Gebrauchtwagen-Angebot: Porsche 959
Porsche 959 von Drogenboss zu verkaufen

Bild: Speedfarm Plus GmbH
Bill Gates hatte einen, Jerry Seinfeld hatte einen, auch Boris Becker hatte einen – die Rede ist vom Porsche 959, dem ersten Supersportwagen der Zuffenhausener und dem Vorgänger des Carrera GT. Zwischen 1987 und 1988 sollen nur 292 Stück gebaut worden sein – einer davon ging an einen berüchtigten Drogenboss!
420.330 DM kostete dieser silberne Porsche 959 im Jahr 1988 – belegbar durch die originale Rechnung. Am 26. Mai desselben Jahres wurde der 450 PS starke Über-Porsche über den französischen Händler und Importeur Sonauto SA an einen gewissen Claude Duboc, der einige Jahre später aufgrund von Drogenhandels im besonders großen Stil verurteilt wurde, ausgeliefert. 1994 wurde Duvoc medienwirksam in Hongkong verhaftet und an die USA ausgeliefert, wo er zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Die Historie des mittlerweile wieder nach Deutschland zurückgekehrten 959 soll lückenlos belegbar sein. Das zumindest verspricht der Sportwagen-Händler "Speedfarm Plus GmbH" aus Saulheim, der den Porsche aktuell anbietet. Bevor wir jedoch einen genauen Blick auf die Historie und den Zustand dieses Exemplars werfen, lohnt ein Blick auf die Entstehungsgeschichte des Porsche 959, des einst schnellsten Serienautos der Welt.

Von vielen wird der 959 bis heute als "umgemodelter 911" missverstanden, dabei war er einer der ersten Supersportwagen überhaupt. Mittlerweile gibt es praktisch keinen 959 mehr unter zwei Millionen Euro.
Bild: Speedfarm Plus GmbH
Das Datenblatt des Porsche 959 lässt vermuten, dass der mit zahlreichen technischen Highlights wie variablem Allradantrieb und Registeraufladung versehene Supersportwagen eine reinrassige Fahrmaschine ist. Mit 450 PS, 500 Nm Drehmoment, einer Beschleunigung von 0 bis 100 km/h in 3,7 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 317 km/h kannte der 959 Ende der 80er-Jahre praktisch keine Gegner.
Kein reinrassiger Rennwagen für die Straße
Doch Porsche-Technikvorstand Helmuth Bott schwebte kein roher Rennwagen vor, als er seine Ingenieure 1983 an die Arbeit schickte. Vielmehr sollte der 959 zwar extrem schnell, aber gleichzeitig auch von Führerschein-Neulingen – einer davon war ein gewisser Boris Becker – beherrschbar sein.
Keine leichte Aufgabe, die Porsche jedoch mit Bravour meisterte. Denn diejenigen, die bereits das Glück hatten, einen 959 fahren zu dürfen, berichten, dass der Supersportwagen dank Allradantrieb praktisch kinderleicht zu beherrschen sei. Erst wenn der zweite Turbo ins Spiel kommt, verschiebt sich im 959 das Raum-Zeit-Kontinuum. Mit der sogenannten Registeraufladung löste Porsche das Problem zwischen frühem Ansprechen und hoher Maximalleistung.
Kein Wunder also, dass von den 292 gebauten Exemplaren der Großteil auf die "Komfortversion" des 959 entfiel. Laut offiziellen Quellen entschieden sich nur 29 Kunden für die intern 959 S getaufte Sportversion, die dank höherem Ladedruck 515 PS aus dem 2,8-Liter-Sechszylinder-Boxer quetschte, was für einen Topspeed von sagenhaften 339 km/h gereicht haben soll.
Damals wie heute sind alle 959 Sammlerstücke, die in den letzten Jahren einen gewaltigen Wertzuwachs erfahren haben. Während vor etwa zehn Jahren ein Porsche 959 für ungefähr eine Million Euro gehandelt wurde, haben sich die aufgerufenen Preise mittlerweile mehr als verdoppelt.
Keine 2000 Kilometer in 30 Jahren gefahren
Das gilt auch für den hier gezeigten silbernen 959, der einst an Claude Duboc ausgeliefert wurde und in den ersten Jahren regelmäßig beim ausliefernden Händler gewartet wurde. Laut des Verkäufers sind Service-Nachweise aus
1988 (Kilometerstand 2270), 1990 (Kilometerstand 6802), noch mal 1990 (Kilometerstand 7087) und 1993 (Kilometerstand 9466) vorhanden.
1988 (Kilometerstand 2270), 1990 (Kilometerstand 6802), noch mal 1990 (Kilometerstand 7087) und 1993 (Kilometerstand 9466) vorhanden.
Aber auch nach der Inhaftierung Dubocs soll die Historie lückenlos belegbar sein. Unter anderem soll der 959 zuletzt in England und Italien zugelassen gewesen sein, wobei keiner der auf Duvoc folgenden Besitzer den seltenen Porsche wirklich ernsthaft gefahren ist. Denn zwischen 1993 und 2025 wurde der 959 keine 2000 Kilometer bewegt.

Der Innenraum des Porsche 959 sieht aus wie neu. Kein Wunder, bei nur gut 11.000 Kilometern und einer umfangreichen Überholung.
Bild: Speedfarm Plus GmbH
In Italien wurde das Auto laut Verkäufer bei Porsche Padua im Zeitraum von Juni 2020 bis Dezember 2021 umfangreich überholt. So wurde unter anderem der Sechszylinder-Boxer revidiert, Fahrwerk und Bremsen überarbeitet, ein neuer Kotflügel verbaut, einige Karosserieteile neu lackiert und anschließend eine Steinschlag-Schutzfolie montiert. Außerdem wurden mehrere Innenraumteile erneuert. Die umfangreichen Arbeiten sollen 2022 offiziell abgenommen worden sein. Im Anschluss fand der 959 zurück nach Deutschland und war im Februar 2025 auf dem Youtube-Kanal von Hamid Mossadegh zu sehen.
So viel soll der 959 kosten
Aktuell wird das Sammlerstück mit der bewegten Historie für 2.390.000 Euro bei der "Speedfarm Plus GmbH" angeboten. Ein Auto, für das eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit vonnöten ist. Claude Duboc hatte einst diese finanziellen Mittel und ist nach 26 Jahren Gefängnis im Jahr 2020 wieder freigekommen.
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