das hat ein bisschen Zeit gebraucht, aber es kommt jetzt langsam, es fühlt sich immer besser an. Es war auch gut, dass ich im Qualifying drinbleiben und es daher nochmal und nochmal probieren konnte."

Rosberg schreibt Vettel nicht ab

Vettel ist also nicht mehr verkopft, sondern arbeitet wieder mit dem Gefühl, das ihn zu vier WM-Titeln geführt hat. Daher glaubt auch Ex-Champion Nico Rosberg (35) wieder an den Heppenheimer: „Vettel darf man nicht abschreiben“, sagt er Weltmeister von 2016. „Er ist im besten Rennfahreralter und es geht jetzt offenbar aufwärts. Er darf jetzt weiter keine Fehler machen, muss seinen Teamkollegen dominieren, dann kann da noch was werden.“
Nach dem Qualifying stellen sich zwei Fragen. Erstens: Was ist morgen im Rennen drin? Dazu sagt Vettel: „Wir fahren in den Punkterängen los und da wollen wir bleiben. Es wird nicht einfach, aber wir werden kämpfen.“
Zweitens: Ist bei Aston Martin jetzt ein Aufwärtstrend zu erkennen? Vettel will noch keine voreiligen Schlüsse ziehen: „Bei den Bedingungen ist es sehr schwer, etwas draus zu lesen, aber insgesamt glaube ich schon, dass es ein wichtiger Schritt für uns war. Und wir brauchen jetzt auch so schnell wie möglich jeden Schritt nach vorn. Das Team bemüht sich auch, wir versuchen so bald wie möglich, den Boden gut zu machen.“
Hinweis
Formel 1 in der Übersicht bei SKY Q
Mit einem Vettel, der wieder in Topform ist, könnte die Aufholjagd beschleunigt werden.

Die Qualiduelle 2021

Lewis-Hamilton – Valtteri Bottas 2:1
Max Verstappen – Sergio Pérez 2:1
Lando Norris – Daniel Ricciardo 1:2
Lance Stroll – Sebastian Vettel 2:1
Esteban Ocon – Fernando Alonso 2:1
Charles Leclerc – Carlos Sainz 2:1
Pierre Gasly – Yuki Tsunoda 3:0
Kimi Räikkönen – Antonio Giovinazzi 1:2
Mick Schumacher – Nikita Mazepin 3:0
George Russell – Nicholas Latifi 3:0