Bei den kompakten Campern geht die Post ab. In keinem Segment werden mehr Fahrzeuge verkauft, kein Segment wächst schneller. Kein Wunder, dass die im Trigano-Konzern als Einsteigermarke angesiedelte Firma Forster in dieser Saison (endlich) auch Kastenwagen anbietet. Damit wird die 2013 gegründete Marke zum Vollsortimenter, nachdem zuletzt 2015 Integrierte ins Programm aufgenommen worden waren. Die angebotenen neuen Modelle, vier an der Zahl, sind allesamt konventionell ausgerüstet. Solide Hausmannskost statt gewagter Experimente. Drei Grundrisse bieten quer eingebaute Heckbetten, einer die mittlerweile auch bei Kastenwagen gefragten Längseinzelbetten. Die Preise bewegen sich zwischen 36.300 Euro für den 5,41 Meter kurzen 541 HB und 39.990 Euro für den 6,36 Meter langen 636 EB. Bei uns trat der 599 VB an, der als Besonderheit ein Etagendoppelbett im Heck anbietet und laut Preisliste ab 37.990 Euro zu haben ist.
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Wohlfühlatmosphäre war ein Faktor bei der Konzeption

Forster Van 599 VB
Ein Gläschen zum Feierabend nimmt man hier sehr gerne ein. Die Tischerweiterung ist sinnvoll.
Das ist er: Ein Kompaktcamper, wie er im Buche steht. Knackig, wendig und bei Bedarf sogar familienfreundlich. Denn dank der etwas ungewöhnlichen Lösung mit zwei übereinanderliegenden Doppelbetten im Heck taugt der Forster als passabler Vierschläfer. Mit dem optionalen Sitzgruppen-Kit (390 Euro) steht sogar noch ein Notbett zur Verfügung. Wie schon am Einstiegspreis zu erkennen, richtet sich der 599 VB nur bedingt an preissensible Kunden. Günstig ja, aber nicht billig. Das merkt man auch, wenn man das Wohnmobil betritt. Wohlfühlatmosphäre war ein Faktor bei der Konzeption, das spürt man. Farben und Materialien sind geschmackvoll aufeinander abgestimmt – wenn
auch die braunen Sitzbezüge nicht jedem in unserem Team gefielen. Einhellig war indes die Meinung zur Verarbeitung: tadellos. Klar ist, der Raum ist knapp in einem Kastenwagen. Beim Forster betrifft das in erster Linie Stehhöhe (max 1,88 Meter) und Bettenlänge (max. 1,85 Meter). Längere Camper werden hier also eher nicht glücklich.

Ausweichmanöver absolviert er leicht und sehr spurstabil

Forster Van 599 VB
Der Forster nimmt den Hütchenparcours leicht und locker. Er liegt satt auf der Straße, Karosserieneigungen sind kaum zu spüren.
Das hat er: Alles an Bord, was man wirklich braucht: kleine Sitzgruppe mit Heizung in der Truhe und stabilem Tisch, sehr schönes Bad, kompakte Küche mit Zweiflammenherd und Heckstauräume für Gepäck. Komfort und Farbe bringen: grüne Lackierung (790 Euro), 140-PS-Motor (790 Euro), Markise (1190 Euro), Reisekomfort-Paket (u.a. Klimaanlage, Sitze mit Armlehnen, elektrische Fensterheber; 1190 Euro), Sicherheitskomfort-Paket (u. a. Beifahrer-Airbag, Tempomat; 690 Euro), Active-Paket (elektrische Trittstufe, Mückengittertür, Tischverbreiterung, Verdunkelung vorn; 990 Euro). So fährt er: Sehr wendig, aktiv und sicher. Auf der Landstraße ist der Forster zügig unterwegs, und auch auf der Autobahn gelingen Überholmanöver ohne großen Anlauf. Ausweichmanöver absolviert er leicht und sehr spurstabil. Das ESP arbeitet dabei vorbildlich. Die Lenkung wirkt etwas teigig und indirekt aus der Mitte. Da ist beim Fahrer etwas Feingefühl gefragt. Im Bremsentest von 100 km/h auf 0 fiel ein leichtes Fading auf. Der Bremsweg erhöhte sich von 47,52 Meter auf 50,06 Meter. Das ist nicht wirklich gefährlich, zeigt aber, dass ein ordentlicher Sicherheitsabstand zum Vordermann immer eine gute Sache ist.

Bildergalerie

Wohnmobil-Test Forster Van 599 VB
Wohnmobil-Test Forster Van 599 VB
Wohnmobil-Test Forster Van 599 VB
Kamera
Wohnmobil-Test Forster Van 599 VB
Fazit von Axel Sülwald: Günstig, flexibel, ordentlich bestückt und sauber verarbeitet – der erste Kastenwagen von Forster überzeugt. Die braunen Polster sind Geschmackssache, die knappen Betten könnten Kunden abschrecken. Urteil: vier von fünf Punkten.