GMC Hummer EV Edition 1: Elektroauto, Fahrbericht, Motor, Akku, Preis
Unterwegs im Elektro-Monster: Der Hummer EV begeistert mit 1000 PS
Was für ein Biest: Der Hummer EV holt aus drei E-Motoren 1000 PS und sprintet wie ein Supersportler. AUTO BILD ist die Edition 1 schon gefahren.
Bild: AUTO BILD
- Stefan Grundhoff
Mit normalen Maßstäben muss man es beim neuen GMC Hummer gar nicht erst versuchen. Die auf der variablen Ultium-Plattform völlig neu entwickelte Geländelegende ist jetzt elektrisch und in jeder Hinsicht gewaltig. Das und der Ausbau des Hummers zur ganzen Modellfamilie soll die etwas dröge GM-Marke GMC auf dem Heimatmarkt wieder mit neuem Leben füllen.
Den Anfang macht der Hummer als Pick-up, der nicht nur bei den Fans von Ford F-150, Chevrolet Silverado oder Dodge Ram für Begeisterung sorgen könnte. Der 5,50 Meter lange Wagen bringt stolze 4,3 Tonnen auf die Waage, mit denen der Antrieb dank 1000 PS und 1620 Nm Drehmoment trotzdem leichtes Spiel hat. In geradezu wahnsinnigen 3,5 Sekunden stürmt der Hummer EV auf Tempo 100 und schafft maximal 160 Sachen. Der Schub der drei Elektromotoren ist einfach atemberaubend.

Das glaubt einem keiner: Trotz seiner 4,3 Tonnen geht der Hummer EV in 3,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.
Bild: Steve Fecht
Aber selbstverständlich zeigt der Hummer auch im Gelände seine Qualitäten. Die Lässigkeit, mit der der elektrische Mega-Pick-up problemlos durch tiefe Spurrillen, Sand und Geröll wühlt, ist beeindruckend. Trotz seines Gewichts seiner Größe ist der Koloss überraschend wendig. Durch die intelligente Allradlenkung reduziert sich der Wendekreis von 13,5 auf 11,3 Meter. Zudem lässt sich die Vorderachse elektronisch sperren, die beim Topmodell zwei Elektromotoren an der Hinterachse lassen sich für optimale Traktion einzeln ansteuern.

Er kann auch Wasser: Bei 81 Zentimetern Wattiefe sind auch tiefere Pfützen kein Problem für den Hummer EV.
Bild: General Motors Company
Das Gelände bleibt Hummer-Terrain
Über den Bildschirm oder einen Schalter auf dem breiten Mitteltunnel lassen sich die verschiedenen Fahrmodi ansteuern. Mittels des Schaltpaddels links am Lenkrad kann in den One-Pedal-Modus gewechselt werden; dann lässt sich das elektrische Ungetüm ganz ohne Bremspedaleinsatz besonders filigran bergauf und bergab bewegen. 40 Zentimeter Bodenfreiheit und 81 Zentimeter Wattiefe nehmen auch schwererem Gelände den Schrecken.
Seine Kraft holt der Hummer EV aus einem 910 Kilogramm schweren Akkupaket im Unterboden, das mit satten 208 kWh neue Maßstäbe in Sachen Kapazität setzt. So sind nach Herstellerangaben über 520 Kilometer Reichweite drin. Und wenn dem Trumm mal der Saft ausgeht, kann mit bis zu 350 kW nachgeladen werden. Strom für 160 Kilometer ist in schlanken zehn Minuten getankt.

Mehr Schein als Sein: Mit den großen Displays zeigt sich der Hummer EV modern, das viele Plastik passt aber nicht zum hohen Preis.
Bild: Steve Fecht
Im Innenraum gibt es Optimierungspotenzial
Der Innenraum lässt hingegen einige Wünsche offen, er ist angesichts des hohen Fahrzeugpreises eher mäßig. Immerhin gibt es vorn wie hinten jede Menge Platz, die Sitzgelegenheiten sind breit, könnten aber mehr Seitenhalt bieten. Die Plastikwüste am Armaturenbrett mag Geschmackssache sein, schön und wirklich wertig sieht aber definitiv anders aus. Aber irgendwie präsentiert sich der Hummer der Neuzeit eben auch genau so, wie man es erwartet hätte.

Teuer: Die bereits vergriffene Edition 1 kostete rund 110.000 Dollar. Ab jetzt geht es erst einmal bei 106.000 Dollar los.
Bild: Steve Fecht
An der Kasse langt der Hummer ordentlich zu
Die rund 110.000 US-Dollar teure Edition 1 des Hummer EV war sofort ausverkauft, und so heißt es erst einmal warten. Unterhalb des Topmodells ist der Hummer EV 3X für rund 106.000 US-Dollar positioniert. Die beiden Basisversionen mit je nur einem Motor an Vorder- und Hinterachse kommen wohl frühestens Ende 2023 – zu Preisen ab 86.000 US-Dollar. Ein Start in Europa steht noch in den Sternen.
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