Toni Rieger hat eine spezielle Beziehung zum Golf. Bereits 1985 verpasste er dem Bestseller mit seinem GTO-Kit eine Breitbau-Statur, deren pralle Proportionen noch heute imponieren. Beim Golf VI übt er sich in Zurückhaltung – und folgt dem aktuellen Modediktat.

Karosserie/Qualität

Frontspoilerlippe samt mittigem Schwert, Heckschürzeneinsatz im Diffusorlook, Seitenschweller: Die Rieger-Anbauten sind nicht nur gekonnt designt, sondern auch von ordentlicher Qualität. Die beim Test herrschenden eisigen Temperaturen steckten sie ungerührt weg – trotz handfestem Feindkontakt mit allgegenwärtigen Schneeverwehungen.

Fahrfreude/Antrieb

Rieger Golf GTI
Goldene Mitte: schnittige Frontansicht ohne übertriebene Aggressivität.
Bild: Lena Barthelmes
Der Turbo-Vierzylinder ist und bleibt eine Empfehlung. Getunt erst recht: Verhilft ihm ein Eingriff ins Steuergerät doch nicht nur zu 261 statt 211 PS, sondern auch zu einer noch überlegeneren Aura. Die lässt selbst kurzwegige Landstraßen-Überholmanöver niemals in Stress ausarten. Dank per Knopfdruck regulierbarer Auspuffklappe darf sich der Fahrer zwischen zwei Tonlagen entscheiden: verhalten oder forsch. Negativ bemerkbar macht sich die Mehrleistung lediglich in Form milder Antriebseinflüsse in der Lenkung.

Fahrleistungen

Ein gewöhnlicher GTI benötigt bis 200 km/h 27,7 Sekunden, der neue Golf R 24,2 Sekunden. Der modifizierte GTI unterbietet mit 23,2 Sekunden beide. Das Durchzugsvermögen spricht ebenfalls Bände: Von 80 bis 120 km/h im sechsten Gang vergehen im Serien-GTI 9,1, im Golf R 7,6 Sekunden. Rieger liegt auch hier mit 7,3 Sekunden vorn. Lediglich beim Topspeed muss sich der Tuner geschlagen geben: GTI 240 km/h, Golf R 250 km/h, Rieger 244 km/h.

Fahrwerk/Komfort

Rieger Golf GTI
Goldwerter Vorteil: 400 Euro Aufpreis kostet die Lackierung der Räder.
Bild: Lena Barthelmes
Das KW-Gewindefahrwerk leistet gute Dienste. Mit 40 Millimeter mehr Tiefgang federt der Golf spürbar straffer. Der Veredler verpasst dem Auto damit genau den sportlichen Touch, den wir uns wünschen. Das feinnvervig agierende ESP steht einer sportlichen Gangart nicht im Wege.

Preis/Kosten

Rieger bleibt auf dem Boden und ruft faire Preise auf. Kleiner Wermutstropfen ist der auf 10,1 Liter Super Plus gestiegene Verbrauch (Serie: 8,6 Liter).

Fazit

von

Ben Arnold
Rieger macht alles richtig und setzt erfolgreich Akzente. Das ausgewogene Fahrwerk und die effektive Mehrleistung verwandeln den GTI in einen echten Volkssportler - und einen ernst zu nehmenden Golf-R-Gegner. Note 2+