Nach den Ausstiegen von BMW und Audi im Jahr 2021 sowie Mercedes zum Ende der aktuellen Saison hat die Formel E endlich wieder eine Erfolgsmeldung zu verkünden: Der italienische Sportwagenbauer wird 2023 in die Formel-E-WM einsteigen.
Die Marke aus dem Stellantis-Konzern wird damit der erste italienische Hersteller in der Elektroformel – und kommt pünktlich zur Saison neun, wenn die neuen und stärkeren (475 PS) Gen3-Autos Einzug halten.
Dazu passt: Alle neuen Maserati-Modelle wie der Grecale, der GranTurismo, das Gran Cabrio sowie der Supersportwagen Maserati MC20 sollen ebenfalls als vollelektrische Autos zu kaufen sein.
Maserati-Geschäftsführer Davide Grasso: „Maserati wurde auf der Rennstrecke geboren und ich bin sehr stolz, dass Maserati die erste italienische Marke in der Formel E wird. Wir blicken auf eine lange Geschichte im Rennsport zurück und sind auch für die Zukunft bereit, Leistung zu bringen. In der FIA Formel-E-Weltmeisterschaft treffen wir in den Stadtzentren in aller Welt auf unsere Kunden und wollen den Dreizack so in die Zukunft führen.“
Maserati CEO Davide Grasso und Formel-E-Gründer Alejandro Agag
Fahrer und Einsatzteam stehen noch nicht fest. Mit DS, der anderen Formel-E-Marke aus dem Stellantis-Konzern, will man neben der Strecke kooperieren, darauf aber konkurrieren. Jean-Marc Finot, Vizepräsident STELLANTIS Motorsport: „Die Formel E soll unser Technologielabor darstellen, um die Entwicklung hocheffizienter elektrifizierter Antriebsstränge und intelligenter Software für unsere Straßensportwagen zu beschleunigen.“
Auch für die Elektro-WM ist Maserati ein Beschleuniger. „Eine der ikonischsten Marken der Welt in der Formel E zu haben, ist ein großer, wichtiger Schritt“, sagt Formel-E-Gründer Alejandro Agag in einer Presserunde mit AUTO BILD. „Maserati komplettiert als italienische Marke die Meisterschaft. Wir haben das Rennen in Rom, einen italienischen Fahrer (Ex-F1-Pilot Antonio Giovinazzi; d. Red.) und bald auch Maserati. Die Italiener lieben Autos und Rennsport. Deshalb sind wir sehr glücklich, endlich ein italienisches Team zu haben.“
Maseratis Renndebüt liegt schon 96 Jahre zurück. Der erste Rennwagen mit dem Dreizack auf der Motorhaube war der Tipo 26, der 1926 bei der Targa Florio sein Debüt feierte und in der Klasse bis 1,5 l mit Alfieri Maserati am Steuer den ersten Platz erreichte.
1957 holte sich Juan Manuel Fangio mit Maserati den F1-Weltmeisterschaftstitel. Das letzte Mal als Einsitzer ging der Maserati mit Maria Teresa De Filippis ins Rennen, der ersten Frau, die sich an Bord des 250F für einen Großen Preis der Formel 1 qualifizierte.
Seinen letzten Auftritt im Rennsport hatte Maserati mit dem MC12, der zwischen 2004 und 2010 insgesamt 22 Rennen gewann – darunter drei Siege bei den 24 Stunden von Spa – und 14 Meisterschaften in der Konstrukteurs-, Fahrer- und Teammeisterschaft der FIA GT für sich entschied.

Von

Bianca Garloff