Gaffer am Unfallort
Guck mal, wer da stirbt

Es ist eine besorgniserregende Tendenz: Polizei und Retter treffen am Unfallort immer häufiger auf skrupellose Schaulustige. Jetzt wird eine neue Maßnahme gegen Gaffer getestet.
Die Beamten hatten alle Hände voll zu tun. Als in Bielefeld eine 56-jährige Autofahrerin bei einem Zusammenprall schwer verletzt wurde, musste die Polizei nicht nur den Verkehr regeln. Schaulustige störten die Rettungsarbeiten, reagierten nicht auf Platzverweise. Erst die Drohung mit der Zelle ließ die hartnäckigen Gaffer verschwinden. Kein Einzelfall: Bundesweit beklagen Rettungskräfte und Polizei die zunehmende Dreistigkeit der Schaulustigen, die mit gezückten Smartphones und Digitalkameras ihr Recht auf reale Unterhaltung einfordern – und damit Menschenleben gefährden.
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"Die Gaffer filmen bis in die Unfallautos hinein", klagt Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft.
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In Nordrhein-Westfalen werden Sichtschutzwände getestet. Kleine Öffnungen sorgen für Stabilität bei starkem Wind.
Sichtschutz gegen Gaffer
In der Realität kommen diese Strafen ohnehin kaum vor. Die Einsatzkräfte sind mit ihren eigentlichen Aufgaben zu sehr beschäftigt, um auch noch Beweise gegen uneinsichtige Crash-Glotzer sammeln zu können. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert daher Sichtschutzwände, wie sie in einem Pilotversuch in Nordrhein-Westfalen getestet wurden. "An die Einsicht der Leute zu appellieren, habe ich aufgegeben", sagt Polizist Wendt. Bei gewissenlosen Gaffern hilft nur noch: Vorhang zu.
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