Formel 1: Zum 1000. GP von Ferrari

Darum verehren Schumi und Vettel Ferrari

Ferrari feiert den 1000. GP. Das hat den alten Enzo so besonders gemacht
Die Aura des alten Mannes ist allgegenwärtig. Auch heute noch brechen selbst technokratische Ferrari-Ingenieure in ehrfürchtiges Schweigen aus, wenn sie seinen Namen hören. Als würde der Patriarch als Geist neben ihnen stehen und sie beobachten. In Maranello sitzt Enzo Ferrari (gestorben 1988) wie ein Heiliger im Museum hinter einer Glaswand. Die Wachsfigur wirkt inmitten der ultramodernen Fabrikhallen wie eine Brücke, welche die Ferrari-Welt von heute mit dem Mythos und der Legende verbindet.
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In Mugello, bei Ferraris 1000. Formel-1-Rennen am Sonntag, wird der Geist vom alten Enzo noch mehr als sonst über allem schweben. Ihm zu Ehren treten die Ferrari mit einer alten Farbmischung an, ihm zu Ehren färbte sogar Konkurrent Mercedes sein silbernes Safetycar Ferrari-rot.
Allein: Enzo Ferrari war kein Heiliger. Die Mischung aus Leidenschaft und Härte machte den großen mächtigen Mann mit der dunklen Brille zur Legende. Die Triumphe, aber auch die Tragödien. Alberto Ascaris tödlicher Unfall mit einem Sportwagen in Monza gehört dazu. Graf Berghe von Trips letzte Fahrt in Monza, als der Horremer 15 Zuschauer mit in den Tod riss. Oder der Verlust von Gilles Villeneuve. Ferrari liebte den Kanadier wie seinen verstorbenen Sohn Dino. Von beiden hatte er Fotos auf seinem Schreibtisch stehen.

Enzo Ferrari

„Der Alte“, erzählte Niki Lauda einmal, „hatte wahnsinniges Charisma. Er hatte eine einzigartige Art zu reden. Wie ein Singsang, der sich wie eine Predigt anhörte. Es war nur sehr schwer ihn zu unterbrechen.“ Lauda weiter: „Er konnte aber auch knallhart sein. Als ich nach meinem Unfall am Nürburgring in Monza zum Comeback fuhr, hatte Enzo mit Carlos Reutemann schon einen Ersatzmann parat.“
Gerhard Berger bestätigt Laudas Eindrücke: „Beim ersten Vertrag hat er mich über den Tisch gezogen. Gegen den Alten hatte ich keine Chance. Man muss sich meine Lage vorstellen: Ich war ein Tiroler-Bub, der keine Fremdsprache sprach und drei Jahre zuvor noch in der Schmiergrub'n Lkw-Kupplungen getauscht hatte. Ferrari kannte ich nur von Postern. Als ich 1988 in Monza kurz nach seinem Tod oben auf dem Podest stand, bekam ich Gänsehaut. Ich musste an den alten Mann denken. Ich konnte nichts dagegen tun.“
Auch Michael Schumacher konnte dem Mythos nicht entrinnen. „Es war für mich eigentlich bloß ein Rennstall wie jeder andere, bis ich in nächtlicher Stunde das erste Mal nach Maranello fuhr. Als plötzlich die dunklen Mauern auftauchten, die das Fabrikgelände abschirmen, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Mein Gott, dachte ich, du fährst jetzt Ferrari.“
Sebastian Vettel erging es nicht anders. Der Heppenheimer, der mit dem Mythos Ferrari wie sein Vorbild Schumacher den Schritt vom normalen Champion zur Legende schaffen wollte, sagt trotz seines Abschieds vom Legendenrennstall Ende dieses Jahres: „Es ist anders für Ferrari zu fahren. Enzo ist immer noch lebendig durch die Menschen, die seine Autos bauen. Enzo war eine extrem starke Persönlichkeit, mit großer Passion. Der nicht nur sich einen Traum erfüllte, sondern den einer ganzen Generation. Es war ein Privileg, für seine Firma zu fahren.“
Fest steht: Die Erfolge sind vergangen, aber der Mythos Ferrari lebt ewig weiter.

Autoren: Ralf Bach,

Fotos: Ferrari

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