Gebrauchtwagentest Toyota Yaris
Fast so gut wie ein Yaris-Wagen

Der Japan-Polo ist selbst nach acht Jahren noch topfit, auf der Bühne sieht er aus wie ein junger Gebrauchter. Ein Auto, das nicht spektakulär ist, aber haltbar. Aber ein paar Macken hat auch er.
Wissen Sie noch, was ein Tamagotchi ist? Ende der 90er war das Elektronik-Spielzeug aus Japan der letzte Schrei. Man musste sich um ein virtuelles Küken kümmern, das Bedürfnisse hatte wie ein Haustier: schlafen, essen, trinken, Zuneigung. Bei Vernachlässigung starb es. Was das mit dem Toyota Yaris zu tun hat? Das Auto braucht weniger Pflege, hält trotzdem durch. Dieser Toyota – er ist fast so gut wie ein Yaris-Wagen. Das zeigt sich auch bei der Hauptuntersuchung: "Japanische Wertarbeit", so ist im AUTO BILD TÜV-Report 2009 zu lesen. Liegt daran, dass die erste Generation des Yaris (1999–2006) Stammgast auf den vordersten Plätzen ist: Selbst als Acht- oder Neunjähriger belegt er noch Platz sieben in der TÜV-Statistik.
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Bild: Thomas Ruddies
Die Probefahrt von AUTO BILD

Bild: Thomas Ruddies
Unsere Testfahrt: Ups, er springt nicht an! Kommt davon, wenn solche Autos seit mehreren Monaten auf einen Käufer warten, Abwrackprämie sei Dank. Erst jetzt haben Kleine in dieser Preisklasse wieder Chancen. Nach 20 Minuten Fahrt dreht der Anlasser wieder durch, nach einer halben Stunde quietschen die Bremsen nicht mehr. Jetzt wird klar: Der Yaris ist mit seinen 68 PS genau das richtige City-Auto, er ist mit 3,62 m viel kürzer als die Polo und Fiesta dieser Welt – aber innen riesig: Das liegt an der um 15 cm nach vorn und hinten verschiebbaren Rückbank. Aber der Yaris ist leider auch recht lieblos verarbeitet. Das harte Plastik im Cockpit – Playmobil baut aus diesem Zeug Ritterburgen. Der Digital-Tacho in der Mitte – nein, daran wollen wir uns nicht gewöhnen. Der Fahrersitz nicht höhenverstellbar – Große fühlen sich wie auf einem Küchenstuhl.
Unser Urteil: Der Yaris macht auch im Alter keine Mucken, wird als Gebrauchter nicht zur Kostenfalle. Aber das Interieur ist für einen Toyota zu billig.
Frühe Modelle machten Ärger
Getriebeschäden kamen beim Yaris vor allem kurz nach Einführung 1999 und 2000 vor. Betroffen waren Schalter, die automatisierte Ausführung Freetronic und die Vierstufenautomatik des 1.3ers. Aktenkundig sind auch Motorschäden. Ursache ist meist ein defekter Luftmassenmesser, der falsche Werte an die Einspritzanlage übermittelt, die dann zu viel Benzin einspritzt. Also: Vorsicht bei zu hohem Verbrauch, notfalls den CO2-Gehalt vor Kat messen lassen. Relativ unbedenklich ist dagegen der Flugrost an vielen Anbauteilen wie Motorträger und Achsen. Ungewöhnlich für einen Toyota: Der Auspuff rostet schnell, und auch die Bremsscheiben setzen oft zu schnell Gammel an.

Bild: Uli Sonntag
Fazit
Jedes Teil so günstig wie möglich und gut wie nötig. Die Toyota-Formel bugsiert den Yaris stets auf die Spitzenplätze des AUTO BILD TÜV-Reports. Was Sie davon haben? Ein Auto, das nicht spektakulär ist, aber haltbar. Frisches Öl, neue Bremsen, einen Auspuff – es gibt Yaris-Fahrer, die haben über 150.000 km nicht mehr ersetzt. Deshalb ist der kleine Toyota eine gute Investition.
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