Formel 1: Wollte Hamilton zu Red Bull?
Fahrer-Zoff zwischen Red Bull und Mercedes

Hat sich Lewis Hamilton bei Red Bull angeboten? Nächste Runde im Beef zwischen Red Bull und Mercedes.
Bild: Mercedes
- Ralf Bach
Es ist eine unendliche Geschichte: Die Rivalität zwischen dem einst als sportlich unantastbar geltenden Lewis Hamilton und seinem Nachfolger im First-Class-Ranking Max Verstappen, dem zum Leidwesen des mittlerweile in den Adelsstand gehobenen Briten seit nun schon zwei Jahren das Prädikat "unbesiegbar" ausgestellt wurde.
Fest steht: So wie die beiden Leithammel im Vollgaszirkus sind sich auch ihre Teams nicht grün. Zwischen Red Bull und Mercedes hagelt es seit Jahren Provokationen. Letztes Beispiel: Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte am Mittwoch in der altehrwürdigen Daily Mail, nicht gerade das Lieblingsblatt seines Kollegen Toto Wolff, locker und flockig davon berichtet, dass Lewis Hamiltons Umfeld Anfang diesen Jahres ihren Schützling als Fahrer bei Red Bull angeboten habe.
Erst nach einer Absage hätte er seinen Mercedes-Vertrag verlängert. Damit brachte Horner das Bild der Einigkeit und gegenseitigen Loyalität im ehemaligen Dauersiegerteam mächtig ins Wanken.
Klar, dass Hamilton beim letzten Saisonrennen in Abu Dhabi sogleich reagierte. Zuerst wirkte er erzürnt und verständnislos: "Ich weiß nicht, warum Christian Horner das macht? Fest steht: Ich habe mit allen Mitarbeitern meines Teams gesprochen. Niemand hat sie kontaktiert, sondern sie sind an uns herangetreten."

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte am Mittwoch davon berichtet, dass Lewis Hamiltons Umfeld Anfang diesen Jahres ihren Schützling als Fahrer bei Red Bull angeboten habe.
Bild: Red Bull Content Pool
Horner vs. Hamilton: Wort gegen Wort
Da steht jetzt Wort gegen Wort. Wem soll man aber glauben? Einem Teamchef, der den Ruf hat, sich immer wieder mal gerne publikumswirksam zu positionieren? Oder einem Fahrer, der in der so genannten "Lie-Gate"-Affäre schon mal von der Motorsportbehörde bestraft wurde, weil er in einer Anhörung mit den Rennkommissaren die Unwahrheit gesagt hatte?
AUTO BILD fragte in Abu Dhabi bei Red-Bull-Motorsport Chefberater Helmut Marko (80) nach. Marko: "Ich kann nur sagen, dass mir Christian Horner im Januar von einer SMS berichtete, die er vom Umfeld Hamiltons bekam. Die wirkte vom Fahrer autorisiert, besonders weil da von einer Bedingung die Rede war, die Hamilton stellte: Er wolle nur bei Red Bull fahren, wenn er auch gleiches Material wie Max Verstappen bekäme. Für mich jedenfalls gab es keine Zweifel, dass die Anfrage von der Hamilton-Seite ernsthaft war."
Marko: Anfrage war sinnlos
Allein: Sie war gleichermaßen sinnlos. Marko zu AUTO BILD: "Es gab nie Überlegungen, Hamilton an der Seite von Verstappen fahren lassen. Erstens sind wir mit unserem Fahrerkader einschließlich Sergio Perez gut aufgestellt. Zweitens würden diese beiden Alphatiere in einem Team nicht funktionieren. Und drittens, der wichtigste Punkt: Red Bull kann sich die beiden teuersten Formel-1-Piloten zusammen nicht leisten. Dass ein Fahrer wie Hamilton in einem Team fahren will, das den größten Erfolg verspricht, kann ich aber nachvollziehen."
Fest steht: Die Red-Bull-Mercedes-Nickeligkeiten werden auch in Zukunft für Schlagzeilen und Amüsement bei den Fans sorgen. So wie beim Rennen in Japan dieses Jahr. Nach dem Training gab Hamilton ein Fernsehinterview in der Mercedes-Gäste-Hospitality. Das Problem: Die Kamera fing einen QR-Code ein, über den Gäste Getränke ordern konnten – auch über den Fernsehapparat. Plötzlich hagelte es bei den Mercedes-Servicekräften vermehrte Bestellungen von Red-Bull-Dosen. Die meisten im Namen von Lewis Hamilton…
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