2021 soll es den großen Umbruch in der Königsklasse geben. Durch neue Autos, die das Hinterherfahren und Überholen leichter machen sollen. Automobilverband FIA und Rechteinhaber Liberty haben deshalb ein erstes Modell der neuen Autos im Windkanal von Sauber in Hinwil getestet.
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"Die Tests im Windkanal, haben einen anderen Zweck als der der Teams", erklärt Formel-1-Technikchef Pat Symonds. "Während sich die Teams mehr auf die Autos selbst konzentrieren, geht es uns auch um die turbulente Luft dahinter."
Teams wehren sich noch gegen Regeln
Die Formel-1-Macher haben erstmals ein Model für 2021 im Windkanal getestet.
Grund: Das ist der Schlüssel, damit die neuen Autos auch ihren Zweck erfüllen. Der Abtrieb soll 2021 stärker vom Unterboden erzeugt werden – weil dadurch weniger Luftwirbel entstehen, die das dichte Folgen für den Hintermann fast unmöglich machen.
Mit dem ersten Windkanalmodell ist man bei den Rechtemachern zufrieden. "Wir sind jetzt eigentlich schon weiter, als ich zu Beginn dachte, was wir erreichen könnten", verrät Symonds. "Die Ergebnisse sind außergewöhnlich. Denn der Verlust des Abtriebs hinter den Autos verringert sich auf fünf bis zehn Prozent." Zum Vergleich: Im Moment beträgt der Abtriebsverlust 50 Prozent.
Soweit die Theorie: Denn in der Praxis haben die Macher die Rechnung noch ohne den Wirt gemacht. Sprich ohne die Teams, die sich in ihrer Freiheit nicht zu sehr einschränken lassen wollen.
Allen voran, so erfuhr ABMS, ist Ferrari gegen die Regeln in der momentanen Form. Teamchef Mattia Binotto stellt klar: "Die DNA der Formel 1 muss erhalten bleiben. Aber ich denke wir sind bei unseren Gesprächen auf einem konstruktiven Weg." Soll heißen: Je mehr technische Vorgaben, desto kleiner ist die Chance für kreative Ingenieure den Unterschied zu machen. Und desto enger rückt auch das Feld zusammen. Für ein Top-Team wie Ferrari steigt dann die Gefahr überholt zu werden.

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Allein: Die Zeit läuft weg. Bis Ende Oktober sollen die Regeln festgezurrt werden. Im Notfall wollen FIA und Liberty die Regeln auch ohne Zustimmung der Teams durchdrücken. Bis dahin soll das Modell noch einmal im Windkanal getestet werden. Auch weil man herausfinden will, wie groß die Schlupflöcher für die Teams sind.
Symonds: „Es gibt Bereiche, wo eine Verbesserung der Performance auch die Luftwirbel verstärkt. Dort müssen wir die Regeln robust formulieren. In anderen Bereichen, die keinen so negativen Einfluss auf den Luftstrom haben, können wir weniger restriktiv sein. Wir wollen ja auch nicht, dass alle Autos gleich aussehen.“
Zudem arbeite man weiterhin am Frontflügel, damit der nicht so eckig aussehe.