Der englische Landregen ist am Samstag auf jeden Fall kein Glücksbringer für die deutschen Formel-1-Stars in Silverstone: Beim Qualifying zum Großbritannien GP scheiden Sebastian Vettel und Mick Schumacher sang- und klanglos schon in Q1 aus. Vettel wird 18., Schumacher 19. - langsamer ist nur noch Vettels Teamkollege Lance Stroll im zweiten Aston Martin.
"Es ist traurig. Alle arbeiten hart und dann sind wir in Q1 draußen. Ich bin natürlich enttäuscht", kommentiert Vettel das desaströse Heimspiel seines Rennstalls. Aston Martins Upgrades zeigen zumindest im Regen noch keine Wirkung. Was Vettel besonders alarmiert: "Anders als in Kanada, wo wir paar Probleme (mit den Reifendrücken; d. Red.) hatten, lag es hier an der Pace: Ehrlich gesagt waren wir einfach langsam."
Sebastian Vettel wird im Qualifying nur 18.

Denn Vettel räumt ein: "Meine Runde war okay, das Timing auch. Ich hatte eine freie Strecke. Trotzdem haben wir viel Zeit verloren, weil wir viel Untersteuern mit dem Auto hatten und nicht genug Grip generieren konnten. Jetzt müssen wir alles durchgehen und schauen, ob wir etwas übersehen haben. Und es dann morgen besser machen."
Allzu große Hoffnung auf ein starkes Rennen macht sich Vettel aber nicht: "Es macht unser Leben für Sonntag natürlich schwer, wenn wir uns so weit hinten qualifizieren. Es wird ein langes und hartes Rennen, weil wir offensichtlich nicht besonders schnell sind. Mit Punkten wird es also sehr schwierig. Aber vielleicht gibt's ja ein Safety-Car, das uns diesmal entgegenkommt."
Immerhin: Ungeachtet des Ergebnisses, hält der Sonntag für Vettel aber trotzdem ein großes Highlight parat: Denn schon vor dem Start darf der Heppenheimer mit dem Weltmeister-Williams von Nigel Mansell aus dem Jahr 1992 Demo-Runden vor den britischen Fans drehen.
Die Freude auf das Rennen in Silverstone will sich der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher trotzdem nicht nehmen lassen.

Ein derartiges Trostpflaster gibt es für Kumpel und Landsmann Mick Schumacher in Silverstone nicht. Obwohl Schumi Jr. im Abschlusstraining zur Mittagszeit mit Platz neun noch eine positive Überraschung gelingt, landet er im Qualifying noch eine Position hinter Vettel - ein technischer Defekt am Haas bremst den Deutschen ein: "Bei Micks Auto war der Lenkradwinkel um zehn Grad verstellt", erklärt Teamchef Günther Steiner.
"Leider hatten wir mit dem Auto ein Problem und offensichtlich war etwas mit der Steuerung nicht ganz richtig, was natürlich das Letzte ist, was du willst... vor allem bei diesen schwierigen Bedingungen", sagt Schumacher nach dem Qualifying. Der Haas-Fahrer fügt an: "Wir müssen analysieren, was da los war, aber ich denke, das war ein großer Grund, warum wir es nicht in Q2 geschafft haben."
Die Freude auf das Rennen in Silverstone will sich der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher durch den verpatzten Samstag aber trotzdem nicht nehmen lassen: "Hier macht es bei allen Verhältnissen Spaß, egal ob im Trockenen oder im Nassen. Deswegen freue ich mich auf morgen."

Von

Frederik Hackbarth