Formelsport-Nachwuchs: Tim Tramnitz will in die Formel 1
Deutschland sucht den nächsten Superstar

Dem deutschen Formelsport fehlt der Nachwuchs. Mick Schumacher sitzt auf der Ersatzbank. Danach kommt niemand. Außer Tim Tramnitz...
Bild: Sebastiaan Rozendaal / Dutch Photo Agency
Es scheint wie aus einer anderen Zeit. Nach Michael Schumacher produzierte der deutsche Motorsport Formel-1-Stars am Fließband. Übrig geblieben in der Königsklasse ist nur Nico Hülkenberg (36/Haas). Deshalb sucht die ADAC Stiftung Sport jetzt den nächsten deutschen Superstar.
Auf der Pole-Position: Tim Tramnitz (18). Der Hamburger fährt in der Formula Regional, einer Nachwuchsserie auf Formel-3-Niveau. In seinem 272 PS starken Rennwagen holte er in Barcelona einen Doppelsieg. Sein Ziel: „Natürlich will ich Formel 1 fahren“, sagt Tramnitz. „Jeder weiß aber, dass der Weg nach ganz oben nicht einfach ist – auch finanziell. Die Beträge, über die man im Motorsport spricht, sind Wahnsinn für eine normale Familie.“
Konkret kostet eine Saison in der FIA Formel 3, in die Tramnitz nächstes Jahr aufsteigen will, 1,3 Millionen Euro. Sein Hilferuf: „In den letzten Jahren sind viele gute Nachwuchsfahrer in Deutschland an der Finanzierung gescheitert. Es ist wichtig, dass wieder mehr für den Nachwuchs getan wird.“

Tim Tramnitz fährt in der Formula Regional, einer Nachwuchsserie auf Formel-3-Niveau.
Bild: Sebastiaan Rozendaal / Dutch Photo Agency
Sportlich stimmen die Voraussetzungen beim Norddeutschen. Tramnitz: „Ich habe mich schon immer für alles auf vier Rädern interessiert, dann haben wir einen Kart-Slalom-Verein gefunden.“ Gar nicht so leicht im Norden.
Mit acht Jahren fährt er sein erstes Rennen auf der Rundstrecke, wird 2020 bester Neuling in der ADAC Formel 4 und 2021 Vizemeister in der deutschen und italienischen Formel 4. Ein schwerer Unfall mit gebrochenem Lendenwirbel hätte die Karriere beenden können, doch nur wenige Monate später sitzt Tramnitz wieder im Auto.
Jetzt eifert er seinem Idol Sebastian Vettel nach. „Seine Coolness bei Red Bull hat mich beeindruckt“, verrät Tim. Sein Vater dagegen war klassischer Schumi-Fan. Ohne den Rekordweltmeister wäre also auch Tramnitz jetzt nicht Deutschlands nächste Formel- Hoffnung.
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