Gebrauchte Mini-SUV im Check
Diese Mini-SUV bereiten auch gebraucht viel Freude

Mini-SUV gehören zu den beliebtesten Gebrauchtwagen. Die gute Nachricht: Viele Modelle zeigen sich auch mit höherer Laufleistung erstaunlich zuverlässig. AUTO BILD zeigt, welche kleinen SUV besonders empfehlenswert sind!
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Die kleinen Kerlchen sorgten schnell für große Begeisterung. Seit rund zehn Jahren etablieren sich Mini-SUV mit Abmessungen von nur etwas mehr als vier Metern Länge – und bieten so hinsichtlich Verbrauch und Agilität kleinwagenähnliche Tugenden.
Besonders spannend beim Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt: Zwischen Kleinwagen und den vergleichbaren Mini-SUV liegt oft nur ein geringer Preisunterschied. Mehr Auto für (fast) die gleiche Kohle – auch darum sind die kleinen Kerlchen als Gebrauchte ein cleverer Kauf. Wir haben fünf Modelle im Schnell-Check und erklären, worauf Gebraucht-Käufer achten sollten.
Ford EcoSport
Bauzeitraum: 2014 bis 2022
Leistung: 90 bis 125 PS
Gebrauchtpreis: ab 6500 Euro
Leistung: 90 bis 125 PS
Gebrauchtpreis: ab 6500 Euro
Pragmatische Typen setzen sich durch. Bestes Beispiel: Ford zeigt mit seinem kleinen SUV EcoSport eindrucksvoll, was die Massen dieser Welt bewegt. Das günstige, geräumige SUV verkauft sich in über 100 Ländern erfolgreich. Seit 2014 gibt es die zweite Generation auch in Deutschland. Auf nur 4,10 Meter Länge finden auch Erwachsene angenehm Platz im Fond, die Motorenpalette bietet auch Diesel und eine Allradversion an – Letzteres ist extrem selten in diesem Segment. Allerdings liegt die Anzahl der Angebote gebrauchter Allrad-EcoSport im zweistelligen Bereich.

Im Ford EcoSport sitzt man so hoch wie im viel größeren Audi Q5.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Während der langen Bauzeit gab es zwei Überarbeitungen. Mit der Modellpflege 2015 wurde das außen angebrachte Reserverad von der Pflichtausstattung zur Option. Dazu erhielten Fahrwerk, ESP und die Lenkung eine optimierte Abstimmung. Beim Facelift 2017 lag der Fokus auf Design, Komfort und Elektronik. Neben dem moderneren Kühlergrill besserte Ford bei der Geräuschdämmung nach, schob eine sportliche "ST"-Version nach und brachte das Sync-3-Infotainmentsystem.
Schwachstellen: Im TÜV-Report offenbart der EcoSport eine ausgeprägte Bremsschwäche. Dazu können die Abgasanlagen früh Gammel ansetzen. Nach sieben Jahren monieren die Prüfer vermehrt Ölverlust am Antrieb.
Opel Crossland (X)
Bauzeitraum: seit 2017
Leistung: 81 bis 130 PS
Gebrauchtpreis: ab 8900 Euro
Leistung: 81 bis 130 PS
Gebrauchtpreis: ab 8900 Euro
Mit viel Verstand ging Opel die Entwicklung des Crossland X an, der seit Ende 2020 nur noch Crossland heißt. Dem SUV-Trend sollte er gerecht werden, die praktischen Vorzüge des Minivans Meriva, des Vorgängers des Crossland X, wollte man allerdings auch nicht vernachlässigen.

Der Opel Crossland X gefällt mit seiner Variabilität.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die Formel führte zum Erfolg, trotz indirekter Lenkung, der unsportlichen Abstimmung und den etwas knurrigen Dreizylindern fand der Crossland viele Käufer. Denn kaum einer bietet in dieser Klasse (knapp 4,30 Meter Länge) dank ebenem Ladeboden sowie verschiebbarer und neigbarer Rückbank (bis zu 520 Liter Ladevolumen bei aufrechter Rückbank) so viel Variabilität. Die besonders komfortablen AGR-Sitze schätzen nicht nur ältere Kunden.
Mit dem Facelift erhielt der Crossland neben der moderneren Mokka-Optik auch ein ausgewogeneres Fahrwerk, die besonders sportliche GS+-Linie und auf Wunsch adaptive LED-Scheinwerfer.
Schwachstellen: Fahrwerk, Stoßdämpfer und Federn verschleißen schnell, was bereits bei der ersten Hauptuntersuchung überdurchschnittlich oft moniert wird. Die TÜV-Statistik weist zudem klar auf die Gefahr von Ölverlust hin. Geringeres Risiko bieten Gebrauchte mit Anschlussgarantie.
Kia Stonic
Bauzeitraum: ab 2017
Leistung: 84 bis 136 PS
Gebrauchtpreis: ab 10.000 Euro
Leistung: 84 bis 136 PS
Gebrauchtpreis: ab 10.000 Euro

Sein sportlicher Charakter und reichlich Assistenten zeichnen den Kia Stonic aus.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Den Stonic kennen wir bestens, im Rahmen des AUTO BILD-Dauertests spulten unsere Redakteure die obligatorischen 100.000 Kilometer mit dem Koreaner ab. Nicht nur aufgrund der vergleichsweise niedrigen Höhe und Sitzposition wirkt der Stonic sportlich.
Auch sein straffes Fahrwerk prägt den dynamischen Charakter. Dazu passt der meistverkaufte Antrieb, ein Dreizylinder-Turbobenziner mit 120 PS, der nur rund 1,2 Tonnen Masse in Bewegung setzen muss, sich deshalb spritzig anfühlt und gleichzeitig wenig verbraucht.
Die ältesten Stonic laufen gerade erst aus der langen Siebenjahresgarantie. Die erfordert allerdings jährliche Inspektionen (oder alle 15.000 Kilometer). Reichlich Assistenten bot Kia vom Start weg für den Stonic, darunter auch einen Querverkehrswarner, allerdings nur optional. Checken, ob beim Gebrauchten das Technologie-Paket an Bord ist. Fünf Sterne gab es bei Euro NCAP nur damit (sonst drei).
Schwachstellen: Den Dauertest absolvierte der Stonic mit der Note 2. Gut also, aber neben dem zu straffen Fahrwerk trübten kratzige Gangwechsel (erster und zweiter Gang) das Bild. Erst eine neue Kupplung sorgte nach 76.000 Kilometern wieder für flauschige Gangwechsel. Bei der Zerlegung entdeckten wir zudem Kühlmittelverlust. Der vollzog sich schleichend über die undichte Wasserpumpe. Ärgerlich, dass Kia sich den Sensor für den Kühlmittelstand gespart hat.
Seat Arona
Bauzeitraum: seit 2017
Leistung: 90 bis 150 PS
Gebrauchtpreis: ab 9500 Euro
Leistung: 90 bis 150 PS
Gebrauchtpreis: ab 9500 Euro

Der Seat Arona ist nur 4,14 Meter lang, bietet aber dennoch genug Platz für vier Erwachsene.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Ein sehr durchdachter Typ, der mit Platz protzt, vorn wie hinten sehr angenehme Sitze für die Passagiere zur Verfügung stellt und auch noch eine Note feiner bei der Materialauswahl daherkommt – das ist der Arona. Dazu begeistern die Motoren, vor allem die 115 PS starke Version des 1,0 Liter großen Dreizylinders passt ziemlich perfekt zum Spanier, der Vierzylinder mit 150 PS wirkt fast schon übertrieben.
Für Sparfüchse bot Seat bis Anfang 2023 sogar eine Erdgasversion für den Arona an. Auch die nutzt den aufgeladenen Dreizylinder, kommt auf 90 PS. Auf dem Gebrauchtmarkt ist der TGI nicht nur in homöopathischen Dosen zu finden, sondern häufiger als die beiden Diesel (95 und 115 PS) vertreten, ab 11.000 Euro geht es los. Gleiches gilt für den Selbstzünder, die Diesel haben aber oft eine höhere Laufleistung. Deftig: Die Topversion 1.5 TSI wird mit DSG (kam erst Ende 2020) kaum unter 20.000 Euro gehandelt.
Schwachstellen: Bei der HU werden Spurstangen, Bremsscheiben und die Scheinwerfer oft bemängelt, sonst glänzt der Spanier beim TÜV. Besitzer bemängeln Elektronikzicken an Navi und Bordcomputer, kleine Qualitätsmängel besserte Seat schnell nach.
VW T-Cross
Bauzeitraum: seit 2019
Leistung: 95 bis 150 PS
Gebrauchtpreis: ab 13.500 Euro
Leistung: 95 bis 150 PS
Gebrauchtpreis: ab 13.500 Euro

Der junge VW T-Cross ist im Vergleich der Teuerste, die Gebrauchtauswahl aber sehr groß.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Spät kam der T-Cross auf den Markt, avancierte aber schnell zum Bestseller im Segment der Mini-SUV. Noch effektiver als sein Konzernbruder von Seat nutzt er mit seiner kastigen Karosserie den vorhandenen Platz, besitzt ein paar Liter mehr Kofferraum und baut dabei ein paar Zentimeter kürzer.
Der Arona diente offenbar als Vorlage für Detailverbesserungen, den dort zu tief liegenden Navi-Schirm setzte VW über die mittleren Luftausströmer und damit eine Etage höher. Qualitätsunterschiede gibt es auch in Form von mehr Dämmung, etwa unter der Haube, wo eine Matte mehr Geräusche eliminiert. Der T-Cross ist beliebt, zum Bedauern von Gebraucht-Käufern aber auch besonders wertstabil. Immerhin: Wir rechnen damit, dass das so bleibt. Also jetzt etwas mehr bezahlen, aber über die Jahre weniger Geld verlieren.
Schwachstellen: Die schwachen Lenkgelenke hat VW hier überarbeitet, beim TÜV bleibt der T-Cross im Gegensatz zum Arona unauffällig. Auch die Lichtanlage wird viel seltener beanstandet. Schnell verschlissene Bremsscheiben kommen beim VW allerdings auch vor. Beim 1.5er-TSI monieren Kunden erhöhten Ölverbrauch und ruckelnde Gasannahme (Software-Update).
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