Formula Student: Hockenheim 2019

Formula Student in Hockenheim

Die Formel 1 der Studenten

Während in den Nachwuchsserien wie der Formel 2 oder Formel 3 die zukünftigen Formel-1-Rennfahrer gesucht werden, ist die Formula Student eine Spielwiese für Techniker.
Studenten der Universität Stuttgart wuseln um einen Rennwagen, der aussieht wie eine Miniatur eines Formel-1-Flitzers. Dabei ist der Formula-Student-Flitzer technisch zum Teil ausgetüftelter als ein GP-Bolide: riesige Heckflügel, allerhand Luftleitbleche, Zusatzflügel an der Nase. In der Formel 1 ist vieles technisch vorgegeben, in der Formula Student dürfen sich die Studenten aber bis auf wenige Vorgaben austoben.
Das Rennteam der Uni Stuttgart sind die Vorjahressieger des Formula-Student-Laufs in Hockenheim, der an diesem Wochenende wieder ansteht – mit 119 Teams und fast 3500 Studenten. Es kommen Mannschaften aus 23 Ländern, sogar aus Amerika, China, Indien oder Israel.

Die Uni Stuttgart gewann das Vorjahresrennen

Die Formula Student ist eine Rennserie für Studenten. Hier steht nicht der Fahrer im Vordergrund, sondern die Techniker. Es gibt drei verschiedene Klassen: mit Verbrennungsmotor (60 Teams), mit Elektromotor (39 Teams) und autonom fahrende Autos (20 Teams). „Die Elektro-Kategorie gewinnt auch bei uns immer mehr an Gewicht. Sponsoren lassen sich da leichter gewinnen als für Verbrennungsmotoren, das spürt man schon“, erklärt Dennis Schmid, Teamchef des Verbrennungsteams der Uni Stuttgart.
Das Rennen selbst wird in acht verschiedene Teilwettbewerbe untergliedert. Drei davon bilden den so genannten statischen Bereich. Dazu gehört zum Beispiel ein Kostenreport. Die Studenten müssen die Kosten für ein bestimmtes Bauteil – jedes Jahr ein anderes – vorstellen und verteidigen. Für den statischen Teil gibt es 325 Punkte.
675 Zähler werden für die Events vergeben, die die Rennwagen auch in der Praxis testen. Beschleunigungsfahrten, Querbeschleunigungs-Tests, ein Ausdauerrennen über 22 Kilometer, aber auch die Energieeffizienz wird geprüft. Schmid: „Natürlich spielt da auch der Fahrer eine gewisse Rolle. In der Regel gehen wir vorher Kartfahren. Das hat einen doppelten Nutzen: Erstens macht es Spaß und sorgt für eine gewisse Teambindung. Und zum anderen können wir testen, wer der Schnellste von uns ist.“
Das Verbrenner-Team der Uni Stuttgart besteht aus rund 40 Studenten. Für die Zeit im Rennteam nehmen sich die Studenten Urlaubssemester. „Wir arbeiten von Montag bis Sonntag. Da steckt Leidenschaft dahinter, anders geht es nicht. Von Oktober bis Dezember konstruieren wir das Auto. Für manche Aerodynamikteile haben wir länger Zeit. Dann wird das Auto gebaut und im Frühjahr getestet“, erklärt Schmid.
Nicht nur, weil jedes Jahr wieder neue Studenten mit am Werk sind, ändert sich das Fahrzeug. Schmid: „Wir bauen auf der Erfahrung der früheren Teammitglieder auf, analysieren, was gut läuft und was nicht, beobachten die Konkurrenz.“ Ein echtes technisches Wettrüsten also – wie in der Formel 1.
Das Herz des Stuttgarter Formula-Student-Flitzer ist ein Vierzylinder-Motor von Yamaha mit 600 ccm. Er leistet 85 PS. Zylinderkopf, Nockenwellengeometrie, Einlasshülsen – alles wurde von den Studenten überarbeitet.
Viele der Ingenieure landen nach der Formula Student und dem abgeschlossenen Studium im Rennsport. „Aber die meisten machen das nicht wegen des Lebenslaufs, sondern weil sie Bock drauf haben“, erklärt Schmid abschließend.
Impressionen von der Formula Student haben wir in der Bildergalerie.

Formula Student: Hockenheim 2019

Fotos: Luisa Diederichs; M. Zeitler

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