Gebrauchtwagen-Angebot: Ferrari SF90 XX Stradale Le Mans
Fast eine Million über Neupreis! Was macht diesen Ferrari besonders?

Im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt steht ein Ferrari SF90 XX Stradale, der selbst unter Supersportwagen eine Ausnahmeerscheinung ist.
Bild: Ferrari Berlin, Riller & Schnauck GmbH
Beim offiziellen Ferrari-Partner Riller & Schnauck in Berlin wird derzeit ein besonders aufwendig konfigurierter SF90 XX Stradale angeboten. Der Preis von 1.725.500 Euro ist selbst für Ferrari-Verhältnisse eine Ansage. Dafür bekommt der Käufer allerdings nicht irgendeinen Ferrari, sondern eines der radikalsten Straßenautos, die jemals in Maranello entstanden sind.
Ferrari SF90 XX: 1030 PS und Technik aus dem Rennsport
Schon der normale SF90 Stradale ist mit seinen 1000 PS alles andere als untermotorisiert. Doch Ferrari setzte noch einen drauf und machte aus dem Hybrid-Supersportwagen den SF90 XX Stradale.
Unter der flachen Karosserie arbeitet ein vier Liter großer V8-Biturbo, unterstützt von drei Elektromotoren. Zusammen mobilisiert das System 1030 PS, die über alle vier Räder auf die Straße gebracht werden. Eine Achtgang-Doppelkupplung übernimmt die Gangwechsel.
Das Ergebnis sind Fahrleistungen, die eher an ein Rennfahrzeug als an ein Auto mit Straßenzulassung erinnern. In nur 2,3 Sekunden soll der Ferrari aus dem Stand auf Tempo 100 schießen. Nach 6,5 Sekunden stehen bereits 200 km/h auf dem Tacho. Erst bei 320 km/h ist Schluss.
Doch die eigentliche Spezialität des XX ist nicht die Höchstgeschwindigkeit, sondern der Abtrieb. Ferrari spendierte ihm einen gewaltigen feststehenden Heckflügel – eine Lösung, die es bei einem straßenzugelassenen Ferrari seit dem F50 nicht mehr gegeben hatte. Zusammen mit dem aufwendig überarbeiteten Unterboden erzeugt die Aerodynamik bei 250 km/h bis zu 530 Kilogramm Abtrieb.
Le-Mans-Lackierung erinnert an Ferraris historischen Sieg
Mindestens so spektakulär wie die Technik ist die Konfiguration des angebotenen Exemplars. Der Ferrari trägt die Sonderfarbe "Rosso Le Mans 2023", kombiniert mit Rennstreifen und der Startnummer 50.
Das ist kein Zufall. 2023 gewann Ferrari mit dem 499P und der Startnummer 51 die 24 Stunden von Le Mans – beim ersten Werkseinsatz in der Topklasse seit einem halben Jahrhundert. Die Startnummer 50 gehörte dem zweiten Ferrari-Werkswagen.
Die Lackierung erinnert damit an eines der bedeutendsten Kapitel der jüngeren Ferrari-Renngeschichte. Und sie macht aus dem ohnehin seltenen SF90 XX einen ganz besonders auffälligen Vertreter seiner Art.
Dazu kommt eine Ausstattung, bei der Ferrari offenbar nicht gerade sparsam mit dem Carbon umgegangen ist. Die Räder bestehen aus Kohlefaser, ebenso zahlreiche Karosserieteile, der Heckdiffusor, Verkleidungen im Innenraum und sogar der Fahrzeugschlüssel.
Außerdem an Bord: Titan-Auspuffendrohre, leichte Rennsitze mit Alcantara-Bezügen, Vierpunktgurte und ein Feuerlöscher. Die Konfiguration trägt im Inserat zudem die Bezeichnung "Hyper Club".
Nur 799 Ferrari SF90 XX Stradale gebaut
Was den Ferrari für Sammler besonders interessant macht, ist seine Seltenheit. Vom SF90 XX Stradale entstanden lediglich 799 Exemplare. Dazu kommen 599 offene SF90 XX Spider.
Damit ist das Modell nicht einfach eine besonders sportliche Ausstattungslinie, sondern eine streng limitierte Sonderversion. Ferrari übertrug dafür erstmals das Konzept seiner XX-Experimentalfahrzeuge auf einen Supersportwagen mit Straßenzulassung.
Die bisherigen XX-Modelle wie FXX und FXX K waren ausschließlich für den Rennstreckeneinsatz gedacht. Der SF90 XX dagegen darf auch auf öffentlichen Straßen bewegt werden. Wobei man sich bei diesem Exemplar fragen darf, ob sein künftiger Besitzer das tatsächlich vorhat.
Ferrari mit 86 Kilometern für 1,725 Millionen Euro
Denn der Berliner Ferrari hat laut Inserat gerade einmal 86 Kilometer zurückgelegt. Er stammt aus erster Hand, gilt als unfallfrei und wird mit dem Ferrari-Approved-Gebrauchtwagensiegel angeboten.
Mit einer Erstzulassung im Oktober 2025 ist er zudem erst rund ein Jahr alt. Trotzdem liegt der geforderte Preis weit jenseits dessen, was selbst ein gewöhnlicher Supersportwagen kostet.
Zum Vergleich: Der SF90 XX Stradale startete bei seiner Vorstellung 2023 in Deutschland bei rund 770.000 Euro. Der angebotene Wagen kostet damit mehr als das Doppelte des damaligen Grundpreises.
Ob jemand tatsächlich 1,725 Millionen Euro bezahlt, ist eine andere Frage. Eines aber zeigt dieses Angebot eindrucksvoll: Bei besonders seltenen Ferrari geht es längst nicht mehr nur um Leistung, Beschleunigung oder Fahrspaß. Sondern auch um Exklusivität, Geschichte und die Hoffnung, ein begehrtes Sammlerstück zu besitzen.
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