Formel 4: Lohr über Flörsch
"Ergebnisse fehlen noch bisschen"

Wie steht es um Deutschlands größte weibliche Nachwuchshoffnung? Zuletzt fehlten Sophia Flörsch Top-Resultate, sagt auch Ellen Lohr im Gespräch mit ABMS.
Bild: Toby Seifinger; Hersteller
- Michael Zeitler
Am Wochenende steht das letzte Auslandsrennen der ADAC Formel 4 auf dem Programm: Gefahren wird auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort (Samstag ab 11.55 Uhr, Sonntag 10.15 Uhr auf Sport 1). Dann folgt nur noch das Final-Wochenende in Hockenheim am 1./2. Oktober. Entsprechend ernst wird es also im Titelduell zwischen Joey Mawson (Van Amersfoort, 297 Punkte) und Mick Schumacher (Prema Power, 251 Punkte).
Doch auch für die restlichen Fahrer geht es darum, sich noch einmal in Hinblick auf 2017 zu empfehlen. Sophia Flörsch, die mit der spektakulären Fahrt in Oschersleben ohne Heckflügel auf Rang fünf von sich reden machte, muss ebenfalls nochmal Ergebnisse liefern. An den letzten drei Rennwochenenden kam die 15-Jährige nicht über zwei zehnte und einen neunten Platz hinaus.
Sophia Flörsch: Frauenpower auf Formel-1-Kurs

Ellen Lohr fährt aktuell in der Truck-EM
Sie rät Flörsch zu einer zweiten Formel-4-Saison: „Ich denke, sie kann erst dann zeigen, ob das was wird mit ihr oder nicht. Selbst Mick Schumacher fährt ein zweites Jahr Formel 4."
Eine deutsche Formel-1-Fahrerin gab es noch nie. 1994 hätte Lohr fast einen Test im Sauber-Mercedes absolviert. „Ich habe noch einen Hand geschriebenen Brief von Norbert Haug (dem damaligen Mercedes-Motorsportchef, die Red.), darin hat er mir ans Herz gelegt, dass ich mich gut vorbereiten soll“, erinnert sich Lohr. „Ich sollte als Belohnung für gute Leistungen das Auto von Karl Wendlinger fahren. Es war ein Test anberaumt in Imola nach dem Monaco-GP, aber das war dann das Jahr, in dem Wendlinger verunglückt ist – dann wurde das natürlich auf Eis gelegt. Und am Ende des Jahres trennten sich Sauber und Mercedes und damit waren meine Chancen dahin. Das bedauere ich wahnsinnig, weil ich nie Formel 1 gefahren bin."
Auch Dr. Helmut Marko, heute Red-Bull-Talentscout, hatte Lohr im Auge. Lohr: „Ich hatte noch eine Chance. 1990 ist Wendlinger für Marko Formel-3000 gefahren (die Vorstufe zur Formel 1, die Red.), aber auch für Mercedes Gruppe-C-Sportwagen. Bei einer Terminkollision bin ich für ihn in der Formel 3000 eingesprungen.“ Im Nassen war Lohr im vorderen Mittelfeld vertreten, im Qualifying streikte dann aber das Getriebe – sie konnte sich nicht qualifizieren. „Deswegen sage ich zu jedem: Du brauchst immer etwas Glück und vor allem muss auch im richtigen Moment alles zusammenpassen“, erklärt Lohr. Das gilt auch für Sophia Flörsch…
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