Motoren-Fans aufgepasst: Auch im neuen Sprinter beglückt Mercedes-Benz mit einem Sechszylinder-Diesel als Topmotorisierung! Anders als in vielen Pkw des Hauses, die den neu entwickelten OM-656-Reihen Sechszylinder bekommen, bleibt's hier beim kompakteren V-Motor OM 642. 190 PS entwickelt das Aggregat, sieben Gänge werden nahezu unterbrechungsfrei von einer sahnigen Wandlerautomatik sortiert. Das passt perfekt zum Verwöhn-Auftritt des Frankia M-Line. Mit erstklassiger Verarbeitung, angenehmen Materialien und High-End-Technik überzeugt das Wohnmobil sofort. Das ist er: Ein Teilintegrierter der Luxusklasse. Obwohl unser Testfahrzeug noch aus der Vorserie kam, war sein Finish perfekt. Allein die Heckgarage mit gleich drei Klappen, der durchgehend als Stauraum nutzbare, beheizte Doppelboden und der geräumige Zwei-Personen-Grundriss mit Einzelbetten im Heck zeugen von viel Liebe zum Detail.

Die Sitzgruppe wird zur Wohlfühl-Oase

Frankia M-Line T 7400 GD
Die Stehhöhe liegt durchgehend bei 2,03 Metern. Viele Fenster machen's angenehm hell.
Das hat er: Eine integrierte Kabeltrommel mit Aufroll-Automatik. Spülenabdeckungen, die in definierte Aufnahmen passen und als Küchen-Arbeitsfläche genutzt werden. Eine Durchlade für Sprudel-Kästen neben dem Einstieg. Einen Handtuchheizkörper im Bad, Echtglas-Duschtüren, einen Kartuschen Wasserfilter – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Fast das Wichtigste aber ist die angenehme Atmosphäre im Innenraum. Viele Fenster und das Panoramadach lassen Licht in den Aufbau und machen die Rundsitzgruppe zur Wohlfühl-Oase. Die bequemen und vielfach verstellbaren SKA-Fahrerhaussitze lassen sich dabei so weit hochfahren, dass der Höhenunterschied zum Cockpit ausgeglichen wird. In alle Richtungen drehen und erweitern lässt sich auch der Tisch. Stauraum findet sich reichlich im Geschränk; ob eine Vitrine dazu wirklich nötig ist, entscheidet der persönliche Geschmack. Im Bad gibt's viel Bewegungsfreiheit, und es fehlt auch nicht an Handtuchhaltern und Spiegeln. Die Betten sind tellergefedert und sehr bequem, ein Klapptritt erleichtert den Einstieg. Bei derartiger Detailverliebtheit unerwartet: Die Klappe zur Kontrolle des Heizwasserstands kann nur geöffnet werden, wenn vorher der Fernseher beiseitegeschoben wird.
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Die Automatik fördert die moderate Geräuschkulisse

Frankia M-Line T 7400 GD
Trotz soft abgestimmter Federung bietet der Frankia ein sicheres Fahrverhalten und sehr agile Fahrleistungen.
So fährt er: Sanft und seidig. Das angenehme Grollen des V6-Diesels ist fast übergründlich gedämmt, was natürlich zum klapperfreien Ausbau passt. Die weit gespreizte Übersetzung der Automatik, die immer den richtigen Gang findet und die Drehzahl ökonomisch niedrig hält, fördert das gediegene Geräuschniveau. Recht weich abgestimmt ist das Fahrwerk, das Unebenheiten glattbügelt, aber auch ordentlich Seitenneigung zulässt. Das neue, intuitiv zu bedienende Multimedia-System (MBUX) mit großem Touchscreen hat sogar eine Spracherkennung, die bei der Adresseingabe hilft oder Komfortfeatures bedient. Toll auch die Sicherheits-Assistenzsysteme wie der Abstandsregeltempomat – so was ergibt bei einem Kilometerfresser einfach Sinn.

Fazit

Hohes Sicherheitsniveau, exzellente Verarbeitung und unzählige liebevolle Details, die das Nomadenleben versüßen: Der Frankia ist großartig! Seine Sprinter-Basis mit V6 passt perfekt zu ihm und weist den Weg in die vernetzte Reisemobil-Zukunft. Urteil: 4,5 von fünf Punkten