BMW und Audi haben sich bereits aus der Formel E verabschiedet, Mercedes wird sich Ende der Saison 2022 aus der Elektroformel zurückziehen; bleibt aus deutscher Sicht nur noch Porsche übrig. Immerhin: Der Stuttgarter Sportwagenhersteller bekennt sich zur ersten rein elektrischen Rennserie – vorerst zumindest.
„Unser Engagement läuft bislang bis Saison 10 (2024; d. Red.)“, verrät Porsches neuer Motorsportchef Thomas Laudenbach in einer Medienrunde, bei der auch SPORT BILD dabei war. Allerdings könnte ein möglicher Formel-1-Einstieg ab 2026 der Formel E im Porsche-Universum den Strom abdrehen. Laudenbach: „Wahrscheinlich entscheiden wir im Laufe des kommenden Jahres, ob wir über 2024 hinaus weitermachen wollen. Sicherlich gibt es in der Zwischenzeit eine Entscheidung bezüglich der Formel 1, was noch extrem offen ist. Dass das einen Einfluss auf all unsere anderen Programme, ist klar.“
Auch das Ende der Formel-E-Bundesliga mit dem Kampf gegen Audi, BMW und Mercedes könnte bei der Bewertung eines künftigen Formel-E-Engagements eine Rolle spielen. „Wir hätten uns gerne weiter an deutschen Premiumherstellern gemessen“, betont Laudenbach. „Wir wünschen uns hochkarätige Gegner.“ Dennoch will man zunächst gemeinsam mit der Rennserie an der Zukunft arbeiten. Immerhin steht das Thema Elektrifizierung ganz oben auf dem Strategiepapier des Autoherstellers.
2021 belegte Porsche in der Meisterschaft Platz acht.
Laudenbach kann sich so unter anderem mehr Freiheiten im Bereich Batterie vorstellen. Die Formel-E-Renner nutzen derzeit eine Einheitsbatterie von McLaren mit einer Kapazität von 54 KWh. Ab der dritten Autogeneration (2022/23) wird der Akku zwar 100 Kilogramm leichter, aber die Speicherkapazität bleibt gleich. „Eine Freigabe der Batterie für eigene Entwicklung würde wahrscheinlich die Kosten explodieren lassen“, räumt er ein.
Vorstellbar sei aber, in Zukunft Einheits-Batteriezellen vorzuschreiben – und das Packaging sowie die Steuerung den Teams oder Herstellern zu überlassen. Mit „Raumfahrt-Zellen, die nichts mit dem Straßenverkehr zu tun haben“, sei der Formel E allerdings nicht geholfen. „Die Formel E soll ein Forschungslabor für die Straße bleiben“, so Laudenbach.
Sie soll als Marketinginstrument aber auch emotionalisieren. Dabei helfen Siege, auf die Porsche allerdings noch wartet. „Wir haben richtig schnelle Fahrer – die können es beide“, sagt der neue Motorsportchef vor den Vorsaisontests Ende November in Valencia. „Pascal Wehrlein hat eine sehr starke und konstante Saison 2021 abgeliefert. Und auch an André Lotterer glauben wir. Er ist schnell und hat den Biss. Beide sind in der Lage, die Meisterschaft zu gewinnen.“
2021 belegte Porsche in der Meisterschaft Platz acht. Damit will man sich 2022 nicht zufrieden geben…