Formel 3: Sophia Flörsch im Interview
"Puh, ob der da drin noch lebt?"

Wenige Wochen nach ihrem Horror-Unfall in Macau spricht F3-Pilotin Sophia Flörsch über ihren Umgang mit dem Crash und ihre Zukunftspläne.
- dpa
Frau Flörsch, wie oft haben Sie sich das Video von Ihrem Unfall schon angesehen?
Sophia Flörsch: Schon ein paarmal, aber um ehrlich zu sein, ist es ein bisschen surreal für mich. Ich saß im Auto, und man erlebt es komplett anders. Das ganze Fliegen ist mit dem Auto ein ganz anderes Gefühl. Deswegen denke ich, wenn ich das Video anschaue, dass es jemand anderes ist, weil es sich anders angefühlt hat.
Wie gehen Sie mit den Bildern um?
Ich schaue mir das Video schon noch jeden dritten Tag an, weil ich selber nicht wirklich glauben kann, dass ich das da bin. Es ist ein super schreckliches Video und ein super schrecklicher Unfall. Selbst wenn ich das Video anschaue, würde ich denken: Puh, ob der da drin noch lebt? Zu wissen, dass ich drei Wochen danach fast alles wieder machen kann und nur noch leichte Schmerzen habe, ist verrückt. Es ist aber irgendwo auch cool zu wissen, dass das Auto so sicher ist und dass der Fahrer so gut wieder aus dem Auto ausgestiegen ist.
Woran können Sie sich von dem Unfall noch erinnern?

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Was haben Sie nach dem Einschlag befürchtet?
Man denkt da gar nicht so darüber nach. Ich hatte Schmerzen im Rücken und Nacken. Mein erster Gedanke war aber wirklich: Oh Gott, meine Augen brennen und es schmeckt echt eklig, was ich da im Mund habe (Feuerlöschschaum, weil der Feuerlöscher im Auto automatisch losgegangen war; d. Red.). Dann kamen auch schon die Marshalls und der Doktor. Und da merkt man richtig den Schmerz. Mit dem Adrenalin war das noch gedämpft. Nachdem ich meine Hände zum Abwischen des Feuerlöschers benutzt habe, wusste ich, dass ich meine Hände bewegen kann. Meine Schienbeine waren oben am Cockpit aufgeschürft, ich konnte sie aber auch bewegen. Nur der Nacken und der obere Rücken haben weh getan.
Hatten Sie zu einem Zeitpunkt Angst um Ihr Leben?

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Haben Sie diesen schrecklichen Vorfall schon verarbeitet?
Ich habe ein paar Tage gebraucht, weil ich komplett unter Schmerzmitteln stand. Ich habe Morphium bekommen, hatte eine Pumpe, auf der ich nachdrücken konnte, wenn ich wieder Schmerzen hatte und deswegen kann Papa ein paar lustige Geschichten erzählen (lacht). Ich war einfach komplett weg. Abgeschlossen habe ich damit, weil ich einfach glücklich bin, dass ich überhaupt noch alles bewegen kann, dass ich mit der Reha beginnen kann. Die Ärzte haben gesagt, ich hatte eine Million Schutzengel, aber trotzdem sind sie guter Dinge, dass ich hoffentlich Ende Februar, Anfang März wieder so fit bin, dass ich wieder Autofahren kann.
Ihnen wurde bei dem Eingriff eine Titanplatte eingesetzt. Welche Prognose haben Ihre Ärzte erstellt?
Es wird natürlich ein paar Wochen oder Monate dauern, an sich soll aber alles wieder normal werden.
Ist Ihre Lust auf Motorsport ungebrochen?

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Hat Ihnen jemand aus Ihrem engen Umfeld geraten, den Motorsport bleiben zu lassen?
Ich habe immer offen gesagt, dass ich weitermachen will, dass ich mich davon nicht unterkriegen lasse. Vielen fällt erstmal die Kinnlade runter, aber die meisten verstehen es. Ich mache den Sport seit 13 Jahren, er ist mein Leben, und es ist mein Ziel, in die Formel 1 zu kommen. Das jetzt wegen so einem Unfall aufzugeben, macht für mich keinen Sinn.
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