Fußball-Held Andreas Brehme gestorben
Andy Brehme: Darum machte sich der WM-Held für die MPU stark

Zum Tod von Andreas "Andy" Brehme: Warum das Fußball-Idol bei einer MPU-Schule einstieg und es bei der WM 1990 Ärger um seinen Mercedes SL gab.
Bild: Audi
- Frederik Hackbarth
Deutschland trauert um WM-Held Andy Brehme: Der Weltmeistermacher von 1990 starb in der Nacht auf Dienstag im Alter von nur 63 Jahren an einem Herzinfarkt in seiner Wohnung im Münchner Glockenbachviertel, sämtliche Rettungsversuche kamen zu spät.
In der bayerischen Landeshauptstadt, seit vielen Jahren Wahlheimat des gebürtigen Hamburgers Brehme, traf man den Siegtorschützen des WM-Endspiels von Rom aber nicht nur beim Fußball oder gesellschaftlichen Anlässen an, sondern hin und wieder auch bei Schulungen zur MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung, im Volksmund auch "Idiotentest" genannt).

Starb nur wenige Wochen nach "Kaiser" Franz Beckenbauer (M.): Andy Brehme, hier beim Selfie mit F1-Weltmeister Nico Rosberg.
Bild: picture-alliance
Den Grund dafür verriet Brehme Ende 2022 im Interview mit dem "Stern": "Vor zwölf Jahren wurde ich mit 1,78 Promille erwischt. Auf der Party eines Fernsehsenders hatte ich acht Weißweinschorlen und zwei Long Island Ice Tea getrunken und bin dann idiotischerweise noch mit dem Auto nach Hause gefahren."
Brehme geriet in eine Verkehrskontrolle, die Justiz kannte auch für große Namen keine Gnade: 30.000 Euro Strafe und ein Jahr Fahrverbot!
Brehme steigt bei MPU-Schule ein
Doch der Vorfall rüttelte den Weltmeister damals wach – und er bekam Hilfe: "Ein Bekannter, der eine MPU-Schule führte, vermittelte mir einen Kurs und bot mir an, in seine Firma einzusteigen. Als ich den MPU-Test bestanden hatte, hab' ich zugesagt", erinnerte sich Brehme, der fortan auch öfter mal persönlich bei Schulungen vorbeischaute und versuchte, Betroffenen zu helfen. "Wenn Kurse in München stattfinden, erzähle ich auch manchmal meine Geschichte. Ich weiß ja, wie man sich fühlt, wenn man sich in solch eine Situation gebracht hat. Da kriegst du einen gewaltigen Hals auf dich selbst. Es dauert einige Zeit, bis man erkennt, dass eine besoffene Autofahrt nicht bloß ein Lapsus ist, sondern dass man sein Leben hinterfragen und ändern muss", sagte Brehme.

Gern gesehener Gast: Andy Brehme auf der AUTO BILD Motorsport-Lounge mit Ex-DMSB-Generalsektretär Christian Schacht.
Bild: Auto Bild Motorsport
In den letzten Jahren saß das Fußball-Idol selbst nur noch selten hinterm Steuer: "Im vergangenen Jahr bin ich nur 3000 Kilometer gefahren", berichtete er in dem Interview. Autos und vor allem Motorsport interessierten Brehme trotzdem, sodass er schon mal im Formel-1-Fahrerlager von Monza, bei der DTM am Hockenheimring oder auch auf der AUTO BILD Motorsport-Lounge am Nürnberger Dutzendteich anzutreffen war.
Bei der WM 1990: Ärger um Mercedes SL
Wie sehr es Autos dem Linksverteidiger der damaligen Nationalmannschaft angetan hatten, daran erinnert sich zu seinem Tod auch Teamkollege und Weltmeister-Keeper Bodo Illgner: "63 ist doch kein Alter. Der Andy war immer gut gelaunt, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Ich habe ihn nur einmal etwas sauer erlebt: Während der WM 1990 hatte sich der Litti (Pierre Littbarski; d. Red.) mal sein Auto ausgeliehen, um mit uns von Erba nach Mailand zum Essen zu fahren – aber ohne den Andy zu fragen. Das war sein neuer Mercedes SL, den er wohl gerade bekommen hatte."

Autoliebhaber: Andy Brehme am Steuer seines Mercedes SL R 129.
Bild: andibrehme/instagram
Spätestens beim Finale in Rom am 8. Juli 1990 dürfte die Stimmung zwischen den Teamkameraden aber wieder gut gewesen sein: Mit seinem Schuss ins Glück in der 85. Minute machte sich Brehme zur Legende und trug seinen Namen für alle Zeit in die deutschen Geschichtsbücher ein.
Service-Links