Bei Audi ist Bewegung im Formel-1-Spiel: Der überraschende Abgang von Teamchef Jonathan Wheatley wirft weiter Fragen auf. Doch jetzt bezieht Mattia Binotto Stellung. Seine Botschaft: Audi plant keinen neuen Teamchef.
Der Formel-1-Projektleiter der vier Ringe macht keinen Hehl daraus, wie er sich den weiteren Weg vorstellt: "Wir schauen nicht nach einem neuen Teamchef. Ich werde die Position behalten, mich neu organisieren und das Team reorganisieren“, sagt er.
Allerdings schränkt der Italiener direkt ein: "Ich brauche Unterstützung an den Rennwochenenden, da ich nicht immer selbst vor Ort sein werde.“ Heißt: Die operative Führung an der Strecke soll teilweise delegiert werden, während Binotto selbst andere Prioritäten setzt.

Audi kämpft mit mehreren Problemen

Denn der ehemalige Ferrari-Teamchef sieht die größte Baustelle nicht an der Strecke, sondern im Hintergrund: "Mein Fokus liegt vor allem auf der Fabrik, wo es am meisten zu verändern gibt, nicht nur zu entwickeln, sondern zu transformieren.“ Der Rennstall befindet sich weiter mitten im Aufbauprozess.
Nico Hülkenberg Audi
Nico Hülkenberg konnte in seinen ersten drei Rennen für Audi noch keine Punkte holen
Bild: Audi
"Wir setzen auf Teamarbeit und suchen gemeinsam nach Lösungen“, betont Binotto und schiebt hinterher: "Es geht nicht um Einzelpersonen, es geht um das Team. Daher mache ich mir wegen einzelner Personen keine Sorgen um die Zukunft.“
Audi startete mit einem neunten Platz und zwei Punkten von Gabriel Bortoleto in die Saison. Aufgrund von Zuverlässigkeits- und Startproblemen blieben weitere Zähler bisher aus. Die personelle Umstrukturierung nach Wheatleys Aus ist also nur einer von vielen Punkten, die Binotto in der langen Pause auf der Liste hat.