Formel 1: Vettels Ferrari-Team
Das ist anders als bei Schumi

Was ist bei Sebastian Vettel und Ferrari anders als zu Zeiten von Michael Schumacher bei den Roten? Das sind die Unterschiede der beiden Ären.
- Bianca Garloff
- Ralf Bach
Formel-1-Ikone Eddie Jordan (70) nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht zu kritisieren. Umso ernster ist es zu nehmen, wenn er jemanden lobt. In diesem Fall Ferrari. „Es herrscht ein Geist bei Ferrari, den ich so noch nicht kenne“, sagt er. „Früher wollten sie um jeden Preis gewinnen. Da wurden die moralischen Grenzen – und nicht nur die – extrem gedehnt. Jetzt ist der Ehrgeiz immer noch zu spüren. Aber Fairness scheint für Ferrari wichtiger zu sein, als Siege mit Geschmäckle einzufahren.“
Was Jordan meint: Die Italiener verzichten auf Stallorder und damit zum Beispiel auf drei Punkte aus Spielberg, wo Kimi Räikkönen (38) vor Sebastian Vettel (31) ins Ziel kam. Jordan: „Das liegt auch an Vettels Ausstrahlung. In Österreich hat er an eine Stallorder noch nicht mal gedacht. Michael Schumacher hätte sie damals sofort eingefordert.“
Was Jordan meint: Die Italiener verzichten auf Stallorder und damit zum Beispiel auf drei Punkte aus Spielberg, wo Kimi Räikkönen (38) vor Sebastian Vettel (31) ins Ziel kam. Jordan: „Das liegt auch an Vettels Ausstrahlung. In Österreich hat er an eine Stallorder noch nicht mal gedacht. Michael Schumacher hätte sie damals sofort eingefordert.“

Zu Schumi-Zeiten gab es eine andere Führungsstruktur
Dazu passt: Nur noch vier Ferrari-Mitarbeiter in Schlüsselpositionen waren schon zu Schumachers Zeiten im Amt. Der heutige Teamchef Maurizio Arrivabene war Europachef bei Hauptsponsor Philip Morris. Unterschied zu Jean Todt: Arrivabene ist immer noch hauptsächlich für Marketing und Politik zuständig. Eigentlich führt Technikchef Mattia Binotto das Team. Damit ist die Leitung auf zwei Schultern verteilt – den jeweiligen Stärken der Protagonisten an der Spitze entsprechend.
Interessant ist die Rolle des Italo-Kanadiers Gino Rosato. Damals noch eine Art Assistent von Jean Todt ist der Vertraute von Präsident Sergio Marchionne heute inoffizieller Vize-Teamchef und „Spion“ für den Oberboss. Was sie verbindet: Beide Familien stammen aus der gleichen Gegend in Sizilien, beide wanderten zudem noch in die gleiche Gegend nach Kanada aus.
Der große Präsident selbst war schon zu Schumachers Zeiten im Vorstand des Fiat-Konzerns und damit Vorgesetzter des damaligen Chairmans Luca di Montezemolo. Doch während Montezemolo nur für die Öffentlichkeit den Chef spielte, das Tagesgeschäft aber Jean Todt und dessen Technikchef Ross Brawn überließ, mischt sich Marchionne aktiv ein. Allein Vettel sorgt dafür, dass Ingenieure und Mechaniker weiter den „Vettel-Weg“ gehen und nicht allzu großen Druck verspüren. Villeneuve: „Auch das macht Sebastian so wichtig für Ferrari.
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