Dieses Rennen hat Sebastian Vettel schon am Samstag verloren: Nach Startplatz vier im Regen-Quali steht der Ungarn GP für den Heppenheimer nur noch unter dem Motto Schadensbegrenzung.
„Platz zwei ist natürlich nicht das, wofür wir hier waren, war aber heute das Maximum“, stellt Vettel nach 70 heißen Runden in Budapest fest. „Es war ein hartes Rennen. Wir waren etwas außerhalb der Position, gemessen an unserem Speed.“
Vettel
Immerhin Platz zwei: Vettel auf dem Ungarn-Podium
Zwar glaubt Vettel: „Bei der Rennpace hätten wir schon mit Lewis (Hamilton; d. Red.) mithalten können. Aber selbst wenn ich beim Stopp nicht hinter Valtteri (Bottas; d. Red.) zurückgefallen und schneller wieder an Lewis rangekommen wäre: Überholen ist auf dieser Strecke fast unmöglich. Das hat man ja im zweiten Stint gesehen.“
Lange hängt Vettel hinter Bottas fest, hat am Ende deshalb auch 17 Sekunden Rückstand auf Sieger Hamilton. Dabei ging eigentlich alles gut los für Vettel: „Mein Start war überraschend gut auf den härteren Reifen“, sagt der Deutsche. Nachdem alle Konkurrenten früher an die Box müssen, führt Vettel das Rennen zwischenzeitlich sogar an. „Es war dann aber schwierig, den perfekten Zeitpunkt für den Stopp zu finden“, verrät der Ferrari-Star.
Bottas als Hamilton-Helfer: Wirbel um „Wingman“-Spruch
Vor seinem Reifenwechsel verliert Vettel fast vier Sekunden beim Überrunden. „Dann hatten wir beim Stopp auch noch ein Problem, deswegen bin ich hinter Valtteri rausgekommen“, so Vettel. „Ich habe schnell realisiert, dass ich an ihm nicht vorbei komme, weil seine Reifen noch zu gut waren. Also habe ich alles für die Schlussattacke aufgespart und das hat dann auch geklappt.“
Ferrari
Puh, das war knapp! Fast räumt Bottas Vettel hier ab
Bei Vettels Angriff auf Bottas in Runde 65 kommt es allerdings zur Kollision in Kurve zwei. Vettel: „Ich war überrascht, denn eigentlich war ich schon vorbei, habe spät gebremst und die innere Linie abgedeckt. Dann spüre ich einen Schlag von hinten.“ Bottas fährt sich am Heck des Ferrari ein Stück vom Frontflügel ab, beide können aber weitermachen. „Da hatten wir Glück, dass das Auto nicht kaputtgegangen ist und bis ins Ziel gehalten hat“, sagt Vettel.

An dieser Stelle finden Sie eingebettete Inhalte von TWITTER.

Um diese Inhalte darstellen zu können, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Aktivieren des Inhalts stimmen Sie zu. Weitere Infos finden Sie hier.


Vettels Halbzeit-Fazit:

Wie fällt nach der ersten Saisonhälfte nun das Fazit des Deutschen aus? „Ich denke, es war ganz gut. Wir haben gut losgelegt, mit einem Auto, das noch nicht ganz fertig war. Danach ist das Pendel hin und her geschwungen, mal in unsere Richtung, mal in die andere“, resümiert Vettel.
„Was mich betrifft, war es glaube ich recht konstant. Ich habe einen Fehler gemacht, der viel gekostet hat - auch wenn er klein war, weil ich eigentlich nicht mal gepusht habe, aber trotzdem abgeflogen bin... das war letzte Woche (in Hockenheim; d. Red.). Sowas gehört leider dazu, ich kann die Uhr jetzt nicht zurückdrehen.“
Vettel weiter: „Es ist passiert und hat uns wehgetan, aber ich bin zuversichtlich für die zweite Saisonhälfte: Wenn wir weiterhin ein Auto haben, mit dem wir kämpfen können, können wir Mercedes unter Druck setzen und diese Saison noch viel erreichen.“ Mit 24 Punkten Rückstand auf Hamilton geht Vettel in die Sommerpause.
Was dem Deutschen zusätzlich Mut macht: Seit 2004 ist der Ungarn-Sieger im gleichen Jahr nicht mehr Weltmeister geworden! Unglaublich: Obwohl es schon der sechste Budapest-Sieg für Hamilton ist, waren die Erfolge auf dem Hungaroring bisher mehr Fluch als Segen für den Briten.