Geisterfahrt im Nebel auf der A5 endet mit sechs Toten

Geisterfahrt auf der A5

Geisterfahrer war betrunken

Der Geisterfahrer vom vergangenen Wochenende war völlig betrunken. Er riss fünf Menschen in den Tod und starb selbst bei dem Unfall.
(dpa) Der 20 Jahre alte Geisterfahrer, der am Sonntag bei Offenburg einen Unfall mit sechs Toten verursacht hat, ist betrunken gewesen. 1,9 Promille Alkohol seien im Blut des Mannes bei der Obduktion festgestellt worden, teilte die Polizei heute (22. November 2012) mit. Es könne aber noch nicht sicher gesagt werden, ob er deshalb den den Unfall verursacht hat, sagte ein Sprecher. Derzeit würden Zeugen befragt, ob der 20-Jährige vor dem Unfall Schlangenlinien fuhr. Diese Befragungen sollen auch die nächsten Tage andauern.

Aktuell: Haftbefehl gegen Falschfahrerin erlassen
Gegen eine Geisterfahrerin, die auf der Autobahn 94 nahe München absichtlich in einen Sattelzug gefahren ist, ist Haftbefehl erlassen worden. Das sagte ein Polizeisprecher am 22. November 2012 und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks. Die 45-Jährige war am 21. November in falscher Richtung auf die Autobahn gefahren. Ihr Auto krachte frontal in den österreichischen Sattelzug. Die 45-Jährige wurde dabei nur leicht am Kopf verletzt. Nach dem Unfall versuchte die Frau, in vorbeifahrende Autos zu laufen, konnte aber von einem Verkehrsteilnehmer und einer Polizeistreife festgehalten werden.
Quelle: dpa
Der Mann aus dem badischen Ortenaukreis war am frühen Sonntagmorgen auf der Autobahn 5 bei Offenburg als Geisterfahrer unterwegs. Sein Auto kollidierte frontal mit einem anderen Wagen. Der 20-Jährige riss fünf Menschen, die in diesem Auto saßen, in den Tod. Auch er kam ums Leben. Ob der Falschfahrer zudem unter dem Einfluss anderer Drogen stand, werde noch geprüft, sagte ein Polizeisprecher. Diese Untersuchungen seien zeitaufwendiger als die Überprüfung des Alkoholwertes. Mit einem Ergebnis werde in den nächsten Tagen gerechnet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Drogen im Spiel waren.

Albtraum Geisterfahrer

Wie oft gibt es Geisterfahrer?

Laut ADAC werden im Jahr bundesweit 2800 Fälle gemeldet, davon 2000 auf Autobahnen. Die allermeisten gehen glimpflich aus. Geisterfahrer verursachten gerade einmal drei Prozent der tödlichen Unfälle auf Autobahnen.

Was treibt Geisterfahrer an?

Den typischen Geisterfahrer gibt es nicht. Es gibt verschiedene Ursachen, warum jemand dazu wird. In einigen Fällen sind es Selbstmordabsichten, oft ist es aber auch ein reines Versehen oder Zerstreutheit, dass jemand in falscher Richtung auf eine Autobahn fährt oder dort wendet. Manchmal sind auch Drogen oder Alkohol im Spiel. Der Auto Club Europa (ACE) weist darauf hin, dass manche Auffahrten einfach auch schlecht beschildert sind.  

Kann man Geisterfahrer verhindern?

Der ACE sieht in einer besseren Beschilderung an Auffahrten die einzige Stellschraube, mit der man etwas verbessern könne. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwägte zuletzt, durch neongelbe Warnschilder die Auffahrten besser zu kennzeichnen. Es gibt auch Forderungen, an den Auffahrten Krallen zu installieren, die Fahrzeuge, die in falscher Richtung auffahren wollen, stoppen würden. Das wäre aber sehr aufwendig und teuer.  

Was tun, wenn vor einem Geisterfahrer gewarnt wird?

Die Automobilclubs raten dazu, sich rechts zu halten, langsamer zu fahren und im Ernstfall auf dem Seitenstreifen anzuhalten. Damit man die Warnung überhaupt mitbekommt, ist es natürlich wichtig, im Auto den Verkehrsfunk zu hören.

Feldversuch: Schilder warnen vor Geisterfahrten

Hinweise auf einen Suizid gibt es laut Polizei nicht. Dennoch werde weiter das private und berufliche Umfeld des Mannes durchleuchtet. Die Ermittler erhoffen sich davon Erkenntnisse zum möglichen Motiv des Mannes. Der schwere Unfall hatte deutschlandweit Diskussionen über die Gefahr durch Falschfahrer auf Autobahnen ausgelöst. In Baden-Württemberg sollen nun an den Autobahnauffahrten zur Sicherheit weiße Richtungspfeile auf die Fahrbahn angebracht werden.

Chronologie der Geisterfahrten

1. Januar 2013

Ein betrunkener Lkw-Fahrer wendet auf der A1 bei Bremen seinen 40-Tonner. Mehrere Fahrzeuge können nicht ausweichen, zwei Menschen kommen ums Leben. Der Fahrer flüchtet und wird nach rund 25 Kilometern von der Polizei gestoppt.

30. Dezember 2012

Auf der A52 kommt eine 58 Jahre alte Fahrerin und ihr ein Jahr älterer Beifahrer bei einem Zusammenstoß mit einem Geisterfahrer ums Leben.

18. November 2012

Sechs Menschen sterben auf der A5 nahe Offenburg, als ein Kleinbus im Nebel frontal mit dem Wagen eines Geisterfahrers zusammenstößt.

21. Oktober 2012:

Ein 24-Jähriger fährt in Selbsttötungsabsicht in falscher Richtung auf der A46 im Sauerland. Bei Meschede rast er in ein entgegenkommendes Auto mit vier Insassen. Sie und der Unfallverursacher sterben.

15. Oktober 2012:

Zwei Kinder und ihr 31 Jahre alter Vater werden beim Zusammenstoß mit einer Geisterfahrerin auf der A1 bei Rivenich (Rheinland-Pfalz) getötet. Die 60-Jährige überlebt schwer verletzt.

2. Oktober 2012:

Eine 31-Jährige, die nackt am Steuer sitzt, sowie ihre beiden Töchter kommen ums Leben, als die psychisch verwirrte Falschfahrerin auf der A73 bei Bamberg in ein Auto prallt. Auch dessen Fahrer (25) und Beifahrer (54) sterben.

6. November 2011:

Auf der A96 rammt im Unterallgäu ein 82 Jahre alter Geisterfahrer frontal das Auto einer 49-Jährigen, die ebenfalls stirbt. 

5. November 2011:

Ein 48-Jähriger wendet nachts auf der A3 bei Idstein (Hessen). Danach rast er frontal gegen ein Auto, dessen 56 Jahre alter Fahrer stirbt. Der Falschfahrer flieht zu Fuß und stellt sich erst einen Tag später der Polizei. 

18. September 2011:

Ein 81-Jähriger baut als Geisterfahrer auf der A14 von Leipzig nach Dresden einen schweren Unfall, bei dem drei Menschen sterben.

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