„Sainte Dévote“, „Mirabeau“ oder „Rascasse“ – die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft betritt am kommenden Samstag (8. Mai) geweihten Motorsport-Boden: den Stadtkurs von Monaco. Bereits zum vierten Mal trägt die rein elektrische Rennserie einen Lauf im Fürstentum aus, erstmals steht dabei die lange Streckenführung der Formel 1 auf dem Plan. Das heißt auch: Erstmals ist ein direkter Vergleich zwischen Formel 1 und der innovativen Elektroformel möglich. Zumindest auf dem Papier.
Denn Formel-E-Pilot Stoffel Vandoorne, der sowohl mit der Formel 1 als auch mit der Formel E schon durch die Gassen der Monegassen gejagt ist, warnt: Der Vergleich ist nicht fair. „In der Formel 1 geht es um puren Speed, die Formel E dagegen soll die Elektromobilität fördern und hat eine ganz andere Philosophie.“
In der Elektroserie steht nicht der technische Wettbewerb im Fokus, sondern die elektrisierende Show. Die Leistung der Motoren ist begrenzt, die Chassis sind für alle gleich, die Reifen bieten kaum Grip. Energiesparen ist das Zauberwort. Das zeigten auch die Läufe in Valencia, wo gleich mehreren Autos der Saft ausging. „Unsere Rennen sind unvorhersehbar“, sagt Vandoorne. Immerhin: Das passt zum Glücksspiel-Mekka ...
Formel E elektrisiert Monte Carlo
Die Formel E fährt am Wochenende durch die Straßen von Monaco.
Ernst wird es dagegen im Kampf um die Titel in Fahrer- und Team-WM. In beiden Kategorien liegt vor dem siebten Mercedes vorn. In der Fahrerwertung führt die Marke aus Stuttgart mit Nyck de Vries (NED, 57 Punkte) und Vandoorne (BEL, 48 Punkte) gleich doppelt. Drei von sechs möglichen Erfolgen gingen bisher an Mercedes.
Trotzdem spielen auch die anderen deutschen Hersteller bei der Vergabe der WM-Titel noch eine Rolle. Audi-Star René Rast liegt mit 39 Zählern auf Platz sechs der Meisterschaft in Lauerstellung. Auch Porsche ist mit Pascal Wehrlein (32 Punkte/Platz zehn) noch in Schlagdistanz. Für einen Sieg werden in der Formel E 25 Punkte gutgeschrieben, drei Zusatzzähler gibt es für eine Pole-Position, je einen weiteren für die Bestzeit im Gruppen-Qualifying und für die schnellste Rennrunde innerhalb der Top Ten.
Die elektrisierende Lotterie besteht aus 19 Kurven verteilt über 3,318 Kilometer. Voraussichtlicher Topspeed: 225 km/h. Der Attack-Mode wird passenderweise am Casino aktiviert. Allein: Gegen die Formel 1 mit ihren 285 Stundenkilometern in der Spitze und 160 km/h im Rundendurchschnitt wird die Formel E keine Chance haben – aber das will sie auch gar nicht.
Porsche-Pilot André Lotterer, zuletzt in Valencia auf Rang zwei, freut sich: „Monaco ist überall auf der Welt ein Begriff und wenn die Formel E dort ein Rennen fährt, interessiert das nicht nur eingefleischte Motorsportfans. Ich hoffe, dass wir die Formel E mit ihrer Mischung aus Sport und Lifestyle in dieser faszinierenden Kulisse optimal präsentieren können.“
Sat.1 überträgt das Rennen live ab 15.30 Uhr. Das Qualifying läuft ab 11.45 Uhr auf ran.de.
Mitarbeit: André Theuerzeit

Von

Bianca Garloff