Gebrauchte Kleinstwagen im Check: Fiat 500, VW Up, Renault Twingo und Co
Diese sechs gebrauchten Kleinstwagen sind eine Empfehlung!

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Kleinstwagen bieten sich als smarte Lösung für den urbanen Verkehr an. AUTO BILD stellt sechs der cleveren Kisten vor, gibt Kauftipps und erklärt, worauf Gebraucht-Käufer achten sollten!
Bild: Tobias Kempe / AUTO BILD
Sie verschwinden vom Markt, denn die Hersteller setzen zunehmend auf höhere Renditen, die sich mit dem Verkauf von Kleinstwagen nur schwer erzielen lassen. Doch keine Sorge: Auch wenn viele Marken die kleinen, cleveren Kisten inzwischen aus dem Angebot gestrichen haben, bleiben uns Renault Twingo, Hyundai i10 und Co auf dem Gebrauchtmarkt noch lange erhalten.
Neben dem kleinen Franzosen und dem Koreaner stellen wir mit VW Up, Ford Ka+, Fiat 500 und Citroën C1 vier weitere Kleinstwagen vor, die sich für den Stadtverkehr empfehlen. Nicht nur die Abmessungen fallen überschaubar und damit parkfreundlich aus, sondern auch die Kosten für Wartung und Reparatur. Denn technisch kommt hier oft einfache Kost zum Einsatz. Und inzwischen haben sich auch die Gebrauchtpreise wieder entspannt: Bereits für rund 5000 Euro finden sich gepflegte Exemplare mit durchgängiger Wartungshistorie und Laufleistungen von deutlich unter 100.000 Kilometern.
Bei aller Sympathie sollte man aber auch die ganz kleinen Typen vor dem Kauf genau unter die Lupe nehmen. Denn der urbane Dauereinsatz sowie häufiger wechselnde Fahrer setzen den Verschleißteilen arg zu. Das beweisen die Noten im TÜV-Report, wo die ganz Kleinen üblicherweise auf den hinteren Plätzen landen. Hier kommen unsere sechs Tipps!
Citroën C1 (Generation 2): Dieser Franzose bereitet kaum Sorgen
- Bauzeitraum: 2014 bis 2022
- Leistung: 69 bis 82 PS
- Empfohlene Motorisierung: VTi 72 mit 69 PS
- Preis ab: 5200 Euro
Nur weil der Citroën C1 mit unter 3,50 Meter Länge besonders klein ausfällt, muss man hier nicht auf den markentypischen Komfort verzichten. Denn die angenehm weich abgestimmte Federung unterscheidet sich von den ansonsten eher straff abgestimmten Typen in diesem Segment. Wo Abstriche gemacht werden müssen? Auf der Rückbank und beim Kofferraum. Im Fond fühlen sich Erwachsene mit Knie und Scheitel zwischen Vordersitzen und Dach ziemlich eingekeilt.

Der Citroën C1 entstammt einer Kooperation mit Peugeot und Toyota, teilt sich mit 108 und Aygo die solide Technik. Mit unter 3,50 Meter Länge fällt der Platz im Fond und im Kofferraum relativ knapp aus.
Bild: Toni Bader
Und mit 196 bis maximal 780 Liter Volumen passt in die Kofferräume der Konkurrenten locker ein Gepäckstück mehr rein. Dafür ist es kein Kunststück, den C1 mit Verbräuchen unterhalb von sechs Litern auf 100 Kilometer zu bewegen. Denn das Leergewicht liegt hier deutlich unter einer Tonne – da reichen die 82 PS des 1,2 Liter großen Dreizylinders bereits für flotte Sprints.
Schwachstellen: Kaum Auswahl gibt es bei den Motoren, nach dem Facelift 2018 schrumpfte die Palette sogar auf den kleineren der beiden Dreizylinder als einzigen Antrieb zusammen. Dafür bereiten die Motoren kaum Sorgen. Versionen mit dem automatisierten Schaltgetriebe sind jedoch nicht empfehlenswert. Es sei denn, man kann sich mit der etwas unharmonischen Schaltarbeit arrangieren. Ein genauerer Blick auf den Unterboden lohnt allein aufgrund der schnell korrodierenden Auspuffanlagen. In diesem Zuge lassen sich auch die zu klein dimensionierten Bremsscheiben inspizieren, die bei der Hauptuntersuchung oft beanstandet werden. Ansonsten profitiert der C1 von der einfachen Konstruktion, kostspielige Schwächen gibt es nämlich nicht.
Ford Ka+: Das Plus im Namen ist Programm
- Bauzeitraum: 2014 bis 2020
- Leistung: 70 bis 95 PS
- Empfohlene Motorisierung: 1.2 mit 87 PS
- Preis ab: 6600 Euro
Das kleine Plus im Namen ist beim Ford Ka fast schon eine Untertreibung. Denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der wie der Fiat 500 auf der Panda-Plattform basierte, handelt es sich beim Ka+ um ein technisches Eigengewächs von Ford, das wie B-Max und Fiesta auf der B-Plattform aufbaut. Das bedeutet nicht nur deutlich mehr Platz – der Ka+ ist eigentlich eher Klein- als Kleinstwagen –, sondern auch eine spürbar bessere Verarbeitung. Dazu rüstete Ford beim im indischen Sanand gebauten Ka+ technisch für Europa nochmals auf, Fahrwerk und Dämmung wurden optimiert. Resultat: Der Ka+ begeistert mit agilem Fahrverhalten, ordentlicher Abstimmung und reichlich Ablagen im Innenraum. Mit dem "Active" ist eine rund zwei Zentimeter höhergelegte Crossover-Variante erhältlich.

Der Ford Ka+ zeigt sich optisch kaum verspielt und auch in puncto Komfort und Fahrverhalten ziemlich erwachsen.
Bild: Werk
2018 brachte das Facelift neue Scheinwerfer und den Dreizylinder mit Start-Stopp-Funktion. Neben den turbolosen Benzinern sticht der Turbodiesel mit 95 PS als kräftigste und flotteste Variante hervor.
Schwachstellen: Um Abstand zum Fiesta zu halten, musste der Ka+ auf einiges verzichten. Neben den Turbobenzinern auch auf Sicherheitsausstattung. Zwar gibt es Airbags auch im Fond, aber keinen Notbremsassistenten. Dafür gelten die Antriebe als zuverlässig, problemlos und günstig in der Wartung. Besonders agil sind die unaufgeladenen Benziner leider nicht. Da wirkt der Vierzylinder-Diesel mit fast doppelt so hohem Drehmoment souveräner. Beim TÜV tritt der Ka+ sehr solide auf. Ärgerlich: Rost kann schon bei der ersten HU zum Hindernis werden.
Fiat 500: schönes Design, doch technisch ein Sorgenkind
- Bauzeitraum: seit 2007
- Leistung: 60 bis 190 PS
- Empfohlene Motorisierung: 0.9 TwinAir mit 86 PS
- Preis ab: 6500 Euro
Der 2007 eingeführte Fiat 500 wurde mit seinem Retrodesign zum großen Erfolg. Das macht ihn allerdings als Gebrauchten spürbar teurer als vergleichbare Modelle. Neben sparsamen Zweizylindern bis hin zu den sportlichen Abarth-Modellen (135 bis 190 PS) sind zwei Diesel, eine LPG-Variante und seit 2020 ein Dreizylinder-Mildhybrid verfügbar. Weit verbreitet ist zudem das 2009 eingeführte Cabrio mit elektrischem Faltschiebedach.

Fiat 500: sehr sympathisch, doch Komfort, eine ordentliche Sitzposition und eine gefühlvolle Lenkung zählen nicht zum Repertoire.
Bild: Roman Raetzke
2015 gab es ein Facelift mit neuen Scheinwerfern, Heckleuchten und neuer Multimediaeinheit. Empfehlung: der 2010 eingeführte Zweizylinder mit Steuerkette.
Schwachstellen: Vor allem die Modelle vor dem Facelift fallen mit defekten Federn und Dämpfern bei der HU durch. Rostende Abgasanlagen sind auch bei jüngeren Modellen ein Problem. Schon nach drei Jahren rasselt der 500er häufiger durch die Abgasuntersuchung, dazu kommen oft Ölverlust am Antrieb und Defekte an der Bremsanlage. Bei älteren Modellen kam es gar zur Durchrostung der Ölwanne. Für Pannen sorgen oft das automatisierte Schaltgetriebe Duologic, defekte Kraftstoffpumpen und der Verlust der Motorkühlflüssigkeit. Die schlechte Qualität zeigt sich auch an der Verarbeitung durch abfallende Schalter und abplatzendem Chrom.
VW Up: kleine Kiste mit Platz und ordentlicher Qualität
- Bauzeitraum: 2011 bis 2023
- Leistung: 60 bis 115 PS
- Empfohlene Motorisierung: 1.0 MPI mit 60/65 PS
- Preis ab: 6000 Euro
Mit dem VW Up kehrte Volkswagen zu den Maßen des kultigen, bis 2005 gebauten Lupo zurück. Der direkte und wenig erfolgreiche Vorgänger Fox bot trotz über 20 Zentimeter mehr Länge kaum Platz. Zur "New Small Family" des Up gehören die fast identischen Skoda Citigo und Seat Mii. Das Box-Design verschafft dem Up viel Platz. Weil man auch auf der Rückbank ordentlich sitzt, haben sich die meisten Käufer für den Viertürer entschieden. Gepflegte Gebrauchte mit geringer Laufleistung können auch deutlich teurer sein.

Nur 3,54 Meter lang, dennoch bietet der kubisch gestaltete VW Up im Innenraum viel Platz. Der Wendekreis beträgt knapp zehn Meter.
Bild: Toni Bader
Die einfache Bedienung und das gut schaltbare manuelle Getriebe überzeugen ebenso wie die tolle Verarbeitung und das ausgewogene Fahrverhalten. Einziger Motor ist der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum, den es in sechs Leistungsstufen gibt. Tipp: Der 60 PS starke Sauger reicht meist aus.
Schwachstellen: Das automatisierte Schaltgetriebe nervt mit lahmen Gangwechseln und Ausfällen. Warnt die Getriebekontrollleuchte, liegt es oft am Kupplungs- oder Gangsteller. Die Reparatur kostet mindestens 1000 Euro. Mit dem Facelift von 2014 wurden die meisten Kinderkrankheiten abgestellt.
Hyundai i10 (Generation 2): kleiner Koreaner mit großen Ambitionen
- Bauzeitraum: 2013 bis 2019
- Leistung: 67 bis 87 PS
- Empfohlene Motorisierung: 1.2 (87 PS)
- Preis ab: 5500 Euro
Ein Kleinstwagen und doch ein großartiger Typ, denn der Hyundai i10 überzeugt nicht nur mit guter Raumausnutzung. Der stets als Fünfsitzer und Viertürer ausgelieferte i10 bietet angesichts von nur gut 3,60 Meter Länge für Fahrer, Passagiere und Gepäck (218 bis 1046 Liter) ordentliche Platzverhältnisse. Obendrein verfügt der Kleinstwagen – vor allem in den beiden höheren Linien "Trend" und "Style" – über eine umfangreiche Ausstattung.

Gute Platzausnutzung und umfangreiche Ausstattung sind die Stärken des kleinen Hyundai i10. Unsere Motorempfehlung ist der 1.2 mit 87 PS.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Sogar auf Kurvenlicht und Lenkradheizung muss man hier nicht verzichten. Gegen 1000 Euro Aufpreis gab es sowohl den Drei- als auch den 20 PS stärkeren Vierzylinder mit einer Vierstufenautomatik. Allerdings wirkt der i10 als Schalter viel agiler und arbeitet zudem effizienter. Den 64 PS starken Dreizylinder gab es auch als LPG-Variante. Der Gasantrieb ist allerdings extrem selten am Markt.
Schwachstellen: Im AUTO BILD-Dauertest offenbarte der i10 immer wieder Probleme mit der Kupplung, die nicht sauber trennte und Gangwechsel erschwerte. Einziger wirklicher Defekt war ein geplatzter Luftfilterkasten, weshalb der i10 plötzlich kein Gas mehr annahm. Dazu wirkte die 87-PS-Version auf der Autobahn im höchsten Gang zu kurz übersetzt. Beim TÜV schneidet der i10 nur mittelmäßig ab, typischerweise beanstanden die Prüfer überdurchschnittlich oft die Bremsanlage (verschlissene Bremsscheiben und defekte Feststellbremse) und das Fahrwerk (Achsaufhängung sowie Defekte an der Lenkung). Häufig wird zudem Ölverlust am Antrieb bemängelt.
Renault Twingo (Generation 3): geniales Konzept trifft auf mäßige Qualität
- Bauzeitraum: seit 2014
- Leistung: 65 bis 109 PS
- Empfohlene Motorisierung: SCe 70 mit 71 PS
- Preis ab: 4900 Euro
Die außergewöhnliche Antriebsplattform teilt sich der Twingo mit der zweiten Generation des Smart forfour. Unterflurmotor und Getriebe befinden sich knapp vor der Hinterachse. Unpraktisch gelöst: Unter der vorderen Haube gibt es keinen zusätzlichen Stauraum, und unter dem Kofferraumboden muss zum Öl-Check die Motorabdeckung mit gut einem Dutzend Schrauben gelöst werden. Dank Heckantrieb lassen sich die Vorderräder weit einschlagen, der Wendekreis von unter neun Metern ist kaum zu toppen.

Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Hyundai i10 oder dem VW Up bietet der Twingo allerdings weniger Komfort, kleinere Sitze und eine schlechtere Sitzposition. Dazu kommen eine weniger effektive Geräuschdämmung und ein bei Autobahntempo unruhiger Geradeauslauf.
Schwachstellen: Den AUTO BILD-Dauertest absolvierte ein Twingo TCe 90 mit der Note gut. Der Turbobenziner mit 90 PS sorgt für Fahrspaß bei moderaten Verbräuchen um sechs Liter. Dennoch empfehlen wir einen Sauger, denn die Turbolader gelten als anfällig. Zudem reicht die Leistung von rund 70 PS, um den nur gut 900 Kilogramm schweren Twingo in Fahrt zu bringen. Besonders fragil scheint die Achsaufhängung, hier fällt der Twingo schon bei der ersten HU mit Defekten auf. Gleiches gilt für die schnell gammelnden Auspuffanlagen.
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