Fußball-EM 2024: China am Ball
BYD fährt der deutschen Autoindustrie bei der EM davon

Der chinesische E-Auto-Riese BYD hat die Werbebühne bei der Heim-EM 2024 übernommen. Hat sich die deutsche Autoindustrie selbst ins Abseits gestellt?
Bild: BYD
Die Fußball-Europameisterschaft 2021 fand in diversen Metropolen Europas statt. Auf der Sponsorenliste der EM: Volkswagen, das deutsche Vorzeigeunternehmen. Jetzt, drei Jahre später, läuft das Fußball-Spektakel in Deutschland. Es ist unsere Heim-EM, womöglich das nächste Sommermärchen. Aber: VW ist nicht mit dabei im Sponsoren-Kader. Auch nicht Mercedes oder BMW. Stattdessen strahlt der chinesische E-Auto-Hersteller BYD auf den großen Leinwänden in den Stadien.
Hat sich die deutsche Autoindustrie bei der Fußball-EM 2024 selbst ins Abseits gestellt?
Fußball-EM 2024: China dribbelt auf dem deutschen Werbemarkt
Volkswagen war bis 2022 Partner der UEFA. "Wir standen ständig in Kontakt mit CAA Eleven, der UEFA-Sponsoringagentur. Natürlich wollten sie, dass wir verlängern", erklärt Gerd Voss, VW-Sportkommunikationschef, gegenüber der "Wirtschaftswoche". Doch trotz einer erfolgreichen Kooperation zog VW den Stecker.
"Wir haben ein striktes Effizienz- und Kostensenkungsprogramm gestartet. Ziel: die Zukunftsfähigkeit von Volkswagen sichern", so Voss weiter. Übersetzt heißt das: VW spart – auch bei der EM.

Drei Jahre nach der letzten EM ohne Publikum übernimmt der chinesische E-Auto-Riese BYD die Werbebühne bei der Heim-EM 2024.
Bild: dpa
Aber warum sprangen andere deutsche Autobauer nicht ein? BMW erklärt, es habe keine Anfrage gegeben. "Wäre eine gekommen, hätten wir sie geprüft", so ein Sprecher zur Wirtschaftswoche. Von Mercedes und Audi habe es laut dem Bericht keinen Kommentar gegeben.
BYD auf Eroberungskurs: Deutschland im Visier
Während Volkswagen also den Sparmodus aktiviert hat, legt BYD jetzt erst so richtig los: Mit einer großen Marketingoffensive rund um die Euro 2024 will der chinesische Elektro-Riese auf dem deutschen Markt Fuß fassen. Noch sind die Zahlen klein: 2023 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt gerade einmal 4141 BYD-Neuzulassungen. Dieses Jahr? Bisher magere 393 im ersten Quartal. Aber BYD denkt groß – und der Konkurrenzdruck auf VW, BMW und Mercedes steigt.
Immerhin: VW ist als Sponsor dann doch noch dabei bei der EM. Aber nur, solange die deutsche Nationalmannschaft im Turnier ist. Denn die Wolfsburger sind Mobilitätspartner der DFB-Elf.
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