Formel 1: Vettel und Red Bull

Formel 1: Vettel und Red Bull

Marko wollte, dass Vettel 2022 frei ist

Hätte Aston Martin-Star Sebastian Vettel (33) nach seinem Ferrari-Aus die Chance auf eine Rückkehr zu Red Bull gehabt?
Lange Zeit rätselte die Formel-1-Gemeinde über eine Empfehlung, die Red Bull-Chefberater Helmut Marko (77) seinem einstigen Musterschüler Sebastian Vettel (33/4 WM Titel mit Red Bull) gab.
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Hintergrund: Kurz nachdem Ferrari Vettel im Mai 2020 mitgeteilt hatte, dass man den Vertrag mit dem einstigen Heilsbringer nicht verlängern werde, riet der Grazer dem zu diesem Zeitpunkt für 2021 “arbeitslosen” Hessen: “Sebastian sollte ein Jahr Pause machen und sich eine Auszeit nehmen.”
Warum er das sagte, klärte Marko nie auf. Bis jetzt. Marko zu ABMS: “Es war klar, dass Sebastian eine weitere schwierige Saison mit Ferrari haben würde. Ich wollte, dass er nicht überstürzt handelt, sondern wartet. Weil mir klar war, dass sich für 2022 grundsätzliche Dinge auf dem Fahrermarkt ändern würden. Beispielsweise war ich sicher, dass bei Mercedes dann ein Platz frei werden würde. Aber nicht nur dort.”
Hat Marko auch wegen Red Bull zur Pause geraten?
Der Österreicher gibt zu: “Eher im Allgemeinen riet ich Sebastian zur Auszeit. Aber das beinhaltete auch Red Bull. Ich wollte einfach nur, dass er zum richtigen Zeitpunkt noch auf dem Markt ist, damit er das bestmögliche Angebot annehmen kann. Vor allem wollte ich nicht, dass sich ein vierfacher Weltmeister so aus der Formel 1 verabschiedet. Als Freund nicht und auch nicht als Red Bull-Mann.”
Heißt das auch, dass Vettel sich zu schnell aus dem Transferkarussell verabschiedet hat, um eine Chance auf Alex Albons Red Bull-Cockpit zu haben?

Red Bull-Chefberater Helmut Marko

©Red Bull Content Pool

Marko: “Als Ferrari ihm kündigte, war bei uns kein Platz mehr frei für 2021. Damals gingen wir fest davon aus, dass Alexander Albon sich so positiv entwickeln würde, dass er auch 2021 neben Max Verstappen fahren kann. Das habe ich Sebastian so gesagt. Leider haben wir uns getäuscht. Als wir handeln mussten, stand Sebastian nicht mehr auf der Liste, weil er sich ja langfristig an Aston Martin gebunden hat. Deshalb war Sergio Perez für uns die logische Entscheidung.”
Marko versteht Vettels Entscheidung pro Aston Martin
In der Tat: Vettel gibt zu, gerade im Mai häufiger mit Marko gesprochen zu haben. “Er gehört zu den Menschen, denen ich vertraue und deren Meinung ich sehr ernst nehme”, so der Heppenheimer. “Klar verbinden die gemeinsamen Erfolge, aber mit Helmut verbindet mich auch rein menschlich einiges. Ich habe ihm auch deshalb vorher anvertraut, dass ich zu Aston Martin wechseln werde.”
Für Marko war das ein nachvollziehbarer Schritt. “Aston Martin war sehr verlockend”, erzählt er. “Der Name ist Kult, die enge Zusammenarbeit mit Mercedes versprach eine sportliche Perspektive. Ich kann ihn verstehen, auch wenn ich persönlich noch gewartet hätte.”
Wie ernst nimmt Marko seinen ehemaligen Schützling jetzt als Gegner?
Marko: “Ich hoffe, er findet zu alter Form zurück. Dass die beiden letzten Jahre nicht seine besten waren, weiß er selbst. Aus welchen Gründen auch immer. Aber ich glaube nicht, dass er uns gefährlich werden kann. Dafür war sein Team 2020 zu weit von uns weg. Und das, obwohl Perez gerade in der zweiten Saisonhälfte extrem stark unterwegs war. Selbst wenn Sebastian jedes Rennen in Höchstform ist, kann er als Fahrer nicht den Rückstand wettmachen, den das Team auf uns hatte. Aber vielleicht täusche ich mich ja.”
Genau das will Vettel in dieser Saison seinem Vertrauten beweisen. Sein neuer Dienstwagen soll im März im Aston Martin-Hauptquartier der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Eines der spannenden Duelle 2021 dürfte dann heißen: Aston Martin-Grün gegen Red Bull-Blau ...

Autor: Ralf Bach

Fotos: D. Istitene/Getty Images/Red Bull Content Pool

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