Formel-1-Welt trauert um Senna-Expertin
Deutsche Formel-1-Journalistin überraschend verstorben

Im Alter von 64 Jahren ist die deutsche Formel-1-Journalistin Karin Sturm gestorben. Über vier Jahrzehnte berichtete sie aus der Formel 1.
Bild: Privat
Die Formel-1-Welt verliert eine ihrer prägendsten Stimmen: Karin Sturm ist im Alter von 64 Jahren überraschend verstorben. Über vier Jahrzehnte war sie Teil des Grand-Prix-Zirkus – als Journalistin, Autorin und Chronistin einer ganzen Epoche.
Seit 1982 berichtete Sturm aus der Formel 1, reiste um die Welt, war dabei, als Legenden entstanden. Nur wenige Journalisten und Journalistinnen waren so lange so nah dran, so tief im Fahrerlager verwurzelt und gleichzeitig so respektiert für ihre ruhige und präzise Art des Erzählens.
Besonders verbunden war Sturm mit Ayrton Senna. Ihr Buch "Ayrton Senna – seine Siege, sein Vermächtnis" gilt bis heute als eines der eindringlichsten Werke über den dreifachen Weltmeister.
Sie hat Senna nicht nur beschrieben, sondern auch persönlich gut gekannt. Ihre Texte waren nie laut, aber immer geprägt von Nähe, Respekt und hintergründigem Wissen. Auch Jahre später erinnerte sie sich in persönlichen Artikeln an den brasilianischen Weltmeister, an sein Charisma, seine Kompromisslosigkeit und die Tragik seines Todes.
Karin Sturm: Bücher über Schumacher und Vettel
Karin Sturm war nie nur Beobachterin. Sie war Teil der Szene. Sie schrieb Bücher über Michael Schumacher und Sebastian Vettel, begleitete Generationen von Fahrern und hielt die Entwicklung der Formel 1 über Jahrzehnte fest.

"Ayrton Senna – seine Siege, sein Vermächtnis" von Karin Sturm.
Bild: Privat
Ihre Expertise brachte sie auch in große Medien ein, unter anderem bei SPIEGEL Online. Für ihre Arbeit wurde sie 2009 mit dem Bayerischen Sportpreis ausgezeichnet.
"Karin Sturm ist seit 27 Jahren in der Formel 1, hat sich in einer Männer-Domäne etabliert und Respekt verschafft", sagte der ehemalige BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen damals in seiner Laudatio. "Sie zählt seit vielen Jahren zum handverlesenen Kreis derer, die nicht nur über die Formel 1 berichten, sondern selbst zur Szene gehören."
Das zeigt: Vor allem war Karin Sturm auch eine Pionierin für Frauen in der Formel 1. So zeigte sie auch der Autorin dieser Zeilen, dass seriöse weibliche Stimmen im männlich geprägten Umfeld der Königsklasse Gehör finden können – und das bereits in einer Zeit, als Frauen vor allem als Boxenluder oder Fahrer-Freundinnen ihren Platz im Fahrerlager hatten.
Sie blieb der Formel 1 bis zuletzt verbunden – mit derselben Leidenschaft, die sie schon in den 80er-Jahren ins Fahrerlager geführt hatte.
Die Formel 1 verliert mit Karin Sturm nicht nur eine Journalistin, sondern ein Stück ihrer eigenen Geschichte.
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