Für kleines Geld bekommt heute niemand mehr seinen Pkw-Führerschein. Theoretisch ist der Führerschein Klasse B zwar für etwa 1500 Euro zu haben. So günstig kommt aber nur davon, wer zuvor sehr fleißig auf einem Verkehrsübungsplatz unterwegs war und deswegen weitgehend auf Übungsstunden verzichten kann. Zweite Voraussetzung: Der Führerschein wird abseits der Ballungszentren absolviert.
Von Bundesland zu Bundesland gibt es teils enorme Preisunterschiede: In Brandenburg kann man die Fahrlizenz inklusive 15 Übungsstunden unter Umständen schon für 2000 Euro erwerben, in Bayern können am Ende bei gleicher Stundenzahl auch 3600 Euro auf der Rechnung stehen. Braucht der Fahrschüler mehr Übung, kann eine Münchener Rechnung auch locker über 4000 Euro liegen.
Wer hofft, Geld sparen zu können, indem er den Führerschein woanders macht, ist auf dem Holzweg: Grundsätzlich müssen Ausbildung und Prüfung am Wohnort gemacht werden, schließlich sollen Fahrschüler die Verkehrssituationen kennenlernen, mit denen sie im Alltag am häufigsten konfrontiert werden. Ausnahmen gibt es nur auf Antrag beim Straßenverkehrsamt, etwa wenn man die Prüfung an einem Zweitwohnsitz ablegen möchte.
Ratgeber Führerschein
Der Theorieunterricht ist in der Grundgebühr der Fahrschule inbegriffen.
Bild: Thomas Ruddies

Wie teilen sich die Führerscheinkosten auf?

Der Löwenanteil der Führerscheinkosten fließt in die Fahrstunden. Die Sonder- und Übungsfahrten machen rund 1500 bis 2400 Euro aus – je nach Anzahl kann es aber auch deutlich teurer werden. Es gibt aber gibt noch viele weitere Posten, die am Ende auf der Rechnung stehen und bezahlt werden müssen. Das Lehrmaterial schlägt mit 50 bis 100 Euro zu Buche, Sehtest und Erste-Hilfe-Kurs kosten ca. 50 bis 60 Euro.
Außerdem muss der Führerschein auch noch beim Amt beantragt werden (40 bis 70 Euro). Dazu kommen noch die Kosten für ein Passbild, der eventuelle Antrag zur Festlegung der Begleitperson für alle, die das "Begleitete Fahren mit 17" (circa 20 Euro) nutzen wollen – und nicht unerhebliche Fahrschul- und Prüfungsgebühren von ca. 450 bis 1000 Euro.

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Was kostet eine Fahrstunde?

Bei den Fahrstunden schwanken die Preise je nach Fahrschule und Region: Eine 45-minütige Regelfahrstunde kostet üblicherweise 50 bis 85 Euro. Für die Sonderfahrstunden (Autobahn-, Nacht- und Überlandfahrten) muss man mit 55 bis 100 Euro pro Trainingseinheit rechnen. Eine Sonderfahrt sollte dabei nicht mehr als das 1,5-Fache der Regelfahrstunde kosten. Vorgeschrieben sind in Deutschland folgende Sonderfahrstunden: drei Nachtfahrten, vier Autobahnfahrten und fünf Überlandfahrten.
Viele Fahrschüler benötigen von diesen speziellen Übungseinheiten nicht mehr als der Gesetzgeber verlangt, allerdings liegt das im Ermessen des Fahrlehrers. Für die "normalen" Regelfahrstunden gibt es keine Vorschrift, die benötigte Anzahl schwankt von Schüler zu Schüler mitunter aber deutlich: Je nach Talent, fallen üblicherweise zwischen 12 und 20 Fahrstunden an, wobei Schüler im ländlichen Raum oft mit weniger Einheiten auskommen als Großstädter, die mit dem dichten, unübersichtlichen Verkehr in der City zurechtkommen müssen.
Fahrschulauto einer Fahrschule
Die Fahrstunden haben den größten Anteil an den Führerscheinkosten. Sie schlagen mit etwa 1500 bis 2400 Euro zu Buche.
Bild: DPA

Welche Gebühren kommen auf Fahrschüler zu?

Neben der Gebühr für die Beantragung und Ausstellung des Führerscheins verlangen auch die Ausbildungsbetriebe selbst eine Grundgebühr. Die ist von Fahrschule zu Fahrschule unterschiedlich und umfasst nicht nur die Anmeldung und den Verwaltungsaufwand, sondern üblicherweise auch die 14 gesetzlich vorgeschriebenen Doppelstunden Theorieunterricht. In der Regel liegen die Kosten bei etwa 350 bis 580 Euro.
Wichtig: Die günstigste Fahrschule ist nicht immer die beste, manchmal lohnt es sich, etwas mehr in die Grundgebühr zu investieren und dafür vielleicht von niedrigeren Preisen für die Fahrstunden zu profitieren.
Außerdem kommt noch eine Gebühr für die beiden Prüfungen (Theorie und Praxis) dazu, die zusammen bei rund 150 Euro liegt, und von der Prüfstelle (zum Beispiel TÜV oder DEKRA) verlangt wird. Meistens übernimmt die Fahrschule die Anmeldung und rechnet diese Gebühr direkt mit der Prüfstelle ab, allerdings nicht immer ohne Aufschlag: Für die Vorstellung zur theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung sollte man etwa 125 bis 450 Euro einkalkulieren.

Führerschein-Kosten 2024

Führerschein-Kosten 2024
15 x reguläre Fahrstunden
720 bis 1275 Euro
12 x Sonderfahrten
660 bis 1200 Euro
Grundgebühr
350 bis 580 Euro
Theorie-Prüfungsgebühr
etwa 25 Euro
Praxis-Prüfungsgebühr
etwa 130 Euro
Gebühr für die Vorstellung
125 bis 455 Euro
Lehrmaterial
50 bis 95 Euro
Sehtest & Erste-Hilfe-Kurs
50 bis 60 Euro
Ausstellung des Führerscheins
40 bis 70 Euro
Gesamt
2150 bis 3890 Euro

Wie kann man beim Führerschein sparen?

An den Prüfungs- und Antragsgebühren ist kaum zu rütteln, auch Erste-Hilfe-Kurs und Sehtest müssen bezahlt werden. Sparen kann man unter Umständen am Lehrmaterial, das man sich von Freunden ausleihen kann. Auch die eine oder andere private Trainingseinheit auf einem dafür vorgesehenen Verkehrsübungsplatz kann durchaus helfen, die Zahl der Fahrstunden gering zu halten. Vorausgesetzt, man hat jemanden, der einem sein Auto zur Verfügung stellt und mit zum Üben fährt.
Wer neben dem Pkw-Führerschein noch eine weitere Lizenz erwerben will (zum Beispiel den Motorrad-Führerschein), der kann außerdem sparen, indem er beide Führerscheine auf einmal macht: Zwar fallen für die Bike-Erlaubnis auch Fahrstunden und Gebühren an, die Grundgebühr und der darin inbegriffene Theorieunterricht müssen aber nur einmal bezahlt werden.

Was, wenn man durch die Fahrprüfung fällt?

Wer die theoretische oder praktische Prüfung nicht auf Anhieb besteht, der kann beliebig viele weitere Versuche starten. Allerdings fallen dafür noch mal die gleichen Gebühren an: Auf jeden Fall bittet die Prüfungsbehörde Prüfungs-Wiederholer zur Kasse (Theorie rund 25 Euro, Praxis rund 130 Euro), und auch die meisten Fahrschulen setzen den zusätzlichen Aufwand auf die Rechnung. Nur selten ist eine zweite Prüfung bereits inklusive.
Wer bei der praktischen Führerscheinprüfung durchgefallen ist, der braucht üblicherweise auch noch weitere Fahrstunden, die ebenfalls bezahlt werden müssen. Achtung: Manche Fahrschulen verlangen nach dem Durchfallen einen höheren Preis für die Fahrstunden. Darüber sollte man sich schon vor Beginn der Ausbildung informieren und sich eventuell für eine andere Fahrschule entscheiden.

Wie findet man die beste Fahrschule?

Vor allem in Großstädten gibt es zahlreiche Fahrschulen, und die Wahl fällt nicht immer leicht. Die Preise sind dabei sicher ein wichtiges Argument, deswegen sollten vor der Anmeldung die jeweiligen Tarife genau verglichen werden. Neben der Faustregel, dass eine Sonderstunde nicht mehr als das 1,5-Fache einer Regelfahrstunde kosten sollte, gibt es noch zwei weitere Anhaltspunkte: Die Grundgebühr sollte nicht mehr als das Zehnfache einer normalen Fahrstunde betragen, die Prüfungsgebühr nicht mehr als das Fünffache.
Eine günstige Fahrschule ist aber nicht alles: Ein wichtiges Argument ist zum Beispiel die Lage der Fahrschule. Schließlich hat man während der Ausbildung noch keinen Führerschein und muss mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder dem Eltern-Taxi hinkommen.
Und auch die Sympathie spielt eine Rolle, immerhin verbringt man mit dem Fahrlehrer oder der Fahrlehrerin zahlreiche Stunden gemeinsam im Auto – und ein gutes zwischenmenschliches Verhältnis ist für den Erfolg bei der Prüfung sicherlich nicht verkehrt.
Fahrschüler und Fahrlehrer
Fahrschüler und -lehrer verbringen viel Zeit miteinander. Sympathie ist daher ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Wahl der Fahrschule.
Bild: dpa
Abgesehen davon, dass man sich selbst vor Ort ein Bild von der Fahrschule machen sollte, können Empfehlungen von Freunden und Bekannten eine wertvolle Hilfe sein. Auch Bewertungen im Internet können einen Anhaltspunkt geben, sind aber mit Vorsicht zu genießen: Nicht jeder Verfasser beurteilt die Fahrschule nach einer gescheiterten Prüfung noch ausreichend neutral.

Führerschein-Kosten: Die häufigsten Fragen

Warum ist der Führerschein so teuer geworden?

Die erhöhten Ausgaben für Versicherungen, Kraftstoff, Fahrzeuge, Mieten, Löhne und andere Faktoren führen insgesamt zu einer Steigerung der Kosten für den Erwerb eines Führerscheins. Hinzu kommt, dass sich der Verkehr im Laufe der Zeit deutlich komplexer entwickelt hat, was eine größere Anzahl von Pflichtstunden für theoretische und praktische Ausbildung erforderlich macht im Vergleich zu früheren Zeiten.

Wie viel Kosten die Fahrstunden?

Die Preise für Fahrstunden können sich von Bundesland zu Bundesland sowie auch von Fahrschule zu Fahrschule erheblich unterscheiden. Für eine Übungsfahrt (45 Minuten) müssen Sie mit 48 bis 84 Euro rechnen, für eine Sonderfahrt mit 55 bis 100 Euro.

Wie viel kostet ein Führerschein 2024?

Innerhalb Deutschlands unterscheiden sie die Kosten für einen Führerschein erheblich. Die Peisspanne liegt zwischen 2000 und 4000 Euro. Werden viele Fahrstunden benötigt, kann die Rechnung auch deutlich höher ausfallen. Im Durchschnittlich liegen die Kosten für einen Führerschein bei etwa 3000 bis 3300 Euro.

Wie viele Fahrstunden muss man machen?

Um zur Führerscheinprüfung antreten zu dürfen, muss der Fahrschüler zuvor zwölf Sonderstunden absolviert haben: fünf Überland, vier Autobahn und drei bei Dunkelheit. Die Anzahl der normalen Übungsstunden ist nicht vorgeschrieben.