Der Diesel wird immer unbeliebter, daran lassen die Zulassungsstatistiken keinen Zweifel. Als vor acht Jahren der Abgasskandal gerade erst ins Rollen geriet und Stromer und Hybride keine nennenswerte Rolle spielten, betrug sein Anteil an den Pkw-Zulassungen noch knapp 50 Prozent.
Seitdem geht es bergab, in den letzten zwölf Monaten lag die Quote gar nur noch bei etwas über 15 Prozent, während Ottomotoren noch etwa ein Drittel der Zulassungen ausmachen. Das lag auch an der Preisentwicklung des Dieselkraftstoffs, die vor allem seit 2020 stark anstieg, inzwischen aber wieder rückläufig ist.
Vor allem bei den Klein- und Kompaktwagen wurde der Diesel verdrängt, viele Hersteller bieten in den unteren Segmenten inzwischen auch keine Dieseloption mehr an. Dabei sind gerade diese Modelle als Selbstzünder herausragend sparsam.

Sechs gebrauchte Diesel mit Testverbrauch unter 5 Litern

Eine Analyse unserer Testdatenbank, gefiltert nach den sparsamsten Verbräuchen, bringt vor allem rund zehn Jahre alte Dieselmodelle zum Vorschein. Sechs davon stellen wir hier vor, sie alle erreichten einen Testverbrauch von weniger als fünf Liter Diesel auf 100 Kilometer, was zum Teil Reichweiten von deutlich über 1000 Kilometern ermöglicht.

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Und weil es sich nicht um große Limousinen oder SUV handelt, finden sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt viele Angebote mit Laufleistungen von unter 100.000 Kilometern. Und die werden aufgrund der sinkenden Popularität des Diesels oftmals ziemlich günstig angeboten.

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Dazu verfügen die älteren Versionen dieser Modelle oft noch nicht über eine Harnstoffeinspritzung (SCR-Katalysatoren). Höhere Stickoxid-Emissionen sind der Nachteil, weniger anfällige Komponenten am Fahrzeug und der Entfall des AdBlue-Nachtankens der Vorteil. Zu beachten gilt, dass die meisten Modelle nur die Schadstoffklasse Euro 5 erreichen (Euro 6 wurde erst im September 2015 für alle neu zugelassenen Fahrzeuge zur Pflicht) und damit in entsprechende Fahrverbotszonen nicht einfahren dürfen. Diese finden sich jedoch nur in Abschnitten einiger Städte wie Darmstadt, Hamburg oder Stuttgart.

Citroën C4 Cactus BlueHDi 100

  • Bauzeitraum: 2014 bis 2018
  • Leistung: 100 PS
  • Testverbrauch: 4,6 l
  • Preise: ab 8000 Euro
Seine Airbumps sind sein Erkennungszeichen, die Kunststoffpolster verbaute Citroën bei der zweiten Generation nicht mehr, was den ersten Cactus nur noch besonderer macht. Er zählt zu den entspannten Typen, watteweich nicht nur das Fahrwerk, sondern auch die Sitze. Das kann gefallen, mangels Seitenhalt in Kurven aber auch nerven. Der kleine Crossover wurde von Citroën auf Leichtbau getrimmt, blieb selbst als Diesel bei einem Leergewicht von unter 1,2 Tonnen.
Citroen C4 Cactus
Beim Cactus achtete Citroën peinlichst genau auf das Gewicht. Auch das macht ihn effizient.
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Das macht den knuffigen Franzosen nicht nur genügsam, sondern auch ausreichend flott: 100 PS genügen für weniger als zwölf Sekunden Sprintzeit auf 100 km/h, entspannt also, aber auch nicht phlegmatisch. Der besondere Reiz am Cactus: Der außergewöhnlich gestaltete Typ zählt als Diesel zu den sparsamsten überhaupt.
Schwachstellen: Der Cactus basiert auf dem C3 (2. Generation), und der fällt beim TÜV mit triefenden Antrieben, defekten Abgasanlagen, ausgeschlagenen Lenkgelenken und defekten Federn und Dämpfern auf. Trotz der Leichtigkeit scheinen die Komponenten unterdimensioniert. Dazu taucht Rost auf, nicht nur beim TÜV, auch bei der Zerlegung des AUTO BILD-Dauertest-Cactus. Der erreichte aufgrund eines Getriebeschadens nur eine 4+. Ab November 2016 wurden die Schaltgetriebe optimiert. Umständlich ist die Bedienung der Klimaanlage: Alles läuft über den Zentralbildschirm, der auch noch oft abstürzt. Das optionale ETG-Getriebe nervt mit langen Schaltpausen.

VW Golf 7 1.6 TDI BlueMotion

  • Bauzeitraum: 2013 bis 2017
  • Leistung: 110 PS
  • Testverbrauch: 4,9 l
  • Preise: ab 9000 Euro
Zum umfangreichen Talente-Repertoire des Golf 7 gehört auch Sparsamkeit. Als 1.6 TDI mit 110 PS gehört er zu den besonders knauserigen Kandidaten, die im AUTO BILD-Test einen Durchschnittsverbrauch von unter fünf Liter auf 100 Kilometer erreicht haben. Voll beladen stößt der sparsame TDI jedoch an seine Grenzen. Immerhin liegen seine 250 Newtonmeter bereits bei 1500 Touren an, dazu schafft der Golf mit dem Sparmotor, wenn es sein muss, bis zu 200 km/h in der Spitze.
VW Golf 1.6 TDI BlueMotion
Geht es um maximale Sparsamkeit, ist der 1.6 TDI (90 bis 115 PS) die erste Wahl.
Bild: Christian Bittmann
Die restlichen Talente sind bekannt: viel Platz, ordentliche Fahrwerksabstimmung, komfortable Sitze und die unkomplizierte Bedienung. Durch die weite Verbreitung können Käufer bei der Gebrauchtwagensuche aus einem vielfältigen Angebot auswählen.
Schwachstellen: Gerade bei frühen Modellen des Golf 7 nervt das Navi mit häufigen Abstürzen. Kommt es beim Schaltgetriebe zu Schwierigkeiten beim Gangwechsel, hilft in viele Fällen eine Einstellung der Seilzüge. Einige Besitzer beschweren sich über die weite Spreizung der Gänge. Bei DSG- Modellen rupft dagegen vor allem im kalten Zustand die Kupplung. Achtung, auch beim EA288 gibt es den Verdacht auf illegale Abschaltvorrichtungen. Einen vom KBA angeordneten Pflicht-Rückruf, wie beim EA189, hat es bisher jedoch noch nicht gegeben. Ausgeschlossen ist das allerdings nicht. Im auf der folgenden Seite vorgestellten Skoda Octavia kommt ebenfalls der EA288 zum Einsatz.

Skoda Octavia 1.6 TDI GreenLine

  • Bauzeitraum: 2014 bis 2016
  • Leistung: 110 PS
  • Testverbrauch: 4,5 l
  • Preise: ab 11.000 Euro
Die guten Gene (Modularer Querbaukasten) sorgen beim Octavia III für Leichtigkeit. Im Vergleich zu seinem Vorgänger speckte der Tscheche nämlich rund 100 Kilogramm ab. In Verbindung mit der GreenLine-Ausstattung (15 Millimeter Tieferlegung, 16-Zoll-Räder mit rollwiderstandsoptimierten Reifen) avancierte der Octavia zu einem der sparsamsten Mittelklasseautos überhaupt. Dazu zählt er in diesem Segment zu den geräumigsten Modellen, bietet als Limousine 590 Liter Kofferraumvolumen, als Kombi 610 bis 1740 Liter Stauraum.
Skoda Octavia RS TDI
Als GreenLine-Version ist der Octavia um 15 Millimeter tiefergelegt und fährt auf 16-Zoll-Rädern mit rollwiderstandsoptimierten Reifen.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
Nachteil der GreenLine-Version: Die Anhängelast fällt mit 1000 Kilogramm vergleichsweise gering aus. Andere Versionen können bis zu 1,8 Tonnen an den Haken nehmen. Der Aktionsradius ist dagegen riesig: Mit einer Tankfüllung (50 Liter) schafft der Octavia 1000 Kilometer und mehr.
Schwachstellen: Vor allem beladen wirkt der 110-PS-TDI schnell überfordert. Das Fahrwerk ist im Vergleich zu anderen Versionen etwas straffer. Im Dauertest fiel am Octavia III (150-PS-TDI) der Startknopf aus, zudem zickte der Tempomat, Knistergeräusche aus dem Armaturenbrett nervten die Fahrer. Schlimmer war jedoch die Doppelkupplung, die beim Anfahren für holprige Starts sorgte. Typisch bei älteren Diesel ist die Verkokung des Ansaugtrakts. Dieses lässt sich per chemischer (Wasserstoff) oder mechanischer Reinigung (Walnussstrahlen) beseitigen. Die Kosten liegen zwischen 200 und 800 Euro.

Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic

  • Bauzeitraum: 2010 bis 2015
  • Leistung: 95 PS
  • Testverbrauch: 4,3 l
  • Preise: ab 5000 Euro
Kleinwagen mit Diesel? Klingt heute eigenartig. Im Falle des Fiesta, dessen gut gedämmter Vierzylinder in mehreren Hinsichten besticht, kann man sich an diese Kombination jedoch schnell gewöhnen. Abgesehen von seinem Spatzendurst spricht der geschmeidig laufende 1.6 TDCi spontan an und erreicht mit seinen 205 Newtonmetern trotz seines länger übersetzten Fünfganggetriebes (Automatik gab es nicht) ordentliche Elastizitätswerte.
Ford Fiesta 1.0 Powershift
Der Fiesta- Antrieb gefällt nicht nur mit Spatzendurst, sondern arbeitet auch kultiviert.
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Als Econetic rüstete Ford den Fiesta mit besonders schmalen 14-ZollRädern aus und erweiterte die Ausstattung 2012 mit einer Start-Stopp-Automatik. Zu den weiteren Pluspunkten zählen die gute Lenkung sowie der mehr als ordentliche Federungskomfort.
Schwachstellen: Kleinwagen wie der Fiesta leiden im hohen Alter oft an Wartungsstau, Angebote mit regelmäßig durchgestempeltem Inspektionsheft sind relativ schwer zu finden. Doch bei ordentlicher Pflege läuft der kleine Diesel nicht selten über 300.000 Kilometer. Bei der Ausstattung gilt "weniger ist mehr", denn Elektronikmacken sind beim Fiesta typische Schwächen.

Renault Captur 1.5 dCi 90

  • Bauzeitraum: 2013 bis 2019
  • Leistung: 90 PS
  • Testverbrauch: 4,6 l
  • Preise: ab 8500 Euro
Einen ziemlich gelungenen Wurf stellte Renault mit dem Captur auf die Räder. Die erste Generation basiert technisch auf dem Kleinwagen Clio IV, ist deshalb nur mit Front antrieb gesegnet. Besonders gern wurde der Captur mit knackiger Zweifarblackierung geordert und macht mit seinen oft großen Rädern einen schlanken Fuß. Obendrein begeisterte der Captur auch die Sparfüchse unter den Käufern. Einerseits bekamen die für einen kleinen Aufpreis einen im Vergleich zum Clio deutlich luftigeren Crossover. Andererseits einen der besonders sparsamen Sorte. Besonders der hier vorgestellte Diesel mit 90 PS.
Renault Captur Intens TCE 155 EDC
Gebrauchte Renault Captur im gepflegten Zustand sind nicht schwer zu finden.
Bild: AUTO BILD / Sven Krieger
Klingt nach wenig Leistung, doch dank 220 Newtonmetern hat der Kleine noch ausreichend Durchzug zu bieten. Der komfortabel orientierte Captur konnte oft ältere Kunden für sich gewinnen, weshalb sich gepflegte Gebrauchtangebote des Franzosen schnell finden lassen.
Schwachstellen: Versionen mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe (Sechsgang für 110-PS-Version) sind dem nicht sehr behutsam einkuppelnden DSG-Getriebe (EDC) vorzuziehen. Die Sitze bieten wenig Seitenhalt und sind nicht unbedingt langstreckentauglich. Der Clio-Unterbau leidet zudem am hohen Gewicht. Die Folge sind überdurchschnittlich viele Mängel an der Achsaufhängung, weiß der TÜV. Kritischer Rost und Probleme bei der Abgasuntersuchung kommen hier außerdem vor. Zudem begünstigt die mäßige Lackqualität Abplatzer.

BMW 320d Efficient Dynamics Edition

  • Bauzeitraum: 2011 bis 2018
  • Leistung: 163 PS
  • Testverbrauch: 4,6 l
  • Preise: ab 12.000 Euro
BMW feilte fleißig an der Generation F30, die im Vergleich zum Vorgänger besser verarbeitet, souveräner und entspannter wirkt. Das liegt am optimierten Fahrwerk, das deutlich mehr zum Komfort beiträgt, ohne die dynamischen Talente zu opfern. Aber auch an damals neuen Gimmicks wie dem optionalen Fahrerlebnisschalter, mit dem sich Fahrwerk und Ansprechverhalten des Antriebs beeinflussen lassen. Besonders gelungen: Die neue Automatik von ZF mit nun acht statt vorher sechs Stufen begeistert nicht nur mit ihrer zackig-unauffälligen Schaltakrobatik, sondern hilft dank der weiten Drehzahlspreizung auch beim Sparen.
BMW 320d Limousine
Auch die Versionen des 320d mit 184 und 190 PS (im Bild) begnügten sich mit einem Testverbrauch von rund fünf Litern.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Der ZweiliterTurbodiesel leistet 163 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment. So sind 230 km/h möglich, auf der Verbrauchsrunde im Test reichten dem Bayern dennoch beeindruckend sparsame 4,6 Liter Diesel.
Schwachstellen: Im TÜV- Report fällt der F30 vermehrt mit defekten Federn und Dämpfern, Fehlfunktionen der Handbremse sowie mit Ölverlust auf. Dazu verpatzt er häufiger die Abgasuntersuchung. Rost ist dagegen überhaupt kein Thema beim F30. Wohl aber das Thema Steuerkette, das sowohl den N47-Motor betrifft als auch seinen Nachfolger, den Baukastenmotor B47 (ab 2015). Kein Kauf ohne Kaltstart-Test, da darf kein Schnattern, Schleifen oder Schrammen aus dem Motorraum zu hören sein. Auf der sicheren Seite: Bereits von Fachfirmen ersetzte Steuerketten, die mit optimierten Kettenspannern sicherer laufen sollen. Regelmäßige Ölwechsel nach Vorgabe sind Pflicht bei diesen Motoren.